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LKZ-Impulse

Online-Talk zur Schulentwicklung

Nach fünf Jahren sollen die Freiberger erneut darüber abstimmen, ob es künftig weiterhin in allen drei Stadtteilen eine Grundschule geben soll. Als Alternative stehen zwei Standorte zur Debatte. In der Reihe LKZ-Impulse soll am Mittwoch, 22. September, ab 19 Uhr darüber diskutiert werden.

Dirk Schaible, René Coels, Sibylle Schieck und Harald Schönbrodt (im Uhrzeigersinn von oben links).
Dirk Schaible, René Coels, Sibylle Schieck und Harald Schönbrodt (im Uhrzeigersinn von oben links).

Freiberg. Folgende Frage gilt es beim Bürgerentscheid am 26. September mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten: „Sind Sie dafür, dass die Flattichschule und die Kasteneckschule am Standort Kasteneck zusammengeführt werden, und dass die Grünlandschule am Standort Grünlandstraße erhalten bleibt?“

Dem Bürgerentscheid im Dezember 2016 ging ein Beschluss des Gemeinderats voraus, der sich mit deutlicher Mehrheit für den Neubau einer zentralen Grundschule am Kasteneck-Park entschieden hatte. Verwaltung und Ratsmitglieder erhofften sich damit mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit für die Freiberger Grundschüler. Die Sanierung der alten Grundschulgebäude erschien zu teuer. Eine Bürgerinitiative ging gegen den Gemeinderatsbeschluss vor, indem sie einen Bürgerentscheid herbeiführte, bei dem sich die Mehrheit der Wähler für den Erhalt der drei Grundschulen ausgesprochen hatte.

Weitere bauliche Mängel an den Gebäuden sowie der Brandschutz, dem Priorität eingeräumt werden musste, verzögerten die Sanierungsmaßnahmen. Hinzu kam die vom Land Baden-Württemberg angestrebte und von immer mehr Eltern geforderte Einführung der freiwilligen und kostenlosen Ganztagsschule. Dadurch haben sich laut der Stadtverwaltung die Anforderungen an die Grundschulen verändert. Denn: Die Ganztagsschule erfordere ein deutlich größeres und verändertes Raumprogramm. Weil die Stadtverwaltung die Anforderungen in drei Grundschulstandorten kaum für umsetzbar erachtet, wurde eine Lösung mit zwei Grundschulstandorten in Betracht gezogen. Diese Variante sollte den Bürgern vorgestellt werden. Gleichzeitig sollen diese auch entscheiden, welche Variante – zwei oder drei Standorte – die beste für die Kinder ist.

In einer vierzügigen Grundschule – so die Argumentation der Verwaltung – könnten mit der kostenfreien Ganztagsschule und der Halbtagsschule gleich zwei Schulformen angeboten werden. Deshalb sieht die Stadtverwaltung die Zusammenführung der Flattich- und der Kasteneckschule am Standort Kasteneck als sinnvolle Alternative an. Eltern hätten dann für ihre Kinder an der vierzügigen Schule die Wahl zwischen Ganztags- und Halbtagsschule und können die Schulform während der Grundschulzeit wechseln. An der Grünlandschule werde es dann weiterhin ein Halbtagsschulangebot mit zusätzlicher kommunaler Betreuung geben.

Mittlerweile hat sich unter der Federführung von Sibylle Schieck eine „Elterninitiative zukunftsfähige Grundschulen für Freiberg am Neckar“ gegründet, die sich im Vorfeld des Bürgerentscheids für zwei Standorte und einen kostenlosen Ganztagsbetrieb ausspricht. Sie setzt sich für qualifizierten Unterricht in modernen Schulgebäuden ein und plädiert daher für zwei moderne Schulstandorte, an denen flexibel auf den immer mehr wachsenden Bedarf an Ganztagsschulen reagiert werden kann.

Harald Schönbrodt machte sich vor fünf Jahren bereits für den Erhalt der drei Grundschulen stark. Jede neue Variante würde einen infrastrukturellen Mehrwert zunichte machen, meint er. Kleinere Schulen würden sich besser auf das pädagogische Klima auswirken und die Identifikation der Schüler mit ihrer Schule stärken.

In der Reihe LKZ-Impulse werden Sibylle Schieck und Harald Schönbrodt am Mittwoch, 22. September, ab 19 Uhr ihre Positionen darlegen. Im Livestream, der auf dem Youtube-Kanal der Ludwigsburger Kreiszeitung übertragen wird, stellen sie sich als Teilnehmer der Online-Podiumsdiskussion den Fragen der Redakteure Dr. Stephan Wolf und Frank Elsässer. Leser können vorab Fragen zusenden (kreisredaktion@lkz.de) und sich auch während der Veranstaltung über die Kommentarfunktion bei Youtube beteiligen. Zugesagt haben außerdem Bürgermeister Dirk Schaible sowie der geschäftsführende Schulleiter aller Freiberger Schulen, René Coels. Die Veranstaltung wird coronakonform abgehalten.

Info: Zugang zum Talk im Internet über lkz.de/impulse oder über Facebook und Instagram-Live.

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