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Magnolien überstehen Kälteeinbruch nicht

Schnee am Ostermontag, ein knackiger Wind am Dienstag und kalte Nächte die ganze Woche: Der Wintereinbruch im April macht vielen Pflanzen zu schaffen. Besonders Magnolien, aber auch Kirschbäume haben Schaden genommen.

Die erfrorenen Blüten an der Magnolie werden braun. Foto: Holm Wolschendorf
Die erfrorenen Blüten an der Magnolie werden braun. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Der Schnee ist dabei weniger das Problem, im Gegenteil er legt sich wie eine schützende Hülle über die Knospen. Der Frost aber hat den bereits wunderschön pink blühenden Magnolien so zugesetzt, so dass viele der handgroßen Blüten erfroren und nur noch braun sind. Auch die japanischen Zierkirschen waren früh dran und nahmen Schaden. „Unsere heimischen Arten aber sind an die Fröste angepasst und können einen Kälteeinbruch vertragen“, betont Joachim Lösing vom BUND Marbach-Bottwartal. Zwetschgenbäume, Schlehen und Felsenkirschen kämen gut zurecht. Kirschpflaumen, die Kirschen vom Aussehen ähneln, blühten ebenfalls schon, dienten aber „nur“ als Wuchsunterlage, auf die edle Sorten später aufgepropft werden. „Die Kirschpflaumen verselbstständigen sich, wenn sie nicht gepflegt werden. Die sieht man gerade auf den Streuobstwiesen blühen“, so Lösing. Die bereits erblühten Kirschbäume überlebten die Frostnächte wahrscheinlich aber nicht.

„Die ersten Kirschen haben in warmen Lagen schon geblüht“, berichtet Volker Godel, Kreisvorsitzender der Obst- und Gartenbauvereine. Er habe aber noch keine Schadensmeldungen von seinen Mitgliedern bekommen. Einige besprühten ihre Obstbäume mit Wasser, um sie vor Frost zu schützen. Pflanzen werden bei der Frostberegnung mit sehr feinen Wassertröpfchen besprüht. Beim Gefrieren des Wassers wird auf den Pflanzen Kristallisationswärme freigesetzt, so dass in der Regel Blätter und Blüten vor Frostschäden bewahrt werden. Das Gemisch aus Eis und Wasser hält die Temperatur um den Gefrierpunkt, wobei die Blüten keinen Schaden nehmen. Godels eigene Wiesen liegen in 450 Meter Höhe, dort habe es am Ostermontag eine geschlossene Schneedecke gegeben, was aber nicht schlimm sei, da die Vegetation dort ohnehin weiter zurück sei. Als Nächstes würden nun Birnen- und Apfelbäume blühen, das könne aber noch ein, zwei Wochen dauern, je nachdem wie lange die Kälteperiode andaure. Die Knospen seien schon ausgebildet, nähmen aber nur Schaden, wenn es tatsächlich einige Tage Frost geben sollte. Die Natur wisse sich aber dennoch zu helfen, beruhigt Lösing. Häufig trieben die betroffenen Bäume zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aus. Und die Frühblüher haben noch einen weiteren Vorteil: Wer den Frost übersteht, hat später im trockenen Sommer Vorteile, da er den Nachbarn das Wasser abgraben kann.

Jungvögel haben ebenfalls mit der Kälte zu kämpfen. „Bei Dauerregen erfrieren sie“, weiß Lösing. Dies sei aber der Lauf der Natur: Jeder zweite Jungvogel überstehe die ersten Lebenswochen nicht, jeder vierte erreiche nicht das nächste Jahr. „Die Jungvögel fliegen auch zu tief, da muss die Katze praktisch nur die Pfote ausstrecken und sie hat ihre Beute“, so Lösing.

Unbeschadet ist der Wein davongekommen. „Die Vegetation ist noch nicht so weit, höchsten an manchem Wengerterhäuschen, wo die Sonne längere Zeit draufknallte“, sagt Matthias Hammer, Vorsitzender der Marbacher Weingärtner. Auch in den nächsten ein, zwei Wochen passiere nichts, weshalb Hammer die Wettervorhersage gelassen verfolgt. Der Frost jetzt sei sogar besser. Die Blüte beginne entsprechend später, wenn die Gefahr von Frostnächten nicht mehr so groß sei.

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