autobahn 81
Ludwigsburg | 25. Oktober 2017

Lärmschutz könnte 2022 kommen

„Haarsträubend“ fand die Arbeitsgemeinschaft A 81 bisher die Fortschritte beim Lärmschutz an der A 81. Jetzt hat die Sache Fahrt aufgenommen. Nach neuem Zeitplan könnten Flüsterasphalt und Lärmschutzwände in fünf Jahren kommen.

Wie die Zeit vergeht: 2009 wurde erstmals für den Lärmschutz an der Autobahn demonstriert.Archivfoto: Alfred Drossel
Wie die Zeit vergeht: 2009 wurde erstmals für den Lärmschutz an der Autobahn demonstriert.Archivfoto: Alfred Drossel

„Endlich ein Silberstreif am Zeithorizont?“, fragt Reinhold Noz im Namen der Arbeitsgemeinschaft (AG) A 81, für die er sich seit fast zehn Jahren für Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn starkmacht. Bisher glich sein Kampf einer Sisyphusarbeit, und nicht nur einmal hatte er sich im Gestrüpp der Behörden verfangen, doch jetzt endlich gibt es einen Zeitplan: Laut der AG A 81 ist für die Öffnung der Seitenstreifen inklusive Lärmschutzwänden noch in diesem Jahr mit der Freigabe des Bundesverkehrsministeriums zu rechnen, dann könne mit dem Bau 2021 begonnen werden.

Hintergrund ist der Ausbau der A 81 auf acht Spuren. Dieser wiederum zöge nach Zusage des Landes Lärmschutzmaßnahmen nach sich. Dazu gehört der Einbau von Flüsterasphalt im betroffenen Bereich sowie Lärmschutzwände und Schallschutzfenster. Auf ihr Drängen, so die AG A 81, hätte nun ein Treffen mit dem Landesverkehrsministerium und dem Regierungspräsidium (RP) Stuttgart stattgefunden. Von den Kommunen waren Oberbürgermeister Werner Spec (Ludwigsburg), Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer (Möglingen), Bürgermeister Ulrich Storer (Asperg) und der Erste Landesbeamte Jürgen Vogt vom Landratsamt dabei, die AG A 81 war mit CDU-Stadtrat Reinhold Noz, dem Ex-FW-Stadtrat Roland Glasbrenner und dem Asperger CDU-Stadtrat Rolf Janiak vertreten.

Verzögerungen kritisiert

Reinhold Noz betonte, „eigentlich müssten die Seitenstreifenöffnung und die Lärmschutzmaßnahmen bereits seit 2014 abgeschlossen sein“. Das Bundesverkehrsministerium habe längst grünes Licht gegeben, so Noz weiter, die finanziellen Mittel seien bereitgestellt. „Weitere Verzögerungen sind nicht mehr akzeptierbar.“ Noch im August hatte Noz das Hin und Her seit 2009 als „unglaublich und haarsträubend“ bezeichnet. Wie Jürgen Holzwarth vom RP sagte, seien die vielen Verkehrsprojekte im Land sowie die Standsicherheitsprüfungen vieler Brücken verantwortlich. Außerdem hätte das Bundesverkehrsministerium Ende 2016 verlangt, die statische Sicherheit der Autobahnbrücke zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Pleidelsheim zu überprüfen. Zwischenzeitlich stehe fest, dass die Brücken statisch in Ordnung sind. Auch die Brücke an der Anschlussstelle Ludwigsburg-Süd und eine Unterführung im Feldwegbereich Möglingen müssen aus statischer Sicht die nächsten 15 bis 20 Jahre nicht saniert, sondern nur verstärkt werden.

Deshalb habe man die verlangten Nachweise für die temporäre Freigabe der Standstreifen vor etwa drei Wochen an das Bundesverkehrsministerium weitergeleitet. „Bis zum Jahresende haben wir den nötigen Gesehen-Vermerk vom Bund“, sagte Reinhold Noz im Gespräch mit unserer Zeitung. Unabhängig von der Seitenstreifenfreigabe, dem späteren achtspurigen Ausbau und der Errichtung von Lärmschutzwänden im Bereich Asperg und Eglosheim aber könnte bereits mit der Belagsanierung auf der A 81 inklusive Flüsterasphalt begonnen werden, betonte Noz. Für die Maßnahme, die eine Lärmreduktion um vier Dezibel bringen soll, seien keine weiteren Genehmigungen nötig.

Einstufung als „weiterer Bedarf“

Zum Bedauern der AG war der achtspurige Ausbau der A 81 und damit auch die Öffnung der Seitenstreifen samt Lärmschutzmaßnahmen nicht in die Liste der Baumaßnahmen bis 2030 (Bundesverkehrswegeplan) aufgenommen worden. Eingestuft ist es mit „weiterem Bedarf mit Planungsrecht“. Damit liege der Ball beim Land, so Reinhold Noz.

Ministerialdirektor Uwe Lahl habe zugesagt, zu prüfen, ob der Flüsterasphalt bald eingebaut werden könne. Den Spatenstich für die temporäre Freigabe habe Lahl noch für den Zeitpunkt vor der nächsten Landtagswahl 2021 zugesagt, berichtet Noz. Davon ausgehend, könne mit Fertigstellung 2022 gerechnet werden. Beruhigt ist Noz nicht, der „nach acht Jahren Drängeln ganz zufrieden“ ist. Er will wachsam bleiben: „Wir bleiben am Ball.“ Der endgültige Zeitplan soll ab Sommer 2018 veröffentlicht werden, wenn die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums vorliegt. Der endgültige Ausbau der jeweils 4 Fahrspuren soll später erfolgen, inklusive der Erneuerung der Brücken in dem Abschnitt. Reinhold Noz bleibt realistisch: „Das kann noch zehn Jahre dauern.“

von janna werner
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