Kulturangebot
Ludwigsburg | 26. September 2017

Neue Impulse in der Frühförderung

Die Musikimpulse haben sich in den vergangenen sechs Jahren erfolgreich in Kitas und Grundschulen etabliert. Nun will die Stadt die kulturelle Frühförderung auch Dritt- und Viertklässlern anbieten. Darüber hinaus soll das Angebot um Theater, Tanz und Kunst erweitert werden. Damit einher gehen aber auch erhöhte Gebühren für Eltern.

Kinder mit Kunst in Berührung bringen: Das will das Projekt Kulturimpulse der Stadt.Foto: Fotolia
Kinder mit Kunst in Berührung bringen: Das will das Projekt Kulturimpulse der Stadt.Foto: Fotolia

Das Projekt Musikimpulse findet Anklang. „Nach der Pilotphase werden wir sehr gut angenommen“, sagte Wiebke Richert, die Bereichsleiterin Kunst und Kultur in der Stadtverwaltung. Sie berichtete vor Stadträten über das Projekt, das seit sechs Jahren wöchentlich an Kitas und Grundschulen stattfindet. „Es ist ein niederschwelliges Musikangebot und soll den Kindern Spaß machen.“ Dabei kooperiert die Stadt mit der Jugendmusikschule, dem Stadtverband der Gesang- und Musikvereine Ludwigsburg sowie mit Kitas und Schulen. Rund 1400 Kinder in 62 Einrichtungen erreicht der Musikunterricht mittlerweile. Und es sollen noch mehr werden. Denn das Angebot fördere auch die Persönlichkeitsbildung der Kinder, so Richert. Eine Evaluation der Evangelischen Hochschule bescheinige die positive Wirkung des Programms unter anderem auf Motorik, Sprachvermögen und Kreativität des Nachwuchses. Damit das Angebot nicht nach der zweiten Klasse aufhört, soll das Konzept erweitert werden für Dritt- und Viertklässler. Darüber hinaus sollen die Kulturimpulse dazukommen. „Es bleibt weiterhin ein musikalischer Schwerpunkt“, erklärte Wiebke Richert den Stadträten. Rund 15 Prozent des Programms sollen künftig Tanz, Theater und Kunst umfassen.

Mit den Erweiterungen stellen sich auch neue Herausforderungen. „Wir arbeiten mit sehr guten Fachkräften zusammen. Wir müssen schauen, dass wir diese halten. Sie sind der wichtigste Erfolgsfaktor für das Gelingen“, so Richert. Das bedeute, dass die Stundenhonorare für Lehrkräfte von 29 auf 30 Euro steigen. Des Weiteren müsse eine neue Finanzierungsstruktur geschaffen werden. Dazu gehöre, dass die Elterngebühren nicht mehr neun Euro im Monat, sondern 11,50 Euro betragen. „Es ist immer noch ein sehr günstiges Angebot für einmal die Woche“, so Richert. Dennoch gebe es Familien, für die das Angebot schwerer oder nicht mehr finanzierbar sei. Daher seien folgende Sozialermäßigungen geplant: Inhaber des Bildungs- und Teilhabepakets des Bundes können wie bisher kostenfrei teilnehmen. Inhaber der Ludwigsburg Card bezahlen eine reduzierte Gebühr von 5,75 Euro.

Die Stadträte im Kulturausschuss des Gemeinderats lobten die Projektarbeit und stimmten den Erweiterungsideen zu. „Wir sind der Meinung, dass es gut und wichtig ist“, sagte etwa Reinhardt Weiss von den Freien Wählern. „Wir stimmen der Erhöhung zu. Ein besseres Angebot kostet eben auch mehr“, sagte Jochen Eisele (FDP). Elke Kreiser (CDU) betonte, dass es wichtig sei, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, das Angebot zu nutzen. „Wir legen Wert darauf, dass es unabhängig ist von Glauben und Geldbeutel.“

Die SPD hatte sich zunächst gegen die Gebührenerhöhung ausgesprochen. „Wir wollten es bei zehn Euro deckeln“, sagte Annegret Deetz. „Wer mehr Geld hat, den hätte man ermutigen können, Spenden zu machen. Bei pädagogischen Kräften sehen wir die Anhebung der Honorare als Minimum an.“ Auch Michael Vierling (Grüne) bezeichnete die Honoraranhebung als bescheiden, „aber besser als nichts.“ Der Elternbeitrag von 11,50 Euro „tut schon weh“, so Vierling. Dennoch sei es wichtig, die Angebotsstruktur zu erweitern, man sei noch weit entfernt davon, allen Kindern das Angebot machen zu können. Mit Blick auf die Erweiterung des Angebots für Dritt- und Viertklässler fragte CDU-Stadträtin Kreiser, inwiefern eine Kooperation mit Vereinen bestehe. „Werden die Kinder in die Musikschule, in die Vereine weitergeführt?“ Die Leiterin der Jugendmusikschule, Christiane Schützer, betonte, dass sie sich sehr über den Austausch mit dem Stadtverband freue. Auch zu Blasvereinen in den Stadtteilen suche man derzeit das Gespräch. „Die Vereine suchen Nachwuchs, wir bilden Kinder aus. Dabei geht es nicht nur um lebenslanges Lernen, sondern die Kinder wollen vielleicht später auch mal etwas mit den Instrumenten machen“, sagte Schützer. „Ich könnte mir gut vorstellen, Hand in Hand zu arbeiten. Die Gespräche dürfen nicht in Konkurrenz stattfinden. Kinder sollen auch ein Hobby haben, damit sie später einmal in Laienmusikgruppen teilnehmen können.“

VOn Martina Peao
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