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Aufgeheizte Stimmung vor der AfD-Wahlveranstaltung in Ludwigsburg

Stadt holt am Nachmittag Deutschlandflagge ein – 100 Demonstranten umstellen den Eingang zum Forum am Schlosspark – Im Bürgersaal rund 300 Besucher

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50 Einsatzkräfte versuchten gestern Abend, den Zugang zur AfD-Wahlkampfveranstaltung frei zu halten.Foto: Bürkle

Ludwigsburg. Rund 100 Demonstranten haben sich vor dem Forum am Schlosspark versammelt, um gegen die große Wahlkampfveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) zu protestieren. Die Polizei zeigt mit mehreren Streifenwagen, Anti-Konflikt-Team und Hundestaffel Präsenz. 50 Einsatzkräfte sind vor Ort. „Es könnten mehr Demonstranten sein“, sagt Oliver Kube, Sprecher des Bündnisses „Ludwigsburg gegen Rechts“, das zum Protest aufgerufen hat. „Wichtig ist aber, dass Leute da sind. Es ist ein breites Spektrum vertreten.“ Junge und ältere Menschen sind vor Ort. Mit Banner ausgerüstet stellen sie sich rund um den Haupteingang.

Eine kleine Gruppe Jugendlicher stürmt vor und will direkt vor den Eingang gelangen, die Securitys reagieren sofort und stoßen sie zurück, eine Demonstrantin stürzt. Es kommt zur Rangelei, die Polizei greift ein und zerrt ein paar Demonstranten weg. Die Anti-AfD-Rufe werden lauter: „Stoppt den Rechtsruck in der BRD.“

„Das ist verbale Gewalt“, sagt einer aus dem AfD-Kreisvorstand, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Andere Meinungen unterzudrücken, ist Faschismus.“ Der AfD passt es gar nicht, dass die Demonstranten den Eingang versperren möchten.

„Wir versuchen, den Zugang frei zu halten. Räumen wäre nur mit größerer Gewalt möglich“, sagt der Einsatzleiter der Polizei, Alexander Bross. „Die Stimmung ist nicht gewalttätig, sie ist aufgeheizt. Die Proteste sind friedlich“, so Bross. Bis zum Beginn der Veranstaltung gibt es dennoch zwei Festnahmen. Währenddessen versammeln sich rund 300 Besucher im Bürgersaal. Über die Wahlveranstaltung berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.

Die Demonstranten ziehen sich nach Beginn der Veranstaltung zurück. Insgesamt bewertet Kube die Aktion als Erfolg. „Wir haben ein deutliches Zeichen gesetzt, dass die AfD in Ludwigsburg nicht willkommen ist“, sagt er.

Anti-AfD-Parolen am Boden

Bereits am Montagabend hatten drei unbekannte Täter Anti-AfD-Parolen vor den Eingang des Forums auf den Boden gesprüht, die von den Technischen Diensten der Stadt schnell wieder entfernt wurden. Später gingen bei der Stadt Proteste ein, weil vor dem Forum drei Flaggen wehten: die Deutschlandfahne, die Baden-Württemberg-Fahne und die Ludwigsburg-Fahne. Die AfD hatte diese als Veranstalter an den Masten vor dem Forum gehisst. Nach den Schmierereien vom Vorabend befürchtete die Stadtverwaltung offenbar, die Fahnen könnten die Stimmung und den Konflikt weiter anheizen. Sie beschloss, die Deutschlandfahne und die beiden anderen Fahnen wieder herunterzuholen. Zwar seien die Fahnenstangen von der AfD mit dem Saal mitgemietet worden, jedoch habe man nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf die AfD-Veranstaltung lenken wollen, so die Begründung aus dem Rathaus.

Die Schlossfestspiele hatten ihr großes Werbebanner auf dem Vorplatz mit einem schwarzen Tuch zugehängt, um nicht der AfD-Veranstaltung in Verbindung gebracht zu werden.