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Weinberge

Auf der Spur der Premiumtropfen

Neue Tour rund um Alt-Hoheneck mit Weinerlebnisführerin Daisy Knisel – Immer wieder gibt es Weine zum Testen

Daisy Knisel (links) erzählt den Teilnehmern von Steillagen, Reben und Weinen.Foto: H. Wolschendorf
Daisy Knisel (links) erzählt den Teilnehmern von Steillagen, Reben und Weinen. Foto: H. Wolschendorf

Der Neckarheld landete ebenso im Glas wie der Sommer im Park, der beim Wengerthäusle geschlotzt wurde. Dass Reben einen Erziehungsschnitt brauchen und dass der Trollinger besser ist als sein Ruf, erfuhren Teilnehmer einer neuen Weinerlebnisführung rund um Alt-Hoheneck. „Die Ludwigsburger Steillagen und seine Premiumweine entdecken“ lautete das Motto.

Daisy Knisel wanderte mit ihrer Gästeschar bei dieser Premiere zu Steillagen, die sich nicht jedem auf Anhieb erschließen. Es waren eher die verschwiegenen Ecken mitten in der Natur, die Daisy Knisel mit ihrer Gruppe ansteuerte. Knisel vereint als studierte Biologin und Sportwissenschaftlerin die Themen Natur und Wandern eigentlich perfekt. Lange war sie auch als zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin unterwegs, bevor sie sich 2019/2020 zur Weinerlebnisführerin ausbilden ließ.

So bringt sie den Menschen nicht nur Weinanbaugebiete, sondern auch die Natur näher. Etwa den Mohn, der wild zwischen Weinbergmauern wächst und den Wert des Grüns, das beim biologischen Weinbau zwischen den Reben üppig gedeihen darf. Der dreistündige Rundgang begann am Dorfbrunnen in Alt-Hoheneck auf spritzig lebhafte Weise mit einem Rieslingsekt der Weingärtner Marbach, dessen Trauben hier aus den Hohenecker Weinbergen stammen. „Der ist richtig schön trocken“, so das Urteil der Weinerlebnisführerin, die von der Flaschengärung, dem Naturkorken und der Agraffe berichtete. Was Letztere bedeutet war mal eine Frage bei der Quiz-Sendung „Wer wird Millionär?“. Es handelt sich um das Drahtgestell um den Sektkorken.

Es ging zu Fuß Richtung Ölmühle, vorbei an Reben, die Draht als „erzieherische Maßnahmen“ brauchen. „Bei einem runden Bogen gibt es mehr Knospen“, erläuterte Daisy Knisel und machte sogleich klar, dass es sich beim Wein um ein Lianengewächs handelt. „Der Riesling ist da besonders rankfreudig“, berichtete sie.

Wenn eine Weinbergmauer kalbt, dann wölbt sie sich nach vorne und wird instabil. Mit den richtigen Kenntnissen passiert so etwas nicht, weshalb es auch einen kleinen Exkurs zum Errichten von Natursteinmauern gab. An einem Platz mit Aussicht auf Neckar und Neckarweihingen kam der Neckarheld ins Glas, ein edel ausgebauter Trollinger aus der Steillage und der neue von den Weingärtnern Marbach hergestellte Ludwigsburger Stadtwein.

Sollte man wirklich beste Lagen hergeben, um einen Trollinger anzubauen? Daisy Knisel hatte da eine klare Meinung: „Der Trollinger ist ein Kulturgut, er gehört zu Württemberg“, sagte sie. Die Bewirtschaftung der Steillagen ist schwere Arbeit und so werden immer mehr aufgegeben. Daisy Knisel wies auch auf verwaiste, verbuschte und mit Bäumen bewachsene einstige Rebhänge hin. Nach dem Gang durch die Reben machte die Gruppe bei einem verschwiegen-romantischen Häuschen halt. Hier hatte die Weinerlebnisführerin alles vorbereitet für den Sommer im Park. Einen Cabernet Rosé des Weinguts Graf Adelmann, das hier in Hoheneck auf biologischen Weinbau setzt.

Zum Abschluss gibt’s einen Lemberger

Gestärkt ging es weiter Richtung Burg, wo schon Erika und Harald Hermann warteten. Die Vesperteller wurden gereicht und an der langen Tafel mitten im Garten erzählte Harald Hermann, der bis zu seiner Pensionierung in der Automobilindustrie tätig war, von alten Reben die er hegt und pflegt, und dass es die Hohenecker doch ganz gut mit ihm als Neckarweihinger meinen. Und dass seine Frau und er nach dem Schaffen auch gerne entspannen. Beim Wein natürlich. Zum Abschluss schenkte er einen Lemberger aus. Da war der Nachmittag schon in den Abend übergegangen.

Info: Die nächste Steillagen-Weinerlebnistour rund um Alt-Hoheneck mit Daisy Knisel findet am Sonntag, 10. Oktober um 14 Uhr statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.natur-erlebnis-genuss.de.

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