Kreis Ludwigsburg. Nach dem diese Woche bereits in Karlsruhe und Baden-Baden sowie in Freiburg im kommunalen Nahverkehr gestreikt wurde und außerdem Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in einigen Städten und Gemeinden jeweils für einen Tag die Arbeit niedergelegt hatten, wird die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach eigenen Angaben die Warnstreiks in der kommenden Woche deutlich ausweiten. Am Donnerstag, 6. Februar, wird davon auch der gesamte Landkreis Ludwigsburg betroffen sein. Welche Bereiche genau bestreikt werden, steht noch nicht fest.
Ab Montag werden grundsätzlich Beschäftigte aus Kindertagesstätten, Kliniken, Stadtverwaltungen und Landratsämtern, Sparkassen, Jobcentern und Arbeitsagenturen, Stadtwerken und auch aus dem kommunalen Nahverkehr zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Damit reagiert Verdi laut einer Pressemitteilung auch auf die Stimmung in den Dienststellen: Dort seien die Beschäftigten empört über den Kurs der Arbeitgeber in dieser Tarifrunde. Denn zahlreiche Bürger- und Oberbürgermeister hätten bereits offen damit gedroht, öffentliche Dienstleistungen wegen der Forderungen zu kürzen.
Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr
Verdi fordert in der Tarifrunde 2025 für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, „um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen“.
„Die Streiks sind absolut unnötig und angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einem Forderungsvolumen von rund 15 Milliarden Euro völlig aus der Zeit gefallen“, sagte dagegen Wolf-Rüdiger Michel, Landesvorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Baden-Württemberg (KAV), zu den ersten Warnstreiks in dieser Woche.
Arbeitgeber: Streiks „aus der Zeit gefallen“
Die öffentlichen Arbeitgeber hätten noch mit den erheblichen Kostenauswirkungen der letzten Tarifrunde, die den Beschäftigten 2024 im Durchschnitt einen Gehaltszuwachs von 11,35 Prozent gebracht hat, zu kämpfen. Die neuen Gewerkschaftsforderungen würden weitere Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich ausmachen.
Die Tarifverhandlungen werden am 17. und 18. Februar fortgesetzt. (fri)


