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Abitur 2024 am Hans-Grüninger-Gymnasium
Zwischen Rekorden beim Pessimismus und Einser-Abschlüssen: Gedanken des HGG-Abijahrgangs

Laut Studie sind so viele Jugendliche wie noch nie pessimistisch.
Laut Studie sind so viele Jugendliche wie noch nie pessimistisch. Foto: Julia Steinbrecht
Eine Studie unter Jugendlichen nahm das Hans-Grüninger-Gymnasium zum Anlass, um die Repräsentativität mit dem eigenen Abijahrgang zu überprüfen.

Markgröningen. Ende April veröffentliche die Tagesschau auf ihrer Website die Ergebnisse einer Studie, die 2000 Jugendliche in der Bundesrepublik zu ihrem psychischen Zustand und ihren Sorgen befragte. „Das Ergebnis ist ernüchternd“, so das Fazit von Stephan Hotz, Abteilungsleiter im Hans-Grüninger-Gymnasium. Denn die Antworten dieser jungen Menschen seien so pessimistisch wie noch nie gewesen, wenn man die Vorjahresergebnisse zum Vergleich nimmt. „Ist diese Studie auch repräsentativ für unseren Abschlussjahrgang?“, fragte er deshalb – und in einem offenen Gespräch dazu acht Abiturientinnen und Abiturienten.

Sie bestätigten die in der Studie genannte Zunahme von Stress in psychischer Hinsicht. Doch Stress sei für sie nicht gleich Stress, und in fordernden Phasen wie dem Abitur gehöre es zum persönlichen Entwicklungsprozess, individuelle Strategien für solche Zeiten zu finden. Daneben kam zur Sprache, dass insbesondere Fake News – neuerdings auch von KI erzeugt – zu wachsender Unruhe führen. Doch die Abiturienten fühlten sich der „aufwühlenden Fülle von gefälschten Nachrichten“ nicht hilflos ausgeliefert. Oft lassen sie sich durch Medienkompetenz, Faktenwissen und einen kritischen Geist enttarnen. Dies stärke das Selbstvertrauen und mache weniger stressanfällig bei diesem Aspekt der digitalen Welt, heißt es.

Seit Corona haben die Gesprächsteilnehmer ein gesteigertes Bewusstsein für eine Welt entwickelt, die von multiplen Krisen geprägt ist. Sie ordnen die krisenhaften Erscheinungen und Konflikte der Gegenwart in längere Entwicklungslinien ein und leiten daraus ab, dass ihre eigene Zukunft dadurch unsicherer und weniger planbar werden wird. Doch in ihrem alltäglichen Denken und Handeln ließen sie sich davon nicht lähmen; stattdessen engagierten sie sich im sozialen und ökologischen Bereich. Im Interview betonten sie laut Hotz zudem die vielfältigen Möglichkeiten der eigenen Lebensgestaltung und den Fortschritt, den unter anderem die Medizin durch KI machen wird. Im Vergleich zum Pessimismus der Studie zeigen die Äußerungen aller, die am Gespräch teilnahmen, eine differenzierte und realitätsbezogene Sichtweise der gegenwärtigen Situation, wobei ein optimistischer Unterton ebenso wenig fehlt wie das Vertrauen in die Selbstwirksamkeit.

Die erfolgreichen Abiturienten des HGG. Foto: privat
Die erfolgreichen Abiturienten des HGG. Foto: privat

Das sind die Ergebnisse aus Markgröningen

Diese reife Situationsanalyse wird gut durch die fachlichen Leistungen des gesamten Abiturjahrgangs ergänzt, so Hotz. Bei einem Gesamtschnitt von 2,3 gab es zahlreiche Abiturzeugnisse im Einserbereich, zweimal sogar die Traumnote 1,0. Für ihn bleibt als Fazit: „Wir als Schulgemeinschaft des HGG haben also allen Grund, die nachstehenden Abiturientinnen und Abiturienten auch in herausfordernden Zeiten zum erfolgreichen Abschluss der Schulzeit zu beglückwünschen und ihnen alle guten Wünsche mit auf ihren weiteren Lebensweg zu geben!“

Bestanden haben: Diana Amman, Maria Amman, Kjel Armborst , Daniel Auer, Ole Augustin, Giuliana Bandino, Ben Becker, Vera Bertsch, Jana Bökle, Julian Bosch, Robin Bosch, Nevio Colletti, Amina Demir, Valentina Di Fresco, Antonia Dieterle, Chiara Domnick, Vincent Ebenhöh, Karl Ellerkmann, Raffaella Fattorusso, Leonel Fendirch, Katrin Gorr, Alissa Grimm, Paul Gutbrod, Katharina Hanel, Burakhan Hergüner, Maximilian Hubert, Eyleen Ilg, Jayson Kenfack, Luna Kraus, Sophie Kugler, Emily Kyriss, Fynn Luhr, Noemi Mammele, Annika Meßner, Luca Reith, Azra Sahin, Leonard Schares, David Schaupp, Finn Schnicke, Tamara Schöck, Finia Schumann, Maren Streit, Maike Streit, Julia Strugala, Paul Tamme, Gabriel Terefe, Merle Theierl, Charlotte Waldenmaier, Ediz Yapici, Bugra Yurdasan, Deniz Zorlu