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Zusammenlegung

Polizei zieht im Sommer um

Die Polizeibeamten in Kirchheim bekommen im Sommer Verstärkung: Dann nämlich werden die Bönnigheimer Kollegen zu ihnen ziehen. Die Zusammenlegung wurde im Zuge der Polizeistrukturreform beschlossen. Wo der größere Polizeiposten unterkommen soll, ist auch schon klar – in einem Neubau in der Ortsmitte. Dessen Bau hat allerdings noch nicht einmal begonnen. Deswegen finden die Bönnigheimer vorerst im Rathaus Unterschlupf.

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Kirchheim/Bönnigheim. Die Entscheidung, die vor zwei Jahren vom Polizeipräsidium Ludwigsburg verkündet wurde, rief unterschiedliche Reaktionen hervor: Kirchheim freute sich, dass der örtliche Polizeiposten nicht nur bestehen bleibt, sondern auch ausgebaut wird. In Bönnigheim hingegen war die Enttäuschung groß, dass der örtliche Polizeiposten der Strukturreform zum Opfer fallen sollte. Wie berichtet, begründete die Polizei die Zusammenlegung damit, dass kleine Polizeiposten mit nur drei oder weniger Mitarbeitern Nachteile mit sich brächten. Etwa, dass es viele administrative Aufgaben zu erledigen gebe, die während der Arbeitszeit jedoch kaum zu bewältigen seien. Deswegen fiel der Entschluss, die gemeinsame Dienststelle in Kirchheim anzusiedeln – dort sei die Pro-Kopf-Belastung höher.

Die Kirchheimer Polizei hat ihren Sitz im Erdgeschoss des historischen Rathauses (siehe Foto/Gebäude links). Die dortigen Räume entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheitsvorgaben, weswegen vor einiger Zeit beschlossen wurde, dass der Polizeiposten in den Neubau schräg gegenüber ziehen soll. Auf dem Areal Badgasse/Hauptstraße wird ein privater Investor bestehende Gebäude abreißen und einen Neubau mit Wohnungen errichten, im Erdgeschoss wird dann Platz für den Polizeiposten sein. Doch noch haben nicht einmal die Abrissarbeiten begonnen. „Es hat sich insgesamt sehr verzögert“, sagt Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold. Das hat mehrere Gründe, einer davon ist, dass der Polizeiposten durch die zwischenzeitlich beschlossene Zusammenlegung von drei auf sechs Beamte anwächst. Das musste in den Plänen natürlich berücksichtigt werden.

Bis der Neubau steht, kann es also noch etwas dauern. Doch die Bönnigheimer Polizei wird schon jetzt im Sommer nach Kirchheim ziehen, denn der Mietvertrag für ihre derzeitigen Räume im Bönnigheimer Rathaus läuft Ende August aus. „Das Polizeipräsidium strebt daher einen Umzug der Kollegen des Postens Bönnigheim im Juni oder Juli an“, erklärt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg auf Nachfrage.

Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel sagt, nachdem die Polizei mitgeteilt habe, dass sie Bönnigheim Anfang September verlassen werde, sei der Mietvertrag in gegenseitigem Einvernehmen gekündigt worden. Auch wenn die Stadtverwaltung den dann frei werdenden Büroraum samt Nebenraum für ihre Mitarbeiter gut gebrauchen kann, so ist der Weggang der Polizei noch immer schwer zu verdauen. „Ich bedauere es nach wie vor sehr, dass die Polizei durch die Zusammenlegung der Posten die Ansiedlung in Kirchheim beschlossen hat“, erklärt Dautel. Er hätte dem Posten sehr gerne und auch kurzfristig geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, um den gemeinsamen Posten in Bönnigheim zu haben – „leider ist die interne Entscheidung für Kirchheim gefallen“. Doch man werde weiterhin sehr eng und in gutem Miteinander mit den Mitarbeitern des Polizeipostens zusammenarbeiten und sich regelmäßig austauschen.

Stichwort Austausch: Den gibt es auch jetzt schon zwischen den beiden Polizeiposten. „Die Polizei kooperiert ohnehin schon. Jetzt gibt es keine räumliche Distanz mehr“, sagt Uwe Seibold. Wobei zunächst aber ein paar Stufen zwischen den Kirchheimer und Bönnigheimer Kollegen liegen werden. Bis der Neubau fertig ist, beziehen die Bönnigheimer einen großen Raum im zweiten Obergeschoss des historischen Rathauses, der ohnehin nicht genutzt wird. Ein internes Treppenhaus sorgt für kurze Dienstwege. Doch auch diese Interimslösung geht nicht ohne Veränderungen, schließlich haben Polizeidienststellen spezielle Anforderungen an die Sicherheitstechnik. Deswegen wird der Raum laut Polizeisprecher Widenhorn „im erforderlichen Umfang ertüchtigt“.

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