Bönnigheim. Ziel der Erweiterung ist es, Rückstände aus Haushaltschemikalien oder Arzneimitteln sowie Phosphor noch besser aus dem Abwasser zu entfernen. Das Land unterstützt den Neubau mit knapp 2,7 Millionen Euro, so das Regierungspräsidium Stuttgart (RP).
Verbesserung der Wasserqualität des Mühlbachs
Täglich gelangen Spurenstoffe wie Rückstände aus Haushalts- und Industriechemikalien, Medikamenten oder Pflanzenschutzmitteln mit dem Abwasser in die Kläranlagen, heißt es weiter. Trotz eines hohen Ausbaustandards können dort mit den herkömmlichen Verfahren nicht alle Stoffe ausreichendentfernt werden. Mit der sogenannten vierten Reinigungsstufe – einer weitergehenden Stufe der Abwasserreinigung – werden die Rückstände gezielt aus dem Abwasser entfernt. Bönnigheim erreicht mit dem Bau der vierten Reinigungsstufe somit eine gezielte Verbesserung der Wasserqualität des Mühlbachs. Der Mühlbach nimmt das in der Kläranlage gereinigte Abwasser der Stadt und ihrer Ortsteile auf. Daher wird er mit der neuen Technik deutlich entlastet. Darüber hinaus leistet die vierte Reinigungsstufe einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Phosphor-Eintrags in das Gewässer.
Bau kostet insgesamt 7,7 Millionen Euro
„Mit dieser Investition stärken wir nicht nur den Umweltschutz, sondern auch eine zukunftsfähige Infrastruktur“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay. „So sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere Flüsse sauber bleiben – für die Natur, für uns und für folgende Generationen.“ Die Gesamtausgaben für den Neubau der vierten Reinigungsstufe belaufen sich auf knapp 7,7 Millionen Euro. Bönnigheim erhält für den Bau der Anlage einen Zuschuss des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 2,7 Euro.
Bis Mitte 2028 fertig
Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel: „Es ist gut, dass wir zur Umsetzung unserer gesetzlichen Vorgaben bei der Abwasserbeseitigung diese Landesförderung für unsere Stadtentwässerung erhalten, um bereits heute den Neubau der vierten Reinigungsstufe anzugehen. Dies hilft uns, die steigenden Kosten für den Gebührenzahler abzufedern.“
Die geplante vierte Reinigungsstufe ist eine Kombination aus zwei technischen Hauptkomponenten: Zunächst wird das Wasser durch eine feine Filtereinheit geleitet, die kleinste Feststoffe und den Phosphor entfernt. Dann durchläuft das gereinigte Abwasser eine Schicht aus spezieller Aktivkohle, die gezielt Spurenstoffen bindet. Durch die Kombination dieser Verfahren wird ein Reinigungsgrad erreicht, der den Anforderungen an eine innovative, zukunftsweisende Abwasserbehandlung entspricht. „Die neue Technik entfernt Mikroschadstoffe, bevor sie in die Umwelt gelangen“, so Regierungspräsidentin Bay.
Der Neubau der vierten Reinigungsstufe kann unabhängig vom bestehenden Kläranlagenbetrieb erfolgen und soll bis Mitte 2028 realisiert werden. (red)
