wildtiere
kreis ludwigsburg | 01. Februar 2018

Bestätigt: Wolf hat die Ziege bei Sersheim gerissen

Das Tier, das am 14. Januar in Sersheim eine Ziege totgebissen hat, war ein Wolf. Vermutlich handelt es sich um dasselbe Tier, das am gleichen Wochenende in Korntal-Münchingen gesehen wurde.

Dass ein Wolf im Landkreis unterwegs war, gilt inzwischen als gesichert.Archivfoto: dpa
Dass ein Wolf im Landkreis unterwegs war, gilt inzwischen als gesichert.Archivfoto: dpa

Durch die Analyse genetischer Spuren an der gerissenen Ziege in der Nähe von Sersheim hat das Senckenberg-Institut in Gelnhausen die Existenz eines zweiten Wolfs in Baden-Württemberg nachgewiesen. Das teilte das baden-württembergische Umweltministerium am Mittwoch mit. Der Ziegenhalter hat nun die Möglichkeit, eine Entschädigung aus dem Ausgleichsfonds Wolf zu beantragen.

Die Analyse des Senckenberg-Instituts hat ergeben, dass der Wolf aus der sogenannten italienischen Linie stammt (Alpenpopulation) und damit nicht identisch ist mit dem Tier, das in den letzten Wochen mehrfach im Nordschwarzwald nachgewiesen wurde.

Welches Geschlecht dieser zweite Wolf hat und aus welchem Rudel genau er kommt, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Dazu müssen die Proben zum Vergleich an ein Labor in Lausanne zur Genotypisierung geschickt werden. Es ist jedoch nicht sicher, ob diese gelingt, in jedem Fall werden die Vergleichstests mehrere Wochen dauern.

Wegen der räumlichen Nähe halten es die Experten der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg (FVA) für gut möglich, dass es sich bei dem Wolf um dasselbe Tier handelt, das vor rund zwei Wochen in Korntal-Münchingen nachgewiesen werden konnte. Ob der Wolf noch in der Region um Sersheim und Korntal unterwegs ist, ist nicht bekannt.

Das Umweltministerium gibt folgende Hinweise:

Wolfsbeobachtungen sollten umgehend der FVA unter Telefon (07 61) 4 01 82 74 gemeldet werden.

Bei Sichtungen von Wölfen zusammen mit eigenen Hunden sollten diese an die Leine genommen werden.

Wölfe sollten auf keinen Fall angelockt oder gar angefüttert werden.

Für den Fall, dass ein Wolf ein auffälliges Verhalten zeigt, dass er sich zum Beispiel ohne Scheu Menschen nähert, kann das Tier gefangen oder sogar geschossen werden. Derartige Maßnahmen können auf Basis des Bundesnaturschutzgesetzes unverzüglich umgesetzt werden.

Es ist ratsam, geeignete Schutzmaßnahmen für Nutztiere zu ergreifen. Kurzfristig können Nutztierhalter über die FVA Zaunsets ausleihen. (red)

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Mein Ort
Wählen Sie Ihren Ort
GerlingenDitzingenKorntal-MünchingenHemmingenSchwieberdingenEberdingenVaihingen an der EnzMöglingenLudwigsburgAspergKornwestheimRemseck am NeckarMarkgröningenOberriexingenSersheimTammFreiberg am NeckarBenningenMarbach am NeckarErdmannhausenAffalterbachSteinheim an der MurrMurrPleidelsheimIngersheimBietigheim-BissingenSachsenheimFreudentalLöchgauBesigheimHessigheimMundelsheimGroßbottwarOberstenfeldPrevorstGemmrigheimWalheimErligheimBönnigheimKirchheim am NeckarOttmarsheim
Nachrichten und mehr aus Ihrer Region!
Kinoprogramm
Schnellsuche

Wählen Sie eine oder mehrere der folgenden Suchoptionen aus:

Anzeige