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Theater

Viel Wirbel um ein Liebesnest

Neuer Dreiakter der Schwabenbühne – Zutritt nur für Geimpfte und Genesene

Schwarzhumorige Auseinandersetzung um eine Kiste: Theodor Eisele als Entsorger Rocky und Ilse Riedl als Zahnarztgattin. Foto: Schwabenbühne/p
Schwarzhumorige Auseinandersetzung um eine Kiste: Theodor Eisele als Entsorger Rocky und Ilse Riedl als Zahnarztgattin. Foto: Schwabenbühne/p

Asperg. Ein begriffsstutziger Entsorger, ein Zahnarzt mit Frau und Geliebter, eine von Neu- und Geldgier geplagte Hausmeisterin und eine große Kiste mit fragwürdigem Inhalt: Mit dieser Mixtur begeistert die Schwabenbühne jetzt ihre Gäste.

Unterhaltsame Abende im lauschigen Ambiente des kleinen Theaters sind garantiert. Am Samstag fand dabei die erste Veranstaltung als 2G-Optionsmodell statt. Rein dürfen also künftig nur Geimpfte und Genesene.

Der Verein hat diesen Schritt nach eigenem Bekunden gewagt, da in den vergangenen Vorstellungen ohnehin 98 Prozent der Zuschauer vollständig geimpft waren. Die können durch das 2G-Modell nun das Geschehen ohne Maske und Abstand verfolgen. Somit sind die alten Zeiten mit unbeschwertem Theatergenuss in dem rund 100 Gäste fassenden Saal wieder da.

„Wia brenge mein Alte Los?“ heißt der schwarzhumorige Dreiakter, mit dem sich die Schwabenbühne nach einjähriger Coronapause wieder zurückmeldet. Herausgesucht wurde eine Komödie, die im Original „Wie entsorge ich meinen Alten?“ heißt und vom Finanzvorstand der Schwabenbühne Theodor Eisele eine schwäbische Fassung erhalten hat.

Vor dem Hintergrund der Pandemie wurde dabei ein Stück herausgesucht, bei dem maximal drei Personen auf der Bühne sind, die sich auch nicht allzu nahe kommen. Die Probenarbeit unter erschwerten Bedingungen merkt man der Inszenierung aber nicht an. Das liegt wohl auch daran, dass hier größtenteils die alten Hasen vom Vorstand zu Werke gehen und die ziehen alle Register.

Die erste Vorsitzende Ilse Riedl spielt die Zahnarztgattin Paula Fleischmann, die per Zufall von einer Wohnung erfährt, die ihr Mann gekauft hat. Die wird noch saniert, das Geschehen findet somit zwischen Farbeimern und von Folien abgedeckten Möbeln sowie Wänden statt. Soll die kleine Stadtwohnung als Ergänzung zur Villa auf dem Land etwa ein Geschenk zum zehnten Hochzeitstag sein?

Paula ist sich bald nicht mehr so sicher, denn es gibt ja noch die von der zweiten Vorsitzenden Angelika Haug gespielte Praxis-Empfangsdame Jacqueline, die sich ebenfalls von der Instandsetzung des Liebesnestes überzeugt, das sie bald mit dem Zahnarzt beziehen will. Angelika Haug verleiht dieser Figur eine schrill-überspannte Note.

Schriftführerin Brigitte Bregler begeistert schließlich in der Rolle der argwöhnischen Hausmeisterin Frau Blödgen. Die merkt gleich, dass hier was nicht stimmen kann. Der auf Entsorgung spezialisierte Rocky Baldower, von Theodor Eisele in köstlicher Einfalt gespielt, amüsiert nicht nur mit seinen Sprichwort-Variationen, sondern er sorgt auch für allerlei Verwicklungen rund um besagte große Kiste. Klaus Kielkopf setzt den Zahnarzt Dr. Ansgar Fleischmann als noblen Herrn in Szene, der plötzlich ins Visier seiner rachsüchtigen Ehefrau gerät.

Infos auch zu weiteren Stücken der Schwabenbühne unter www.schwaben-buehne.de.

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