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Feuerwehr
Um Feuerwehrstandort in Möglingen wird weiter gestritten

Der Stein des Anstoßes: Die bestehende Feuerwache ist in einem schlechten Zustand.Archivfoto: Oliver Bürkle
Der Stein des Anstoßes: Die bestehende Feuerwache ist in einem schlechten Zustand.Archivfoto: Oliver Bürkle
Die Feuerwehr und der Standort für eine neue Wache ist das aktuell bestimmende Thema in Möglingen. Bei einer Informationsveranstaltung prallten die beiden Standpunkte aufeinander, mit leichten Vorteilen für die Verwaltung.

Möglingen. In über drei Wochen wird es ernst. Dann wird in Möglingen über den neuen Standort der Feuerwache an der Stammheimer Straße abgestimmt. Am Mittwochabend wurde im Bürgerhaus schon mal über die unterschiedlichen Positionen informiert. Rund 160 Personen waren gekommen, und im Internet waren nochmals rund 90 Möglinger, denn erstmals wurde eine solche Veranstaltung auch gestreamt.

Eine Bürgerinitiative (BI) hat sich vor einiger Zeit gemeldet und lehnt den vorgeschlagenen Bauplatz komplett ab. „Das ist der schlechteste aller Standorte. Wir suchen eine kostengünstigere Lösung. Auch wurde eine Ertüchtigung des bestehenden Feuerwehrhauses nicht untersucht“, sagte der frühere Gemeinderat und jetzige BI-Sprecher Gerhard Kienzle.

Er sieht zudem die Existenz der Landwirte auf dem Langen Feld in Richtung Stammheim gefährdet. Das Lange Feld habe einen der besten Böden im Land. Das sei auch die Existenzgrundlage für die Landwirte in Möglingen. Diesen Boden könne man nicht freigeben, im Gegenteil, er müsse erhalten bleiben. Auch sei dies ein schlechter Beitrag zum Klimawandel.

Er beklagte die Geheimverhandlungen des Gemeinderats. Selbst amtierende Gemeinderäte hätten nicht gewusst, wo der genaue Standort für die neue Feuerwache sei. Auch seien alternative Standorte nicht geprüft worden. Man könne die bestehende Feuerwache ertüchtigen oder einen Neubau am heutigen Standort machen. Weitere Standorte wären an der Ludwigsburger Straße, hinter dem Friedhof, in der Schwieberdinger Straße oder an der Autobahnauffahrt. Ein zusätzliches Problem sei das Kreuzen des Schulwegs an der Stammheimer Straße.

Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer versuchte die Bürger wieder zu einen, schließlich gehe es um die Sicherheit im Ort: „Wir sind uns einig, dass wir ein neues Feuerwehrhaus benötigen. Das ist doch schon mal was.“ Das bestehende Gebäude habe erhebliche Mängel, so bekomme man keinen Nachwuchs, der von der Feuerwehr so dringend benötigt werde.

Verwaltung und Feuerwehr würden bereits seit vier Jahren an dem Projekt arbeiten. Verschiedene Standorte seien untersucht worden, auch ein Großteil der von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen, und den besten habe man dann genauer unter die Lupe genommen. Auch würden einige Landwirte bei der Feuerwehr arbeiten, diese hätte dann kürzere Anfahrtszeiten.

Auch der Standort direkt an der Umgehungsstraße wurde untersucht. „Den hätte ich auch lieber gehabt, doch wir konnten uns nicht einigen. Also mussten wir etwas anderes suchen“, so die Bürgermeisterin. Kommandant Markus Giek bestätigte, dass auch mit der neuen Wache die Einsatzzeiten von zehn Minuten gehalten werden könnten. Außerdem müsse bei einer neuen Wache, so die Bürgermeisterin, das gesamte Gelände mit einem Zaun versehen werden. Dies könne keiner mitten im Ort wollen. Für die neue Wache gebe es bereits eine konkrete Förderung von insgesamt drei Millionen Euro. Wenn jetzt ein neuer Standort gesucht werden müsste, dann wäre die Arbeit der vergangenen Jahre umsonst gewesen und man müsse von Neuem beginnen.

Von den Bürgern wurde kritisiert, dass sie erst spät von dem neuen Standort erfahren hätten. Dem erwiderte Schwaderer, dass man nicht mehr machen könne, als über die Vorgänge zu berichten, den Rest müssten die Bürger selbst besorgen. Ein weiterer Punkt war der Standort bei der Autobahnauffahrt. Dieser wird von der Verwaltung abgelehnt, weil die Einsatzzeiten von zehn Minuten nicht überall eingehalten werden könnten. Auch das Kreuzen eines Schulwegs wurde diskutiert. Hier schaltete sich der Schulleiter ein und gab zu bedenken, dass die Feuerwehr nur selten ausrücke, wenn die Kinder zur Schule gehen würden.