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Lebenslauf: Plan B als erfolgreiche Alternative

Wegen Corona konnte die große Benefizveranstaltung nicht wie geplant stattfinden. Gelaufen wurde stattdessen überall, weltweit – und dabei sind mehr Kilometer zusammengekommen als im Vorjahr.

André Schiele mit Baumstamm auf Spendentour. Foto: privat
André Schiele mit Baumstamm auf Spendentour. Foto: privat

Ditzingen. „Sensationell!“ – diesen Ausruf hatte man an jenem Aprilsonntag 2019 öfters über das Gelände rund um das Schulzentrum in der Ditzinger Glemsaue hören können. Derart begeistert war Moderator Frank Weller über das, was er sah: bestes Laufwetter für die 4727 Teilnehmer, die mehr als 63.000 Kilometer zurücklegten, um so Spenden für die Mukoviszidose-Hilfe und die von der Lungenkrankheit Betroffenen zu sammeln. In diesem Jahr machte Corona dem Benefizlauf einen Strich durch die Rechnung – doch das Prädikat „sensationell“ hat nun laut Zwischenbilanz auch die Alternative verdient.

Zwar lag die Zahl der Teilnehmer von „Plan B“ mit knapp 2700 unter der des Vorjahres. Doch zusammen haben sie in den zwölf Tagen des Aktionszeitraums fast 110.000 Kilometer zurückgelegt. Die größte Überraschung sei aber die Summe der bislang eingegangenen Spenden in Höhe von 87.000 Euro, teilten die Organisatoren nun mit. „Was ein Wahnsinn! Was eine Unterstützung!“, freuen sie sich deshalb über das Erreichte – und über das, was noch kommt, denn noch sei nicht alles erfasst.

Unter den Teilnehmern waren aber nicht nur Einzelläufer aus der Region, die ganz klassisch ihre Runden gezogen haben. Sondern unter anderem auch zwei Frauen, die das in Neuseeland oder Lausanne getan haben, ebenso wie gleich eine ganze Gruppe der Feuerwehr Aidlingen, der Mukoviszidose-Regionalgruppe in Donaueschingen oder in den Partnerstädten in Gyula und Rillieux-la-Pape.

André Schiele hingegen war nur laufen nicht genug: Er trug auf seiner 25 Kilometer langen Tour via Bietigheim und Besigheim und am Neckar zurück nach Ingersheim einen 14,5 Kilogramm schweren Baumstamm auf den Schultern. Und für ihn war das doppelt „Plan B“, schließlich wollte er ursprünglich zuvor gesammelte Spenden in Ein-Euro-Münzen umtauschen und je nach Summe eine bestimmte Länge auf dem Glems-auenkurs mittragen, ein Stamm wäre erst ab 1000 Euro zum Einsatz gekommen und auch dann mit steigendem Gewicht. Doch weil das Sammeln durch Corona erschwert wurde, entschied er sich am ursprünglichen Termin zu Beginn des Plan.B-Zeitraums zu einem Lauf auf seiner „Stammstrecke“, samt Baum und 250 Euro in Münzen im Rucksack. Auf seiner Tour kam dann noch von Passanten einiges zusammen, sodass er „am nächsten Tag 336 Euro mit Freude überweisen konnte“, berichtet er.

Und die Freude ist auch dank solcher Einsätze bei den Organisatoren groß: „Somit ist in diesen schwierigen Zeiten die medizinische Versorgung der Mukoviszidose-Patienten gesichert und wir können durchatmen.“

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