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Guter Zweck

Schüler der Matern-Feuerbacher-Realschule in Großbottwar verkaufen Kuchen zugunsten von Menschen aus der Ukraine

Aus einer ersten Idee ist mittlerweile ein etabliertes Angebot geworden: Eine Sechstklässlerin gab den Anstoß zu einem Kuchenverkauf, dessen Erlös am Ende für ukrainische Flüchtlinge gespendet wird. Das Besondere ist, dass die Schüler ihre Aktion weitestgehend selbstständig organisieren.

Der Andrang am Backhäusle auf dem Pausenhof ist so groß … Foto: Andreas Becker
Der Andrang am Backhäusle auf dem Pausenhof ist so groß … Foto: Andreas Becker
… wie die Auswahl an selbst gebackenen Kuchen und Muffins. Foto: Andreas Becker
… wie die Auswahl an selbst gebackenen Kuchen und Muffins. Foto: Andreas Becker

Großbottwar. Kurz nachdem die Pausenglocke um 9.10 Uhr geklingelt hat, öffnen sechs Schülerinnen den roten Laden des Backhäusles vor der Matern-Feuerbacher-Realschule. Vor einiger Zeit verkaufte in dem grauen Holzgebäude beim Tartanplatz, das die Abschlussjahrgänge 2016 gestiftet haben, in den Pausen ein Bäcker seine Waren. Bis vor zwei Monaten stand es leer, dann hat es eine Schülergruppe wiederbelebt – und damit eine Lücke gefüllt. Denn nicht nur das Angebot von Marmorkuchen über Zitronenmuffins bis hin zu Vanillekuchen mit Schokostückchen ist groß, sondern auch die Nachfrage. Bei einem Stückpreis von einem Euro kommen so jedes Mal um die 100 Euro zusammen. Das Geld verwenden die Schüler aber nicht etwa für eine Exkursion, sondern wollen es am Ende des Schuljahres für Menschen aus der Ukraine spenden.

Die Idee dazu hatte die Sechstklässlerin Lara Dann, die noch Leonie Kaiser und Annie Prang sowie weitere Mitschüler für die Aktion gewinnen konnte. Am Wochenende backen sie nun immer zu Hause, um montags Kuchen und Muffins zu verkaufen. Morgens holen sie den Schlüssel für das Backhäusle ab, um alles vorbereiten und pünktlich starten zu können. Wenn nach der großen Pause noch etwas übrig ist, bieten sie es in der zweiten Pause oder in der Mittagspause nochmals an.

Bis zu den Sommerferien könnten 1000 Euro zusammenkommen

„Sie verkaufen sehr lieb und sehr nett“, sagt Mitschüler Elias Himmelsbach, der schon einen Muffin probiert hat. „Sie machen einen sehr guten Job. Ich finde es gut, dass das Geld an die Ukraine geht, wo es so viel Krieg gibt.“ Auch Annette Röttinger, Klassenlehrerin einiger der Mädchen, ist vollen Lobes: „Sie haben das so toll organisiert, dass ich quasi nichts damit zu tun hatte.“ Die Initiative, etwas für ukrainische Flüchtlinge zu machen, sei komplett von den Mädchen ausgegangen. Die Aktion sei dann zum Selbstläufer geworden und habe sich an der Schule mittlerweile etabliert. „Am Ende habt ihr bestimmt 1000 Euro“, rechnet sie mit den Schülerinnen aus.

„Wir dachten nicht, dass das so groß wird“, erinnert sich Leonie Kaiser an den ersten Verkauf. Die Schülerinnen waren damals aufgeregt und befürchteten, dass niemand kommt, doch am Ende war alles weg. „Das Beste daran ist für mich, dass ich mit Freunden zusammen bin und etwas Gutes tue“, so Annie Prang. „Viele denken, dass wir etwas von dem Geld behalten, aber wir spenden alles“, betonen die Schülerinnen. Das Geld aus der Kasse übergeben sie nach jedem Verkauf dem Sekretariat. Ein Vertrauenslehrer wird ihnen am Ende beim Überweisen der Spende helfen.

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