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Tiere

Liebe zum Hund wird zum Beruf

Nadine und Markus Herrmann harmonieren privat und als Trainerteam in ihrer eigenen Hundeschule. Unterstützung bekommt das Hemminger Paar dabei von Balou, seinem Assistenten mit der feuchten Schnauze.

Seit 2018 betreiben Nadine und Markus Herrmann ihre Hundeschule in Münchingen. Foto: Holm Wolschendorf
Seit 2018 betreiben Nadine und Markus Herrmann ihre Hundeschule in Münchingen. Foto: Holm Wolschendorf

Hemmingen. Sie sind ein eingespieltes Team: Nadine und Markus Herrmann und ihr vierjähriger Labrador Retriever Balou – und das nicht nur privat. Die Eheleute aus Hemmingen haben vor rund zwei Jahren ihre gemeinsame Liebe zum Hund zum Beruf gemacht. Offiziell durchgestartet ist das junge Paar mit seiner eigenen Hundeschule Anfang 2018 nachdem es im Vorjahr seine Sachkunde nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes nachweisen konnte und vom Veterinäramt damit die Erlaubnis bekamen als Hundetrainer tätig zu sein. Zuvor machte es an der Hundeacademy in Kornwestheim eine Ausbildung zum Hundetrainer und Verhaltensberater. Nun stehen Nadine und Markus Herrmann mit ihrer Hundeschule Nachbars Lumpi anderen Frauchen und Herrchen mit Rat und Tat zur Seite, in Einzeltrainingsstunden bei konkreten Problemen und in Gruppenkursen.

Quartier bieten den Existenzgründern dabei die Hundefreunde Münchingen auf ihrem Vereinsgelände. Geübt werde aber nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei Lernspaziergängen, merkt Markus Herrmann an. Denn das Ziel sei es, dass die Hunde ihre Menschen zuverlässig im Alltag begleiteten – nicht mehr und nicht weniger.

Vom Kindergarten für Welpen über die Grundschule für Junghunde bis hin zu Spielplatzgruppen und Krimitouren in die nahe Umgebung für erwachsene Vierbeiner reicht das Angebot des Hundetrainerpaars, die nach dem Prinzip der positiven Bestärkung mit Leckerli, Spiel und Streicheleinheiten für die tierischen Schüler arbeiten. Meist mit dabei ist Balou. „Er ist ein guter Assistent und macht das auch gerne“, so Markus Herrmann über den freundlichen Rüden. So helfe er ihnen im Welpen-Kindergarten etwa das Wesen der Hundekinder einzuschätzen, indem er zu wilde Draufgänger diszipliniere. „Er ist ein verlässlicher Scherif“, stimmt Nadine Herrmann zu. Aber auch beim Begegnungstraining mit unverträglichen Artgenossen verdingt er sich als Trainingscoach und gelassenes Vorbild.

Durch ihren Assistenten mit der feuchten Nase, der erste gemeinsame Hund der beiden, sind Herrmanns zudem erst auf die Idee gekommen, eine Hundeschule zu gründen. Bei Begegnungen auf Spaziergängen sei ihnen aufgefallen, dass es in vielen Mensch-Hund-Beziehungen kriselt. Ihre Beobachtung: „Da wo es schlecht läuft, liegt es am Menschen nicht am Hund, obwohl sich die Probleme am Hund zeigen“, sagt Markus Herrmann, „denn viele denken nicht darüber nach, was ein Hund braucht, bevor sie sich einen anschaffen.“ So ist Nachbars Lumpi vor allem eine Menschenschule, in der nicht allein die bellenden Schüler unterrichtet werden, sondern Frauchen und Herrchen auch zu Hundeelternabenden eingeladen werden zu Themen wie Körpersprache, Hundeverhalten, Pubertät.

Eine harmonische Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeinern ist also das Lernziel. Bekanntlich führen indes viele Wege nach Rom, auch in der Hundeerziehung. Ist sich das Trainerpaar da immer einig? „Dadurch, dass wir schon vorher lange gemeinsam gearbeitet haben, sehen wir Sachen sehr ähnlich“, antwortet Nadine Herrmann, „und wir sind gut darin, Meinungsverschiedenheiten auszudiskutieren.“ Kennengelernt haben sich die 32-Jährige aus Stuttgart-Neuwirtshaus und der 36-Jährigen aus Spiegelberg (Rems-Murr-Kreis) über die Arbeit als Angestellte einer Werbeagentur. Inzwischen sind die beiden Werbefachleute neben ihrer Hundeschule zusammen freiberuflich tätig: Er kümmert sich ums Texten, sie ums Grafische. Das Ziel sei es allerdings, zu 100 Prozent als Hundetrainer und Verhaltensberater zu arbeiten.

Info: Weitere Informationen und Kontakt unter: www.nachbarslumpi.com,

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