Sachsenheim. Verkehrsminister Winfried Hermann war kürzlich zu Besuch in Sachsenheim, um sich gemeinsam mit Bürgermeister Holger Albrich, weiteren Mitarbeitenden der Stadtverwaltung sowie Bürgerinnen und Bürgern ein Bild von der Situation am Sachsenheimer Bahnhof zu machen.

Bahnhof für viele nicht nutzbar
Dabei ging es vor allem darum, wie und wann der Bahnhof künftig barrierefrei gestaltet werden kann und um die Verlängerung der S-Bahn von Bietigheim über Sachsenheim, Sersheim, Vaihingen und möglicherweise Mühlacker. Der Sachsenheimer Bahnhof ist derzeit nicht barrierefrei erreichbar und nutzbar. Zwar führt vom Bahnhofsvorplatz eine Rampe in die Unterführung, von dort aus gibt es jedoch keinen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen, weder durch eine Rampe noch durch einen Fahrstuhl. Auch Leiteinrichtungen für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit fehlen bislang, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.
Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, eingeschränkter Sehfähigkeit, Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, Personen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit Fahrrädern ist der Bahnhof damit nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.
S5-Verlängerung seit Jahren Thema
Auch die Bussteige am Bahnhof spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Die Stadt Sachsenheim plant hier eine barrierefreie Umgestaltung, die nach aktuellem Stand im Jahr 2027 erfolgen soll. Der Sachsenheimer Bahnhof ist Teil eines landesweiten Programms zum barrierefreien Umbau von Bahnhöfen bis 2032. Aus Sicht der Stadt wäre es wünschenswert,
wenn der Bahnhof innerhalb dieses Programms früher berücksichtigt werden könnte, um die Maßnahmen wirkungsvoll mit den geplanten Umbauten im Umfeld des Bahnhofs zu verbinden.
Barrierefreie Bussteige ab 2027 geplant
„Wir brauchen einen barrierefreien Bahnhof, um den ÖPNV attraktiver zu machen. Der Bahnhof muss insbesondere für diejenigen nutzbar sein, die auf den ÖPNV angewiesen sind“, so Bürgermeister Holger Albrich. Der aktuelle Zustand sei nicht hinnehmbar. „Wir kämpfen in Sachsenheim seit über 20 Jahren für eine Verlängerung der S-Bahn über Bietigheim, Sachsenheim, Sersheim, Vaihingen/Enz und möglicherweise Mühlacker. Nur durch einen attraktiven ÖPNV können wir unseren Klimaziele näherkommen und unsere Städte vom Individualverkehr entlasten“, wird Albrich in der Pressemitteilung zitiert. „Sachsenheim wächst und es gibt immer mehr Berufspendler. Es ist nicht nachvollziehbar und nicht zu verstehen, dass überall im Land alte Bahnstrecken reaktiviert oder neue Bahnstrecken gebaut werden, mit einem deutlich negativeren Kosten–Nutzen–Faktor. In einer Machbarkeitsstudie aus 2012 wurde der Nutzen der S5-Verlängerung viermal so hoch bewertet wie die Kosten.“
Albrich zeigt sich dankbar für den Besuch von Minister Hermann und die Gelegenheit, ihm die beiden für Sachsenheim so wichtigen Punkte Barrierefreiheit und Verlängerung der S5 schildern und mitgeben zu können. Die Stadt stehe bereit, ihren Beitrag zu leisten, um hier weiterzukommen. (red)

