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Stammzellspender

Stammzellspender gesucht: Genetischer Zwilling soll das Leben von Renate aus Sersheim retten

Die 59-jährige Renate Schneider aus Sersheim ist an Leukämie erkrankt. Ihre Tochter Aenne-Sophie setzt alle Hebel in Bewegung, um einen Stammzellspender und Lebensretter für ihre Mutter zu finden.

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Sersheim. „Meine Mutter war immer gesund, hatte kaum einmal eine Erkältung“, erzählt die 27-jährige Aenne-Sophie Schneider, die mit ihrer Mutter Renate unter einem Dach in Sersheim wohnt. Ende 2020 wendete sich das Blatt. Im Dezember hatte die 59-Jährige erstmals eine Lungenentzündung, musste Antibiotika nehmen, weitere Lungenentzündungen folgten und im Februar 2021 kam noch eine Corona-Erkrankung dazu. Acht Wochen hat ihre Mutter in Krankenhäusern in Mühlacker und Bietigheim verbracht, berichtet die Tochter. Ende März kam die 59-Jährige wieder nach Hause. „Es ging ihr aber nie gut. Sie war immer müde und schlapp“, weiß Aenne-Sophie Schneider. Die Blutwerte waren schlecht, der Hämoglobinwert sehr niedrig, die Versorgung des Organismus mit Sauerstoff nur unzureichend.

Niederschmetternde Diagnose

Renate S. musste mehrere Bluttransfusionen und Knochenmarktpunktionen über sich ergehen lassen, erlebte einen wahren Marathon durch Arztpraxen und Kliniken – bis im Juni 2021 in einer Stuttgarter Klinik bei ihr ein Myelodysplastisches Syndrom (MDS-Syndrom) diagnostiziert wurde, eine Vorform von akuter Leukämie.

Viele weitere Untersuchungen, Behandlungen und Lungenentzündungen mit stationärem Aufenthalt folgten, bis feststand, „dass nur noch ein passender Stammzellspender meiner Mama das Leben retten kann“. Eine große Belastung für die ganze Familie. Die gelernte Arzthelferin Renate arbeitete bis Dezember 2020 als Betreuungsassistentin in der Seniorenbetreuung und Nachbarschaftshilfe, bekochte über Jahrzehnte Kinder in einem Stuttgarter Waldheim. „Meine Mutter war immer für andere da. Sie ist mit Abstand der sozialste Mensch, den ich kenne“, meint ihre Tochter. Und: „Meine Mama ist der wichtigste Mensch für mich.“

Besuchsverbot in der Klinik

Aktuell ist Renate in einer Spezialklinik an der Nordsee. Die Blutwerte seien miserabel, so ihre Tochter, die zusammen mit ihrer Oma in den hohen Norden fahren wollte – ein Besuchsverbot im Krankenhaus hat diese Pläne aber durchkreuzt. Sobald es Renate etwas besser geht und sie nach Hause kommt, steht eine Chemotherapie an.

Aenne-Sophie Schneider arbeitet im Rettungsdienst und hat dort schon „unzähligen Menschen das Leben gerettet“, sagt sie, und jetzt „möchte ich natürlich auch das meiner Mama retten“. Eine weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“, der als Stammzellspender infrage kommt, blieb bisher erfolglos. Gemeinsam mit der DKMS hat die 27-Jährige einen Online-Link für ihre Mama erstellt, über den sich Menschen zur Stammzellentypisierung registrieren lassen können, ganz bequem von zu Hause aus. Das Registrierset wird per Post verschickt. „Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, in der Hoffnung, dass sich noch ganz viele registrieren lassen und vielleicht auch der passende Stammzellspender für meine Mama dabei ist.“

Typisierungsaktion in Sersheim geplant

Aenne-Sophie hat keine Geschwister und wenig Unterstützung von Verwandten. Hilfe erhält sie von ihrer besten Freundin, ihrem Lieblingsarbeitskollegen und der Sersheimer Ortsgruppe des Roten Kreuzes. Gemeinsam mit dem Bereitschaftsleiter ist sie aktuell dabei, eine Typisierungsaktion am 31. März – parallel zur Blutspende in der Sport- und Kulturhalle – zu organisieren. Eine große Hürde ist dabei Corona, die Vorgaben seien streng. Angefangen bei der Zahl der Personen, die in die Halle dürfen, bis zu den Vorgaben für den Abstrich. Aenne-Sophie ist trotzdem zuversichtlich, dass es klappt, ja klappen muss – für ihre Mutter.

Internet: Über diesen Online-Link können sich potenzielle Stammzellspender registrieren: https://www.dkms.de/aktiv-werden/online-aktionen/mama-renate

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