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Jugendmusikschule

Bilanz eines außergewöhnlichen Jahres

Ein turbulentes Schuljahr geht für die Jugendmusikschule Ludwigsburg zu Ende: zuerst der zweite Teil des Jubiläumsjahres, dann die Coronapandemie. Die finanzielle Lage bleibt jedoch weiterhin stabil, obwohl der Zuschuss von der Stadt für 2020 um zehn Prozent gekürzt wird.

Im vergangenen Jahr feierte die Jugendmusikschule ihr 50-jähriges Bestehen. 2020 heißt die Herausforderung Corona. Archivfoto: Andreas Becker
Im vergangenen Jahr feierte die Jugendmusikschule ihr 50-jähriges Bestehen. 2020 heißt die Herausforderung Corona. Foto: Andreas Becker

„Es war ein besonderes und ein schönes Jahr“, sagt Christiane Schützer, die Leiterin der Jugendmusikschule Ludwigsburg, wenn sie vom Jahr 2019 spricht, in dem die Jugendmusikschule 50Jahre alt wurde. Die Feierlichkeiten seien eine gute Basis für die Zukunft, die nächsten 50 Jahre gewesen. Doch gleich im darauffolgenden Jahr, 2020 kam, völlig unerwartet, die Coronapandemie und die Jugendmusikschule musste von jetzt auf gleich ihre Unterrichte auf digitale Stunden umstellen. Eine Herausforderung, die die Jugendmusikschule gemeistert hat (wir berichteten).

Doch die Coronakrise wird Christiane Schützer und ihr Team noch weiter beschäftigen – auch weil der jährliche städtische Zuschuss wegen der finanziellen Notlage der Stadt für 2021 um zehn Prozent gekürzt wird. Das hatten die Stadträte bei ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause einstimmig beschlossen. Sowohl die institutionelle Förderung, die 33Prozent der Personalkosten abdeckt, als auch die Talente- und Begabtenförderung werden demnach um zehn Prozent gekürzt. Lediglich der Mietkostenzuschuss für die Räume in der Karlskaserne wird nicht reduziert, weil er innerhalb des städtischen Haushalts verrechnet wird. Etwas mehr als 60000Euro würde die Jugendmusikschule im nächsten Jahr dann weniger bekommen. „Wir haben einige gute Jahre hinter uns“, sagt Schützer im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch der jährliche Zuschuss durch die Stadt habe dazu beitragen. Es könne nun so gewirtschaftet werden, dass durch die reduzierte Förderung keine existenzielle Not entstehe.

Auch das Wirtschaftsjahr 2019 macht da keine Ausnahme: Die Jugendmusikschule erwirtschaftete einen Überschuss von 19900Euro. Der zuverlässige Garant für die wirtschaftliche Stabilität seien die dynamische Kommunalförderung, der Zuschuss des Landes Baden-Württemberg und eine regelmäßige Anpassung der Unterrichtsentgelte. Die jährliche Entgelterhöhung bringe den Instrumental-und Vokalunterricht für viele Familien inzwischen an den Rand der finanziellen Leistbarkeit. Einen Ausgleich schaffen neben der zehnprozentigen Familienermäßigung vor allem die Stipendien der Talent- und Begabtenförderung und die Sozialermäßigung der Ludwigsburg Card.

Stand März 2020 werden in der Jugendmusikschule 3295 Schülerbelegungen in 815 Jahreswochenstunden unterrichtet. Davon erhalten 42Prozent der Schüler eine musikalische Ausbildung in den Instrumental-, Vokal- und Elementarfächern. Darüber hinaus bietet die Jugendmusikschule mit 70 kommunalen Bildungspartnern ein umfassendes, qualifiziertes musikalisches Kooperationsangebot, das mehr als die Hälfte des Musikschulbetriebs umfasst: 1073 Kinder werden in Kindergärten und Grundschulen mit den Ludwigsburger MusikImpulsen und 70 Kinder im städtischen Musikkindergarten Villa Sonnenschein erreicht. 150 Kinder erhalten Unterricht im landesweiten Programm „Singen – Bewegen – Sprechen“ (SBS) und 377 Kinder mit Singangeboten in der Grundschule. Das zeigt den Erfolg der Kooperationen. 2009 wurden durch solche lediglich 41Kinder erreicht. Insgesamt hat sich die Schülerzahl in den vergangenen zehn Jahren beinahe verdoppelt: 2009 waren es 1525Kinder und Jugendliche, im vergangenen Jahr 2935. Gerade durch die Kooperationen wurden immer mehr Kinder bis zu neun Jahren erreicht. 731 bekamen 2010 Unterricht, 2009 waren es 1927.

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