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Gedächtnisprobleme
Kreis Ludwigsburg: Was der Unterstützerkreis für Menschen mit Vergesslichkeit zu bieten hat

Ein Klebezettel soll verhindern, dass der Schlüssel vergessen wird.
Ein Klebezettel soll verhindern, dass der Schlüssel vergessen wird. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Den Schlüssel verlegt. Kurz nicht mehr wissen, wo man ist. Solche beängstigenden Momente erleben viele Menschen. Mit diesen Sorgen muss nieman alleinbleiben.

Kreis Ludwigsburg. Der Unterstützerkreis für Menschen mit Vergesslichkeit im Landkreis Ludwigsburg bietet persönliche Gespräche für Menschen an, die unter Gedächtnisproblemen oder einer beginnenden Demenz leiden.

Und so funktioniert’s

Wie das Landratsamt Ludwigsburg mitteilt, besuchen ehrenamtlich Engagierte die Betroffenen zu Hause oder treffen sich mit ihnen zu einem Spaziergang. Sie hören zu, schenken Zeit und Aufmerksamkeit – ganz ohne Druck oder Erwartungen. Die Treffen finden in der Regel alle zwei Wochen statt und dauern ein bis zwei Stunden. Ort und Gestaltung richten sich nach den Wünschen der Teilnehmenden. Bevor die Gespräche beginnen, werde sorgfältig darauf geachtet, dass die beteiligten Personen gut zueinanderpassen, heißt es in der Mitteilung.

Warum Gespräche so wertvoll sind

Fachleute betonten die Bedeutung sozialer Kontakte gerade in der frühen Phase einer Demenz, so das Landratsamt. Regelmäßige Gespräche förderten die geistige Aktivität, stärkten das Selbstvertrauen und würden dabei helfen, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. „Viele Betroffene ziehen sich aus Unsicherheit oder Scham zurück. Ein vertrauter Gesprächspartner kann dabei helfen, Ängste abzubauen, Orientierung zu geben und das Gefühl zu vermitteln, verstanden und angenommen zu werden. Studien zeigen, dass soziale Teilhabe wesentlich zum Wohlbefinden und zur Lebensqualität beiträgt“, sagt Heike Dierbach, Leiterin des Fachbereichs Soziales, Pflege und Versorgungsangelegenheiten beim Landratsamt.

Was das Angebot auszeichnet

Das Angebot zeichnet vor allem vier Dinge aus: Ein offenes Ohr – ohne Bewertung und ohne ungefragte Ratschläge; Zeit und Ruhe – ohne Termindruck oder feste Vorgaben; Raum für Gedanken und Gefühle – Sorgen aussprechen und neue Perspektiven entdecken sowie Wertschätzung und Aufmerksamkeit – ernst genommen werden, so wie man ist.

Wer Interesse hat, muss sich nicht sofort entscheiden. In einem unverbindlichen Informationsgespräch können Fragen geklärt und erste Eindrücke gewonnen werden. Eine Verpflichtung entsteht daraus nicht. Das Angebot ist kostenlos.

Auch Angehörige können sich melden

Oft sind es Angehörige, Freunde oder Nachbarn, die zuerst bemerken, dass jemand Unterstützung gebrauchen könnte. Deshalb sind auch sie eingeladen, Kontakt aufzunehmen. Das Team informiert, berät und überlegt gemeinsam, ob das Angebot des Unterstützerkreises passend sein könnte.

Kontakt: Unterstützerkreis für Menschen mit Vergesslichkeit, Altenhilfe-Fachberatung, Landratsamt Ludwigsburg, Sibylle Kostron, Telefon: (07141) 1442463, E-Mail: unterstuetzerkreis@landkreis-ludwigsburg.de. (red)