Kreis Ludwigsburg. Der dritte Klima- und Energiebericht wurde dem Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt. Er dokumentiert die Entwicklung von Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen sowie den Stand der Umsetzung des Maßnahmenprogramms für die klimaneutrale Verwaltung.
Klimaneutralität als langfristiges Ziel
„Der Klima- und Energiebericht zeigt, dass wir deutliche Fortschritte erzielen und unsere Potenziale zunehmend nutzen. Gleichzeitig macht er deutlich, dass wir uns auf dem Weg zur Klimaneutralität noch nicht auf dem erforderlichen Zielpfad befinden. Umso wichtiger ist es, die wirksamsten Maßnahmen konsequent weiterzuverfolgen und ihre Wirkung regelmäßig zu überprüfen“, sagt Landrat Dietmar Allgaier.
Seit dem Beschluss der Kreisräte im Jahr 2023 verfolgt die Landkreisverwaltung das Ziel, ihre Treibhausgas-Emissionen konsequent zu senken und die Energieversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen. Die aktuellen Zahlen zeigen dabei sowohl Fortschritte als auch weiterhin bestehende Herausforderungen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.
Emissionen weiter rückläufig
Im Jahr 2024 konnte die Emission von Treibhausgasen gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf rund 5.500 Tonnen CO₂-Äquivalente reduziert werden. Gegenüber der Startbilanz aus dem Jahr 2020 entspricht dies einer Minderung von 9,7 Prozent. Der Energieverbrauch lag mit rund 20.800 Megawattstunden etwa auf dem Niveau des Vorjahres und damit 12,7 Prozent unter dem Ausgangswert.
Ausbau erneuerbarer Energien schreitet voran
Ein wichtiger Baustein ist der Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung. Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms am Stromverbrauch der Liegenschaften stieg auf 6,6 Prozent. Im nächsten Jahr ist eine weitere Steigerung zu erwarten, da die Leistung der Photovoltaikanlagen sich seit 2023 mehr als verdoppelt hat und inzwischen bei rund 970 Kilowattpeak liegt. Zudem wurde an mehreren Standorten die Wärmeversorgung auf Fernwärme oder Wärmepumpen umgestellt, so die Mitteilung aus dem Landratsamt.
„Die größten Hebel liegen weiterhin im Bereich Gebäude und Energie“, sagt Andreas Kirschig vom Geschäftsteil Klimaschutz. „Mit den derzeit erarbeiteten Sanierungsfahrplänen schaffen wir die Grundlage, um Investitionen gezielt dort einzusetzen, wo sie die größte Wirkung für Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Energieeinsparung entfalten.“
Schulen leisten wichtigen Beitrag
Besondere Bedeutung kommt den Schulen des Landkreises zu, auf die rund 60 Prozent des Energieverbrauchs der kreiseigenen Gebäude entfallen. Das Projekt „Energiesparmodelle“ wurde Anfang 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die teilnehmenden Schulen konnten ihren Energieverbrauch in den Jahren 2023 und 2024 durchschnittlich um rund elf Prozent senken. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde das Projekt als „Klimaschutz in Schulen“ auf weitere Schulen von Landkreis und Kommunen ausgeweitet.
Die angespannte Haushaltslage bleibt eine Herausforderung. Der Landkreis setzt deshalb auf Maßnahmen, die neben dem Klimaschutz auch langfristig wirtschaftliche Vorteile bieten. Investitionen in Gebäudesanierungen, moderne Heizsysteme und Photovoltaikanlagen tragen dazu bei, Energiekosten dauerhaft zu senken und die Energieversorgung unabhängiger zu machen. (red)
