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Investition in Infrastruktur
Neue Sporthalle in Erdmannhausen zu akzeptablem Preis

Bürgermeister Marcus Kohler, Rektorin Beate Hartmann-Matter und Planer Jochen Wilfert mit dem obligatorischen Schlüssel. Fotos: Andreas Becker
Bürgermeister Marcus Kohler, Rektorin Beate Hartmann-Matter und Planer Jochen Wilfert mit dem obligatorischen Schlüssel. Fotos: Andreas Becker
Die neue Halle glänzt mit Ausblick ins Freie und moderner Ausstattung.
Die neue Halle glänzt mit Ausblick ins Freie und moderner Ausstattung.
Es ist eine Sportstätte, die fit ist für die nächsten Jahrzehnte und die am Samstag mit einiger Verspätung offiziell eingeweiht wurde. Die neue Schulsporthalle überzeugte die Besucher beim Tag der offenen Tür, an dem sich auch die Kita Zwergenland und die Schulkindbetreuung der Astrid-Lindgren-Grundschule beteiligten. Auch die Kosten blieben im Rahmen.

Erdmannhausen. Alt steht direkt neben neu: Die ausgemusterte Halle, die derzeit vom Tennisclub genutzt wird, in mausgrauem Waschbeton der 1970er Jahre und daneben der farbenfrohe Neubau in frischen grünen Tönen in Kombination mit anthrazitfarbenen Variationen in Klinker. Drinnen auf der kleinen Zuschauerempore lenkt bei Tageslicht der Blick hinaus vom Geschehen auf dem Spielfeld ab: Das Panorama, das sich von dort aus bietet, ist sensationell. Das Tor zum Bottwartal und darüber hinaus öffnet sich.

Dafür haben die Schüler und Sportler aber am Samstag kein Auge. Sie interessieren Bewegung, Training, Erfolge. Die Basis dafür ist mit der Einrichtung gelegt. Sie entspricht den modernen Anforderungen für den Breiten- und Spitzensport in den Vereinen sowie denen eines zeitgemäßen Sportunterrichts.

Gymnastikraum wird rege genutzt

„Sporthallen sind grundsätzlich wegen der Kosten ein sehr heikles kommunalpolitisches Thema“, begrüßte Bürgermeister Marcus Kohler die geladenen Gäste zur Eröffnung. Vereine, Schulen, Kinderbetreuung würden sich aber die teuren Einrichtungen teilen. Sport sei ein Gesundheitsfaktor in jedem Alter. Deshalb freue er sich, dass Erdmannhausen nunmehr über zwei wettkampftaugliche Hallen verfüge.

Die Gemeinde habe sich mit der neuen Immobilen eine gute und hochwertige Halle geleistet, so Kohler. Sowohl die Größe als auch die Raumaufteilung seien „absolut gelungen“. Der Gymnastikraum sei wie die Halle ständig ausgebucht. „Das zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, diesen mitzubauen.“

Der Spatenstich für die Halle erfolgte zusammen mit der damaligen Bürgermeisterin Birgit Hannemann am 27. Februar 2019. Die tatsächliche Inbetriebnahme war dann im Januar 2021. Die Halle sei ein Meisterstück des Architekturbüros Knecht aus Ludwigsburg, so Kohler. Qualitativ sehr hochwertig füge sie sich vom Bau selbst und der Fassadengestaltung inklusive des Farbkonzeptes hervorragend in die Umgebung ein, schwärmte der Bürgermeister. 5,2 Millionen Euro seien ein akzeptabler Preis dafür, zumal die Kosten so nicht über der Schätzung von 2018 liegen. Dazu habe es noch Zuschüsse über eine Viertel Million gegeben.

Der Diplom-Ökonom Marcus Kohler rechnete vor: Für so eine Halle müsse die Gemeine 50 Jahre lang 8400 Euro monatlich an Abschreibung zahlen. Dazu kommen Nebenkosten wie Heizung, Strom und Reinigung. „Ich denke, es ist generell wichtig, sich auch der Kosten bewusst zu werden, die solche öffentlichen Investitionen bedeuten.“

Kindgerechter Bewegungsparcours und Slackline

Aber das Geld zahle sich aus. Denn nicht nur die Schule sei Nutzer der Halle, sondern auch die Schulkindbetreuung. Und das schon seit knapp zwei Jahren, wenn auch wegen Corona teils nur eingeschränkt. Covid hat auch wegen Erkrankungen der Bauarbeiter den Bau um ein halbes Jahr verzögert, sagte der Geschäftsführer des Planungsbüros Knecht, Jochen Wilfert, bekannt für Sporthallenbauten. Der weist zudem auf die Besonderheiten dieses Gebäudes hin: Wettkampftauglichkeit für alle Sportarten bis auf Handball, ein Trennvorhang, vier Umkleiden mit Duschen, extragroße Geräteräume, die für diese Größe eigentlich unübliche Zuschauerempore, Theke mit Teeküche vor allem aber Sportgeräte der neuesten Generation mit kindgerechtem Bewegungsparcours und Slackline, die am Samstag gleich von den Besuchern ausprobiert werden konnten.

Rektorin Beate Hartmann-Matter ist ebenfalls begeistert: „Einfach nur genial“, lobte sie. Nicht nur, aber auch, weil auf die Lehrer geachtet wurde. Denn der Lärmpegel, den Kinder beim Sport verursachen können, wird schallgedämpft. Und es riecht wegen der Lüftungsanlage auch nicht permanent nach „Umkleidekabine“. „Wunderschön das alles,“ atmete sie tief durch.

Photovoltaikanlage auf dem Dach

Der Neubau ist außerdem für die Zukunft gebaut: Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage mit 30 kwp installiert. Die produziert Solarstrom, der in erster Linie für die Schule und den Kindergarten Löwenzahn genutzt wird. Die Schulsporthalle wurde auch dazu genutzt, einen Heiz-Energieverbund im Rahmen der Nahwärmeversorgung zu schaffen.

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