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Marode Infrastruktur
Neckarbrücke Besigheim: Einbahnstraße und deutlich mehr Tempo gefordert

Im Fokus: die gesperrte Neckarbrücke.
Im Fokus: die gesperrte Neckarbrücke. Foto: Holm Wolschendorf
Nach der Vollsperrung der Neckarbrücke fordert CDU-Bundestagsabgeordneter Fabian Gramling eine Beschleunigung des Ersatzneubaus.

Besigheim. Als Übergangslösung solle unverzüglich geprüft werden, ob die Brücke zumindest für Autos als Einbahnstraße geöffnet werden könne, fordert der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Fabian Gramling. Von der Vollsperrung seien insbesondere die Anwohner im Neusatz sowie Pendler, der Busverkehr sowie Schülerinnen und Schüler betroffen.

„Situation nicht hinnehmbar“

„Die aktuelle Situation ist für die Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar. Die Vollsperrung führt zu erheblichen Einschnitten im Alltag. Das führt zu Umwegen, zusätzlichen Belastungen in den Nachbarorten und großen Problemen im öffentlichen Nahverkehr. Planung und Bau des Ersatzneubaus müssen deshalb jetzt mit höchster Priorität vorangetrieben werden“, erklärt Fabian Gramling. Parallel dazu müsse eine tragfähige Übergangslösung gefunden werden: „Die notwendigen Untersuchungen der Brücke müssen selbstverständlich sorgfältig erfolgen. Gleichzeitig muss unverzüglich geprüft werden, ob zumindest für Autos eine Einbahnregelung möglich ist – gegebenenfalls verbunden mit einer Gewichtsbeschränkung. Sofern dies statisch verantwortbar ist, sollte eine solche Lösung während der Planungs- und Bauvorbereitung eingerichtet werden. Eine jahrelange Vollsperrung darf nicht einfach hingenommen werden.“

Drei Teilbauwerke gebündelt planen

Bereits Anfang Mai hatte Gramling Regierungspräsidentin Susanne Bay schriftlich auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen. Darin forderte er unter anderem eine beschleunigte Planung des Ersatzneubaus, schnellere Bau- und Vergabeverfahren, verkehrslenkende Maßnahmen, einen regelmäßigen Runden Tisch sowie die Prüfung von Interims- und Alternativlösungen.

Zugleich warnte er ausdrücklich vor einer ungeplanten Vollsperrung ohne vorbereitetes Verkehrs- und Notfallkonzept. Mitte Juni teilte das Regierungspräsidium mit, dass sich die Vorplanung in der Schlussphase befinde. Die drei Teilbauwerke sollten gebündelt geplant und verschiedene Bauweisen mit einem hohen Vorfertigungsgrad geprüft werden. Planung, Vergabe und Bau sollten so schnell wie möglich erfolgen. Die jüngsten Schäden und die inzwischen eingetretene Vollsperrung haben diese Planungen nach Ansicht Gramlings jedoch bereits wieder überholt.

„Baubeginn 2030 nicht hinnehmbar“

„Ein möglicher Baubeginn erst im Jahr 2030 ist angesichts der aktuellen Lage nicht mehr vermittelbar. Die Brücke muss jetzt ganz nach oben auf die Prioritätenliste“, betont Gramling. Er kündigt an, sich erneut an das Regierungspräsidium Stuttgart zu wenden. „Es darf jetzt zu keinen weiteren vermeidbaren Verzögerungen kommen. Die Menschen erwarten zu Recht, dass entschlossen gehandelt wird.“

Und Achim Schober, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Besigheim, fordert: „Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz hat der Bund zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Diese Instrumente müssen jetzt auch in Besigheim konsequent genutzt werden.“ (red)