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Anfang 2023 ist Schluss mit der Wäscherei am Ludwigsburger Klinikum

Noch ist die Wäscherei am Klinikum in Betrieb. Archivfoto: LKZ
Noch ist die Wäscherei am Klinikum in Betrieb. Archivfoto: LKZ
Die Schließung der Wäscherei am Ludwigsburger Klinikum ist beschlossene Sache. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben, wie die Regionale Kliniken Holding (RKH) versichert. Betroffen sind circa 50 Mitarbeiter.

Ludwigsburg. Sie hatten sich mit Unterstützung des Betriebsrates lange gegen die Schließung ihrer Arbeitsstätte gewehrt. Ohne Erfolg. Auch wenn die Entscheidung im Aufsichtsrat des Verbundes der Regionalen Kliniken Holding für das Ende der Wäscherei mit denkbar knapper Mehrheit getroffen worden ist, ändert das nichts am Ergebnis.

Die Wäscherei wird im zweiten Quartal des Jahres 2023 aufgegeben und diese Arbeit von einem externen Dienstleister erledigt.

„Bis dahin stellt die Klinik-Wäscherei wie bisher die Wäscheversorgung sicher. Derzeit werden die Ausschreibungen für die externe Vergabe vorbereitet“, teilt Alexander Tsongas aus der Pressestelle der RKH auf Anfrage mit. „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden innerhalb der Klinik weiter beschäftigt“, heißt es weiter.

Europaweite Ausschreibung

Wo die Wäschemenge von zehn Tonnen pro Tag künftig gereinigt wird, steht noch nicht fest. Die Arbeiten müssen europaweit ausgeschrieben werden. Der Betriebsrat hatte auch ins Feld geführt, dass es aus ökologischer Sicht nicht vertretbar sei, die Wäsche quer durch Deutschland oder gar ins Ausland zu transportieren.

„Momentan gibt es keine Bereiche, die für ein Outsourcing geprüft werden“, lautet die Antwort auf die Frage, ob es Pläne für die Auslagerung weiterer Bereiche gebe. Der Betriebsrat hatte im Zusammenhang mit der Schließung der Wäscherei die Befürchtung geäußert, dass auch Lager, Apotheke oder Fuhrpark betroffen sein könnten. Dann wären weitere circa 250 tarifgebundene Arbeitsplätze betroffen.

Was wird mit den frei werdenden Räumlichkeiten am Klinikum geschehen? Bisher gibt es offenbar noch keine konkreten Pläne. Diese sollen in der künftigen baulichen Gesamtplanung der RKH-Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim Berücksichtigung finden, so die vage Auskunft.

Maschinen sind teilweise 30 Jahre alt

Die RKH hat die Schließung der Wäscherei mit dem hohen Sanierungsbedarf begründet. Die Maschinen seien teilweise 30 Jahre alt. Auch durch eine Grundsanierung lasse sich dieses Problem nicht lösen, da die vorhandene Fläche für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ausreiche. Die Suche nach einer Fläche, auf der ein Logistikzentrum errichtet werden könnte, war ergebnislos verlaufen. Dort sollten auch andere Einrichtungen des Klinikums untergebracht werden.

Dass dies nicht gelungen ist, kann Betriebsrat Hagen Klee nicht nachvollziehen. Vielmehr verweist er auf den Verkauf des Zentrallagers von Möbel Hofmeister in Bietigheim-Bissingen an einen Investor sowie auf ein Grundstück an der Schwieberdinger Straße.

Er richtet den Blick auf die Betroffenen: „Der größte Teil der Beschäftigten aus der Wäscherei wird im Bereich Gebäudereinigung eingesetzt. In der Wäscherei zu arbeiten ist etwas anderes, als zu putzen“, sagt er. Außerdem hätten einige Beschäftigte befristete Verträge, die jetzt vermutlich nicht verlängert werden.

Betriebsrat richtet Augenmerk auf betroffene Mitarbeiter

„Wir haben alles probiert und sind froh, uns so eingesetzt zu haben“, kommentiert er die Entscheidung. Der Betriebsrat hatte Unterschriften gesammelt und die Verantwortlichen bei einer Podiumsdiskussion an einen Tisch geholt. Wichtig sei jetzt, das Augenmerk darauf zu richten, wie der Umgang mit den betroffenen Mitarbeitern aussieht.