Logo

Nahverkehr in der Region Stuttgart
S-Bahn-Störung: Erste Fahrzeuge wieder aus der Werkstatt

Schon in den vergangenen Sommerferien war die unterirdische Stammstrecke gesperrt, der S-Bahn-Verkehr wurde über die Gäubahn umgeleitet.
Schon in den vergangenen Sommerferien war die unterirdische Stammstrecke gesperrt, der S-Bahn-Verkehr wurde über die Gäubahn umgeleitet.
Fast 100 Fahrzeuge müssen seit Donnerstagfrüh wegen Radschäden überprüft werden, die Bahn stellte auf vielen Strecken den Verkehr ein. Nun geht eine erste Linie aber wieder auf einem Abschnitt in Betrieb.

Kreis Ludwigsburg/Rems-Murr-Kreis. Einen Tag nach Bekanntwerden der verstärkten Abnutzung von Rädern bei der Stuttgarter S-Bahn auf der Gäubahnstrecke und dem Ausfall von 97 Fahrzeugen vermeldet das Unternehmen eine erste Rückkehr zu ihrem Baustellenfahrplan. Am späten Freitagvormittag hätten einige Züge nach der Überprüfung in der Werkstatt wieder in den Betrieb geschickt werden können, sodass die seit Donnerstagfrüh eingestellte Linie S23 zumindest wieder stündlich zwischen Backnang und Waiblingen pendeln kann (Abfahrt in Backnang jeweils zur Minute .41, in Waiblingen zur vollen Stunde), so die Bahn. Zuvor war Reisenden geraten worden, von Backnang aus in Richtung Stuttgart die S4 über Marbach zu nutzen. Diese Linie ist ebenso wie die weiteren durch den Kreis Ludwigsburg, die S5 und die S6, von den derzeitigen Ausfällen nicht betroffen – auch weil keine die Gäubahnstrecke nutzt, auf der der Betrieb eingestellt wurde.

Spürbar werden dürfte das Chaos auch zum morgigen Heimspiel des VfB Stuttgart: Besuchern aus Richtung Herrenberg oder von den Fildern empfiehlt der VVS, in Stuttgart-Vaihingen in die Ersatzbusse zum Hauptbahnhof oder in die Stadtbahnlinien ab Flughafen (U6), Leinfelden (U5) oder Vaihingen (U1) umzusteigen. Am Freitagabend kündigt die Bahn dann aber zumindest zusätzliche Fahrten der Linie S 1 zwischen Hauptbahnhof und Neckarpark sowie zwischen Neckarpark und Plochingen an.

Und es soll laut dieser Ankündigung noch eine Ausweitung des aktuell eingeschränkten Verkehrs geben: Fahren derzeit zwischen dem Hauptbahnhof und Vaihingen nur Ersatzbusse (nun auch tagsüber als Direktverbindung im Halbstundentakt), soll es ab Mitte nächster Woche einen Zugpendelverkehr geben.

Problematische Ausweichstrecke

Zu dem Chaos war es gekommen, als bei Kontrollen auf der Gäubahnstrecke entdeckt wurde, dass sich die Räder der dort fahrenden S-Bahnen stärker abgenutzt hatten als erwartet. Die Strecke wird derzeit als Ausweichroute während der Sanierung der unterirdischen Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen genutzt, weist aber relativ enge Kurvenradien auf, was im Zusammenspiel mit dem Radstand und anderen baulichen Merkmalen der nun betroffenen S-Bahn-Baureihe mit den 97 Fahrzeugen ursächlich sein könnte.

Solche Probleme hatte es bereits in den vergangenen Sommerferien gegeben, und die Deutsche Bahn daraufhin unter anderem gegenüber dem Aufgabenträger, dem Verband Region Stuttgart, entsprechende Gegenmaßnahmen versprochen. Unter anderem sollte an mehreren Stellen extra geschmiert werden. Nach Bekanntwerden der jüngsten Probleme kommentierte das aber Regionalrat Michael Knödler (Linke): „Ich glaube, nicht Gleise, sondern wir wurden von der Bahn angeschmiert.“