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Noch keine Freigabe von Laboren
Weitere Probenentnahmen am Samstag nach Verunreinigung des Leitungswassers in Möglingen

Eine erste Probe war in ein Bereitschaftslabor nach Mannheim gebracht worden, am Samstag dann in das schon seit Jahren mit der Gemeinde zusammenarbeitende Labor am Ammersee.
Eine erste Probe war in ein Bereitschaftslabor nach Mannheim gebracht worden, am Samstag dann in das schon seit Jahren mit der Gemeinde zusammenarbeitende Labor am Ammersee. Foto: Uli Deck/Symbolfoto
Nach wie vor wird für Bewohner des Gebiets Löscher kostenlos Wasser ausgegeben. Für die Freigabe des Leitungswassers in der Zone gibt es aber eine Prognose.

Möglingen. „Wie lange dauert das Ganze?“ war die wohl meistgestellte Frage in den vergangenen Stunden im Möglinger Löscher, nachdem am Gründonnerstag die Verunreinigung des Trinkwassers in diesem Teil des Leitungsnetzes bekannt geworden war. Für rund 4.500 Menschen in dem Wohngebiet, im angrenzenden Gewerbegebiet und auf den Aussiedlerhöfen gibt es seitdem erhebliche Einschränkungen.

Der Konsum von Leitungswasser ist aus gesundheitlichen Gründen praktisch untersagt, Abkochen reiche, anders als bei ähnlich gelagerten Fällen im Kreis in der jüngeren Vergangenheit, nicht aus. Die Gemeinde hat daraufhin zwei Ausgabestellen eingerichtet, am Bürgerhaus (Brunnenstraße) und bei der Grundschule im Löscher (Hohenstaufenstraße 46) – auch an diesem Karsamstag noch, bis 18 Uhr. Ebenso bleibt die Ausgabe an mobilitätseingeschränkte Betroffene bestehen, Meldung unter (07141) 4864-0.

„Werte besser“

Zwar würden „die Werte besser“, so der stellvertretende Bürgermeister Werner Brosi auf LKZ-Anfrage am Mittag. Aufgrund der Vorschriften würden aber eine offizielle Freigabe und Zertifikate benötigt. Teil des Verfahrens ist demnach auch die Entnahme weiterer Proben am Folgetag, eine wurde von der Feuerwehr heute in das Kooperationslabor der Gemeinde am Ammersee gebracht. Diese Ergebnisse müsse man abwarten. Er sei aber guter Dinge, dass die Freigabe am Morgen des Ostersonntags kommen könne, gab sich Brosi optimistisch. Das Rathaus würde darüber informieren, ebenso ist geplant, dass die Feuerwehr wieder Durchsagen macht und Zettel in die Briefkästen wirft.

Viel Lob hatte er für das Krisenmanagement der Gemeinde übrig: „Alle haben einen guten Job gemacht.“ Das gelte auch für den Krisenstab. Bei den Maßnahmen habe immer das Menschenwohl im Vordergrund gestanden, nicht die Kosten, etwa für die von der Netze BW geliehenen Tankwagen für die Ausgabe auf dem Schulhof. Auch Landrat Dietmar Allgaier, der sich am Freitagnachmittag ein Bild der Lage gemacht hatte und mit dem Vize-Kreisbrandmeister sowie Vertretern von Gesundheits- und Veterinäramt im Einsatz war, sprach ein „großes Dankeschön“ an die Feuerwehr aus, die sofort alles Richtige eingeleitet hätte. Zudem wurden sämtliche Leitungen gespült. Das sollten auch die Bewohner in den betroffenen Gebieten machen, ehe sie wieder Spül- oder Waschmaschine oder die Duschen nutzen, was seit Freitagabend wieder möglich ist.

Illegale Entsorgung am Wasserturm

Auslöser der Verunreinigung war laut Mitteilung von Gemeinde und Polizei am Freitagvormittag die illegale Entsorgung einer größeren Menge Flüssigkeit im Bereich des Wasserturms. Durch aufsteigende Dämpfe sei die bis dato unbekannte Substanz in den Wasserbehälter gelangt. Nachdem die Kontamination – laut Allgaier aufgrund des Geruchs nach Benzin oder Nagellack – am Donnerstagnachmittag aufgefallen war, wurde der Wasserbehälter umgehend abgeschiebert, jedoch war bereits kontaminiertes Wasser in das Netz der betroffenen Zone gelangt.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise zur Tat oder verdächtige Beobachtungen im Bereich des Parkplatzes am Wasserturm an (07142) 405-402 oder per E-Mail an LUDWIGSBURG.PP.SD.ZE.GU@polizei.bwl.de.