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Sanierung

Altes Stadtbad mit neuer Mensa

Wo früher Schwimmer ihre Bahnen zogen, essen jetzt Schüler zu Mittag: Das historische Stadtbad in der Alleenstraße hat nach einer Sanierung wieder seine Türen geöffnet – als Mensa und Lernzentrum für die Schulen. Wer sich das Ergebnis anschauen will, hat am Samstag dazu Gelegenheit.

Frisch saniert: Wo früher das Schwimmbecken war, kann jetzt an Tischen zu Mittag gegessen werden. Foto: Oliver Bürkle
Frisch saniert: Wo früher das Schwimmbecken war, kann jetzt an Tischen zu Mittag gegessen werden. Foto: Oliver Bürkle

Für die 3785 Schüler des Innenstadtcampus war es in der Feuerseemensa und der Mensa des CVJM zu eng geworden. Deshalb entschied sich der Gemeinderat vor zweieinhalb Jahren dafür, das seit Februar 2016 nicht mehr genutzte Stadtbad umzufunktionieren. In optimaler Lage, mitten auf dem Schulcampus, können dort nun im Dreischichtbetrieb über 500 Schüler verköstigt werden.

„Mit der neuen Mensa im alten Stadtbad ist der Schulcampus Innenstadt jetzt optimal aufgestellt. Wir haben damit alle Flächen und Bauten für die Bildung aktiviert“, erläuterte Erster Bürgermeister Konrad Seigfried. „Das Stadtbad ermöglicht nicht nur den Ausbau der Essensangebote, sondern wird zum zeitgemäßen Lernzentrum für die Schulen und auch individuell für die Schüler.“

Von 7.45 bis 10.30 Uhr können die sechs Innenstadtschulen – Elly-Heuss-Knapp-Realschule, Friedrich-Schiller-Gymnasium, Gemeinschaftsschule Innenstadt, Goethe-Gymnasium, Justinus-Kerner-Schule und Mörike-Gymnasium – das Stadtbad reservieren, zum Beispiel für Projektarbeiten oder Workshops.

Nachmittags von 14 bis 17 Uhr dient das Stadtbad auch als Selbstlernzentrum für die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5. Sie können entweder im Essbereich, auf der Galerie oder in speziellen Lernboxen mit Strom- und Internetanschlüssen Platz nehmen. Die Kinder und Jugendlichen lernen und essen im Stadtbad in ganz besonderem Ambiente – denn dem städtischen Fachbereich Hochbau und Gebäudewirtschaft ist es gelungen, den Bad-Charakter und speziellen Charme des Jugendstilgebäudes aus dem Jahr 1908 zu erhalten und sogar noch stärker hervorzuheben.

Das ehemalige Schwimmbecken ist noch gut als solches erkennbar: Der Beckenrand wurde erhalten und der Boden des jetzigen Speisebereichs um circa 40 Zentimeter abgesenkt, so dass der Rand zur Sitzfläche wird. Besonders originell wird in den ehemaligen Wannenbädern mit der Vergangenheit des Gebäudes gespielt: Die kleinen Räume dienen jetzt als Besprechungs- und Coachingzimmer für die Gemeinschaftsschule. Dafür wurden die Badewannen einfach zu Tischgestellen umfunktioniert.

„Ich bin begeistert vom Ergebnis der Sanierung“, so Baubürgermeisterin Gabriele Nießen. „Das Stadtbad ist ein architektonisches Juwel Ludwigsburgs, das nun wieder seinen ganz besonderen Glanz entfalten kann. Die Sanierung macht deutlich, wie ein respektvoller Umgang mit der historischen Bausubstanz und Raumaufteilung durch sensible und gute Architekten qualitätsvoll gelingen kann.“

Die Fassade des Gebäudes möchte die Stadtverwaltung zu einem späteren Zeitpunkt sanieren – nach dem Abriss des ehemaligen Schülercafés PaSta, das vor dem Stadtbad steht. Die Stadt plant einen neuen Jugendtreff im ehemaligen Saunabereich des Stadtbads. (red)

INFO: Interessierte können das Stadtbad am Samstag, 11. Mai, von 10 bis 13 Uhr besichtigen. Mitarbeiter der Stadt sind vor Ort, um Fragen zu beantworten.