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Feuerwehrmagazin

Nach dem Bürgerentscheid in Möglingen: Vorerst herrscht wieder Ruhe im Ort

Noch im Dezember wurde in Möglingen heftig diskutiert, wo denn die neue Feuerwache gebaut werden soll. Bei einem Bürgerentscheid wurde darüber abgestimmt und der Vorschlag von Verwaltung und Feuerwehr bekam die Mehrheit. Inzwischen geben sich die Parteien recht gelassen —vorerst.

Die alte Feuerwache ist in die Jahre gekommen. Die neue soll an der Stammheimer Straße gebaut werden.Archivfoto: Andreas Becker
Die alte Feuerwache ist in die Jahre gekommen. Die neue soll an der Stammheimer Straße gebaut werden.Archivfoto: Andreas Becker

Möglingen. Ende vergangenen Jahres ging es im Ort hoch her. Eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet und eine Abstimmung über die zukünftige Feuerwache erzwungen. Ausgangspunkt waren die Planungen von Verwaltung und Feuerwehr für eine neue Feuerwache. Nach einem Suchlauf hatte sich die Verwaltung für einen Standort am Ortsrand in der Stammheimer Straße ausgesprochen. Dagegen lief die Bürgerinitiative Sturm. Für sie war der neue Standort denkbar ungeeignet und gefährde Kinder auf ihrem Schulweg. Für sie wäre ein Standort an der Schwieberdinger Straße oder ein Ausbau der bestehenden Feuerwache sinnvoller.

Der Bürgerentscheid zeigte ein klares Votum: 56,3 Prozent der Möglinger sprachen sich für den Standort der Gemeinde und der Feuerwehr aus, die Wahlbeteiligung in Möglingen lag bei 41,4 Prozent.

Vor der Entscheidung wurde in Möglingen mit harten Bandagen gekämpft, doch inzwischen scheint der Streit stark abgeflaut zu sein. „Daran scheint die Winterpause mit Weihnachten und Neujahr sowie Corona Schuld zu sein. Doch auch sonst scheint das Thema durch zu sein, zumindest bei uns bei der Feuerwehr“, sagt Frank Sigloch, stellvertretender Feuerwehrkommandant im Ort. Er habe unter den Kollegen bei der Feuerwehr herumgefragt und sei froh, dass sich die Sache jetzt gelegt habe. Sigloch hofft, dass die Ruhe jetzt auch bleibe, schließlich habe der Verwaltungsvorschlag in allen Stimmbezirken eine Mehrheit bekommen. Auch unter den Feuerwehrleuten hatte es Unterstützer der Bürgerinitiative gegeben. Sigloch: „Es war für mich eine große Erfahrung, wie viel Ignoranz unterwegs sein kann“.

Auf der anderen Seite wurde das Ergebnis zähneknirschend zur Kenntnis genommen. „Die Lage hat sich beruhigt, das ist richtig. Doch wir wurden zuvor von der Verwaltung niedergemacht. Die Bürgerinitiative hält jetzt mal still – vorerst“, sagt Edgar Blank. Er will jetzt erst einmal, die Ursachen für den Brand im Möglinger Ortskern abwarten. Falls diese mit dem Streit um den Standort der neuen Feuerwache zu tun haben, dann müsse die Sache nochmals neu überdacht werden.

Aus dem Gemeinderat kommt unterdessen Lob für die Feuerwehr. Der Freie Wähler Ulrich Knoll bemerkt: „Für die Mitglieder der Feuerwehr waren die Monate vor dem Bürgerentscheid wahrlich eine Zerreisprobe. Deshalb meinen Dank für die Sachlichkeit und Zurückhaltung. Sie spielten mit offenen Karten. Beim Retten, Löschen, Bergen und Schützen stets vorne mit dabei. Bei der Diskussion um den neuen Standort betont unaufdringlich“, so die Einschätzung von Ulrich Knoll. Möglingens Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer ist ebenfalls froh, dass die Diskussion jetzt ein Ende hat. „Ich glaube, daran ist auch Corona Schuld. Über die Feiertage hat sich die Sache sehr beruhigt. Ich persönlich habe von der Bürgerinitiative nichts mehr gehört. Auch hier ist es recht still geworden, wie im Ort eben auch.“ Ein weiterer Grund für die beruhigte Lage könnte aber auch sein, dass sich die Bürgermeisterin aktuell im Urlaub befindet und daher kaum in Möglingen unterwegs ist.

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