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Bekenntnisse zu einem friedvollen Europa

Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet beim Ehrenmal für die Toten. Die Ludwigsburger Delegation verteilt Friedenstauben aus Lebkuchenteig. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet beim Ehrenmal für die Toten. Die Ludwigsburger Delegation verteilt Friedenstauben aus Lebkuchenteig. Foto: Stadt Ludwigsburg
Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet beim Ehrenmal für die Toten. Die Ludwigsburger Delegation verteilt Friedenstauben aus Lebkuchenteig. Fotos: Stadt Ludwigsburg
Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet beim Ehrenmal für die Toten. Die Ludwigsburger Delegation verteilt Friedenstauben aus Lebkuchenteig. Foto: Stadt Ludwigsburg
Gedenkfeiern in Montbéliard zum Ende des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren – Deutsch-französische Beziehung als wichtiges Bindeglied

Das Jahr 2018 steht in Ludwigsburgs französischer Partnerstadt Montbéliard unter einem besonderen Thema: Kindergärten, Schulen, Vereine und Institutionen waren aufgerufen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zum Frieden zu leisten. Mit einer Vielzahl von großen und kleinen Aktionen, Aufführungen, Ausstellungen, Konzerten, Konferenzen und Workshops folgten die Montbéliarder dem Aufruf ihrer Stadtverwaltung.

Einige Beiträge wurden in Zusammenarbeit mit Ludwigsburger Partnern erarbeitet, zum Beispiel die Ausstellung in der Mediathèque „Künstler für den Frieden“. Dort präsentieren auch zehn Ludwigsburger Künstler ihre Werke. Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet und Stadträtin Annegret Deetz hatten diese Ausstellung eröffnet.

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten fand in den Tagen um den 11. November statt – genau hundert Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918. Bürgermeisterin Biguinet war es ein großes Anliegen, diese Momente gemeinsam mit ihrem Ludwigsburger Kollegen zu feiern. Oberbürgermeister Werner Spec wurde von den Stadträten Annegret Deetz, Dr. Daniel O’Sullivan und Dr. Michael Vierling begleitet. Aus der Stadtverwaltung gehörten Sabine Stanjeck und die Städtepartnerschaftsbeauftragte Christine Süß zur Delegation. Aus Ludwigsburg waren außerdem Schüler- und Lehrergruppen des Goethe- und des Schiller-Gymnasiums mit den beiden Schulleitern Wolfgang Medinger und Ulrich von Sanden dabei sowie Vertreter der Reservistenkameradschaft.

Die Delegation reiste bereits am Freitag, 9. November, an, um an der Gedenkfeier zum 48. Todestag von General Charles de Gaulle teilzunehmen. In ihren Reden würdigten Bürgermeisterin Biguinet und Oberbürgermeister Spec diesen großen Europäer, der gemeinsam mit Konrad Adenauer den Grundstein für die deutsch-französische Aussöhnung und die Entstehung Europas bewirkt hatte. Spec ging in seiner Rede auch auf die legendäre Rede de Gaulles „An die deutsche Jugend“ 1962 im Ludwigsburger Schloss ein, in der de Gaulle mit seinem Charisma und seinen begeisterten Worten bei den überwiegend jugendlichen Teilnehmern eine große Hingabe an ein gemeinsames Europa in Frieden und Freiheit entfachte.

Auch während der Gedenkfeier am 11. November gedachten Bürgermeisterin Biguinet und OB Spec dieses großen Staatsmanns, der nach zwei schrecklichen Kriegen mit Millionen von Toten und Kriegsopfern, Witwen und Waisen, sich mit ganzer Kraft für die Aussöhnung der beiden ehemals verfeindeten Nationen und für ein geeintes freiheitliches Europa einsetzte. Biguinet betonte, wie wichtig es für sie sei, diesen Moment mit ihrem deutschen Amtskollegen begehen zu dürfen. Beide Bürgermeister wiesen auf die Bedeutung des Zusammenhalts von Frankreich und Deutschland für den Erhalt Europas und seiner demokratischen Werte hin, vor allem im Angesicht zunehmender nationalistischer und populistischer Tendenzen, die an den Fundamenten der Demokratie rüttelten.

Oberbürgermeister Spec rief dazu auf, sich an so mutigen Vorbildern wie de Gaulle, Adenauer und Lucien Tharradin zu orientieren, dem Bürgermeister aus Montbéliard, der 1950 die Initiative zur ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaft ergriffen hatte. Bei dieser Gedenkfeier zum Ende des Ersten Weltkriegs, bei der traditionell Veteranenverbände, Vertreter des Départements und des Regionalparlaments teilnehmen, hatte sich auch eine Abordnung der Ludwigsburger Reservistenkameradschaft eingefunden. Diese war 2014 eine Partnerschaft mit Reservisten aus Montbéliard eingegangen. Auch sie legten einen Kranz am Ehrendenkmal nieder.

Nach den Trompetenklängen zu Ehren der Gefallenen, der „Sonnerie aux Morts“, sowie den französischen und deutschen Hymnen trugen Schulkinder das Lied „Kanon des Friedens“ vor. Zudem wurden die Namen all jener Toten des Ersten Weltkriegs vorgelesen, die aus Montbéliard stammten. Im Anschluss an diese ergreifende und patriotische Gedenkfeier, die ganz unter dem Zeichen der deutsch-französischen Aussöhnung stand, verteilte die Ludwigsburger Delegation an die französischen Teilnehmer 300 Friedenstauben. Diese hatte die Ludwigsburger Bäckerei Anders hergestellt, aus Lebkuchenteig und verziert mit weißer Glasur. (red)