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Event im Mineralfreibad Oberstenfeld
Warum das 24-Stunden-Schwimmen wichtige Werbung für die DLRG ist

Am Samstag haben die Schwimmerinnen und Schwimmer in Oberstenfeld 24 Stunden Zeit, um so viele Bahnen wie möglich zurückzulegen.
Am Samstag haben die Schwimmerinnen und Schwimmer in Oberstenfeld 24 Stunden Zeit, um so viele Bahnen wie möglich zurückzulegen. Foto: Alfred Drossel
Knapp 150 Schwimmer werden am Samstag in Oberstenfeld zum 24-Stunden-Schwimmen ins Wasser springen. Bedeutung hat das Event aber nicht nur für die Teilnehmer.

Oberstenfeld. Schwimmerinnen und Schwimmer jeden Alters werden am Samstag erneut für das 24-Stunden-Schwimmen im Mineralfreibad Oberstenfeld vom Startblock springen. Der Wettkampf ist dabei nicht nur ein Sportevent, sondern auch eine dringend benötigte Werbeveranstaltung für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Angesichts des Bädersterbens und immer weniger ausgeprägten Schwimmfertigkeiten vieler Menschen kommt der gemeinnützigen Organisation beim Schutz für Leib und Leben eine immer wichtigere Rolle zu.

Mitgliederzahlen rückläufig

Seit knapp 50 Jahren, fast zeitgleich mit der Gründung des Mineralfreibades, welches bis heute der Mittelpunkt des Vereins ist, engagiert sich die DLRG Ortsgruppe Oberes Bottwartal für die Wassersicherheit und Schwimmausbildung in der Region. Regelmäßig führen die Mitglieder Wachdienste im Freibad durch, um die Beckenaufsicht zu unterstützen. Zudem bieten sie Schwimmtrainings oder Ausbildungskurse für Schwimmabzeichen vom Seepferdchen bis zum Rettungsschwimmer an. Die Zahl der abgelegten Schwimmprüfungen in den vergangenen Jahren hat dabei jedoch ebenso abgenommen, wie die Mitgliederzahl der Ortsgruppe.

„Seit Corona sind unsere Mitgliederzahlen leider rückläufig“, erklärt Stefan Bodmann vom Verein. Verantwortlich dafür sei unter anderem die Schließung des Freibades für eine volle Saison während der Pandemie sowie die geringere Beheizung des Beilsteiner Hallenbades im Zuge der Energiekrise. „Vor allem die ganz Kleinen hatten dadurch zu kämpfen“, so Bodmann. Dabei werden die Defizite bei den Schwimmfertigkeiten genau dort seit Jahren immer größer.

Immer weniger Kinder können schwimmen

Eine forsa-Umfrage, die der DLRG 2022 in Auftrag gegeben hatte, kam zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der Grundschulkinder in Deutschland, die nicht schwimmen können, verdoppelt hat – von zehn auf zwanzig Prozent. Auch im Bottwartal deutet zumindest die Anzahl der abgelegten Schwimmabzeichen auf einen Rückgang hin.

Hatten 2018 noch 42 Kinder am Anfängerschwimmen teilgenommen und 27 die Prüfung zum Seepferdchen absolviert, gab es laut Angaben auf der Homepage des Ortsverbandes im Jahr 2023 lediglich 15 Anfängerschwimmer. Das Seepferdchen machte niemand. Ebenso wie die Prüfungen für die Gold-, Silber- oder Bronzeabzeichen, die vor der Pandemie bis zu 70 Menschen ablegten. Ein Trend, dem der Ortsverband unter anderem mit Events wie dem 24-Stunden-Schwimmen entgegenwirken möchte.

Sieger schwomm im Vorjahr 40 Kilometer

„Mit Veranstaltungen wie dieser machen wir die breite Masse der Bevölkerung auf uns aufmerksam und hoffen dadurch mehr Leute zum Schwimmen und Rettungsschwimmen zu bekommen“, erklärt Bodmann. Mehr als 100 Teilnehmer haben sich bereits für das Event am Samstag angemeldet. „Jeder darf mitmachen, der mindestens zwei Bahnen schwimmen kann“, rührt Bodmann kurz vor dem Start noch einmal die Werbetrommel.

Per automatischem Zählsystem werden dann 24 Stunden lang alle Bahnen gezählt, die Teilnehmer einzeln oder als Gruppe hinter sich bringen. Insgesamt waren so im vergangenen Jahr 843 Kilometer von 84 Teilnehmern zusammengekommen – alleine 40 durch den Sieger. Neben dem besten Schwimmer und der besten Schwimmerin erhalten auch die jüngsten und ältesten sowie die beste Familie Preise, erklärt Bodmann, für den neben aller Sichtbarkeit für den Verein noch etwas anderes wichtig ist. „Für uns ist es eine Art Klassentreff verschiedener Schwimmer und DLRG Ortsgruppen. Man sieht Altbekannte, und vernetzt sich in der Umgebung – das schafft Zusammenhalt.“