Korntal-Münchingen. 2024 war für die Korntal-Münchinger Feuerwehr wieder von etlichen Zahlen geprägt: 167 Einsätze, 62 Übungen, 21 neu ausgebildete Führungskräfte – um weitaus größere aber ging es mit Blick auf die Zukunft. Denn im vergangenen Jahr wurden die Retter gründlich unter die Lupe genommen, und ein Gutachten sowie der neue Feuerwehrbedarfsplan unlängst dem Gemeinderat und anderntags auf der Jahreshauptversammlung präsentiert.
Das Gutachten bescheinigt zwar grundsätzlich einen guten Stand, dennoch gebe es in Einzelbereichen Einiges zu tun, wie Kommandant Fabian Kunberger jeweils berichtete. Etwa, was die Tagesverfügbarkeit (im Vergleich zu 2013 ohne Berücksichtigung von Schichtarbeitern von 41 auf 25 gesunken) und die Eintreffzeiten angeht, mit denen man im Land ohnehin eher im „gemütlichen Bereich“ unterwegs sei. Demnach soll die Feuerwehr in mindestens 80 Prozent aller Fälle spätestens 10 Minuten nach der Alarmierung mit mindestens 9 Funktionen an der Einsatzstelle sein (fünf Minuten später mit doppelt so vielen in 90 Prozent). „Noch passt das“, vor allem, wenn nicht noch Einsätze auf der A81 und der B10 berücksichtigt werden. Man müsse aber weiter intensiv Nachwuchswerbung betreiben und den Dienst vor allem für diejenigen attraktiv machen, die ihre Arbeitsplätze in der Stadt haben. Alles ehrenamtlich zu leisten ginge aber auch nicht, brachte Kunberger die Idee einer Stelle für einen hauptamtlichen feuerwehrtechnischen Angestellten wie in Gerlingen und Ditzingen auf.

Schlechte Prognose für Feuerwehrhaus
Deutlich schlechter ist es um das Feuerwehrhaus in Münchingen bestellt. Nach einer Begehung der Unfallkasse stand das deutliche Urteil: Das Gebäude sei für einen Ort dieser Größe am Rande jeglicher Kapazitätsgrenzen. Fahrzeugstellplätze, sanitäre Anlagen und Lagerflächen seien nicht mehr zeitgemäß. Eine erste grobe Kostenschätzung für einen Neubau an einem anderen Standort liegt bei rund acht Millionen Euro.
Da sich die Planung und der Bau aber lange hinziehen werde, sei es notwendig, den derzeitigen Standort zu ertüchtigen, dabei gelte die Devise „So viel wie nötig, so wenig wie möglich!“, so Fabian Kunberger. Im Gemeinderat hatte er eine erste Idee parat, einen kleinen Hallenanbau in Richtung Schulcampus. Das fand auch Zustimmung bei Bürgermeister Alexander Noak, der in der Sitzung auf die lange Dauer bis zur Verfügbarkeit von Grundstücken und dann der Bebauung hinwies, was sicher 10, 15 Jahre dauere. „So lange können wir Ihnen den Zustand nicht zumuten.“
Deutlich zeitnaher werden dagegen andere Modernisierungen umgesetzt: 2025 werden zwei neue Führungsfahrzeuge in Dienst gestellt und ein Gerätewagen-Transport in Auftrag gegeben. Zudem gibt es neue Handfunkgeräte für den Einsatzstellenfunk – dem steht aber ein erhöhter Ausbildungsaufwand und zusätzlicher Wartungs- und Betreuungsaufwand entgegen.
Dank, Ehrungen und Beförderungen
Nach den Abteilungsberichten gab es diverse Beförderungen und Ehrungen. Den Rekord stellte dabei Martin Held auf: Für ihn gab es eine Auszeichnung für 70 Jahre Feuerwehrdienst.



