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Corona

Long-Covid: Anlaufstelle im Kreis

Die regionale Kliniken-Holding hat in Ludwigsburg eine neue Ambulanz für Long-Covid-Patienten eröffnet. Allein im Kreis könnten Tausende unter dem Syndrom leiden.

Long-Covid hat viele Gesichter. Damit die passende Therapie für die individuell vorliegenden Symptome gefunden wird, bedarf es eingehender Diagnostik. Dabei kann die neue Ambulanz am Ludwigsburger Klinikum zum entscheidenden Portal werden. Foto: Seba
Long-Covid hat viele Gesichter. Damit die passende Therapie für die individuell vorliegenden Symptome gefunden wird, bedarf es eingehender Diagnostik. Dabei kann die neue Ambulanz am Ludwigsburger Klinikum zum entscheidenden Portal werden. Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Kreis Ludwigsburg/Berlin. Völlige Erschöpfung, Atemnot, Gedächtnisstörungen, Gelenkschmerzen – eine Ansteckung mit dem Coronavirus kann viele Spät- und Langzeitfolgen nach sich ziehen, auch nach mildem Verlauf und mitunter sogar erst Monate nach der Infektion. Zwischen zehn und über 30 Prozent der Infizierten sollen nach neuen Schätzungen davon betroffen sein. Das wären allein im Kreis Ludwigsburg bis zu 8000 Menschen.

Weil die Symptome so vielfältig und selten eindeutig zuordenbar sind, ist eine rasche und gründliche Diagnostik für den Therapieverlauf der Patienten wesentlich. Hier setzt die neue Long-Covid-Ambulanz der RKH an, die in der Notaufnahme im Ludwigsburger Klinikum untergebracht ist. Sie verbindet die diagnostischen Möglichkeiten eines Krankenhauses der Maximalversorgung mit ihren stationären Erfahrungen mit Coronapatienten. Nach der Erstdiagnostik leitet sie die Betroffenen zur Therapie an niedergelassene Fachärzte und kooperierende Reha-Einrichtungen für die infrage kommenden Fachdisziplinen – wie Neurologie, Kardiologie, Pneumologie oder Orthopädie – weiter.

Das Bundesgesundheitsministerium wirbt zum Schutz vor einer erneuten Coronawelle und vor Langzeitfolgen bei Ansteckungen für eine deutliche Kraftanstrengung bei den Impfungen in den kommenden Wochen. Erreicht werden müsse eine Quote von „deutlich über 70 Prozent“ vollständig Geimpfter in der Gesamtbevölkerung, um den Herbst und Winter gut erreichen zu können, hieß es gestern aus Ministeriumskreisen.

Wie die Lage mit der stärkeren Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Virusvariante dann sein werde, entscheide sich jetzt in den nächsten sechs bis acht Wochen. Nach Modellrechnungen mache die Schwelle 70 Prozent bei der Impfquote einen entscheidenden Unterschied, die Auslastung der Intensivstationen niedrig zu halten. Wichtig seien nun Gelegenheiten zu unkomplizierten Impfungen vor Ort, hieß es weiter.

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