Kreis Ludwigsburg. Rund 80 Prozent der Menschen im Land haben laut einer Studie Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Oft ist unklar, wann der Weg in die Notaufnahme nötig ist, wann Hausärztin oder -arzt ausreichen oder wo es im Krisenfall schnelle medizinische Hilfe gibt. Das schreibt das Landratsamt Ludwigsburg in einer Pressemitteilung.
Erhebungen zeigen zudem, dass sich vor allem Menschen mit niedrigem Bildungsniveau, niedrigem Sozialstatus und eingeschränkten finanziellen Ressourcen schlecht im Gesundheitssystem orientieren können.
Das ist das Ziel des Projekts
Hier setzt das Projekt „Navi-G – Kreisübergreifende Stärkung der navigationalen Gesundheitskompetenz in urbanen und ländlichen Räumen“ an, das am 1. Juli gestartet ist. Das Ziel: Die Orientierung im Gesundheitssystem für alle Bürger zu verbessern. Beteiligt sind die Landeshauptstadt Stuttgart, der Landkreis Lörrach, das Landratsamt Heilbronn, die Stadt Heilbronn, das Landratsamt Ludwigsburg, das Landratsamt Esslingen und das Landratsamt Emmendingen.
Gemeinsam untersuchen die Stadt- und Landkreise zunächst, wo im Alltag die größten Hürden liegen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Beteiligten konkrete Hilfen. Die Lösungen sollen sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum funktionieren.
Das sagt die Gesundheitsdezernentin
„Wir engagieren uns in diesem Projekt als verlässlicher Partner, weil wir den Menschen im Landkreis Ludwigsburg den Zugang zu passenden Gesundheits-, Hilfs- und Beratungsangeboten erleichtern wollen. Unsere Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlichen Lebenslagen sollen schnell und unkompliziert die Unterstützung bekommen, die sie benötigen“, sagt Karlin Stark, Gesundheitsdezernentin des Landratsamts Ludwigsburg.
„Besonders wichtig ist uns die enge Zusammenarbeit mit anderen Kreisen und Städten in Baden-Württemberg. So können Erfahrungen und Kompetenzen gebündelt werden, um unsere Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern“, ergänzt sie.
Ergebnisse auf andere Regionen übertragbar
Das Vorhaben wird durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg finanziert und bis Ende 2028 umgesetzt. Das Projekt verbindet städtische und ländliche Perspektiven und schafft einen Rahmen, in dem Erfahrungen gebündelt und praktikable Lösungen über Kreisgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden. Begleitet wird das Vorhaben durch gemeinsame Steuerungsstrukturen, fachliche Expertise und eine fortlaufende Evaluation. Die Ergebnisse sollen nicht nur den beteiligten Kreisen zugutekommen, sondern auch auf weitere Regionen übertragbar sein.



