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„Antiquaria“-Messe
Der Blick schweift in die Welt

Reiseberichte und internationaler Austausch: Die Antiquaria.Fotos: privat
Reiseberichte und internationaler Austausch: Die Antiquaria. Foto: privat
Reiseberichte und internationaler Austausch: Die Antiquaria.Fotos: privat
Reiseberichte und internationaler Austausch: Die Antiquaria. Foto: privat
Die 34. „Antiquaria“-Messe in der Musikhalle setzt den Fokus auf Internationalität

Ludwigsburg. Die „Antiquaria“ ist ein echter Dauerbrenner – in diesem Jahr bekennt sie erstmals Farbe. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: In Regenbogenfarben getönt erscheint heuer der Katalog der 34. Antiquariatsmesse in der Musikhalle, die heute beginnt. „Antiquaria multikultura“ lautet das Motto, das sich Veranstalterin Petra Bewer und ihr Beirat auf die Fahnen geschrieben haben. Angesichts der gesellschaftlich-politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre sei es Zeit, sich den Themen Toleranz, Vielfalt und Freiheit zu widmen. „Wir wollen Haltung zeigen“, sagt Bewer. „Kunst und Kultur brauchen Offenheit.“ Bestes Beispiel dafür sei die Barockstadt mit ihren Baumeistern und Künstlern aus ganz Europa, die ihre Spuren in den vergangenen Jahrhunderten hier hinterlassen hätten und die Stadt bis in die Gegenwart prägten. Aufzuzeigen, welche Spuren die Geschichte im Hier und Jetzt hinterlassen hat: Wer könnte das besser als die Antiquare?

Wie üblich folgen alle 56 Aussteller – darunter drei neue – dem diesjährigen Rahmenthema, indem sie entsprechende Bestände präsentieren. Das Spektrum ist wieder riesig: Von der mit feiner Linie gezeichneten Weltkarte über den Reisebericht bis hin zu Drucken von Lessings Ideendrama „Nathan der Weise“ geht das Angebot.

Ein Höhepunkt des Katalogs – nicht zuletzt in preislicher Hinsicht – ist das „Musikalische Album“ von Aloys Fuchs mit 115 musikalischen, ihm gewidmeten Manuskripten berühmter Komponisten, etwa Beethoven, Chopin und Schubert. Für diese auch in ihrer Dichte einmalige Rarität werden 1,8 Millionen Euro aufgerufen. Ob das Buch einen Abnehmer findet? Man darf gespannt sein. Vergleichsweise günstig ist da noch das älteste Buch aus dem Katalog – die „Basler Inkunabel“ von 1488. Auf 250 Blättern enthält sie auch Musikalisches – nämlich gregorianischer Choräle in der damals üblichen Notation.

Rund 20.000 Bücher, Autographe und Grafiken werden in diesem Jahr in der Musikhalle präsentiert, um das Interesse der Sammler zu wecken. Heute um kurz nach 15 Uhr entscheidet das Los, welcher Interessent das jeweilige Stück aus dem Katalog erhält. Für alle anderen gilt wie immer: Schauen kostet nichts.

Info: Die Antiquaria ist heute von 15 bis 20 Uhr, morgen von 11 bis 19 Uhr und am Samstag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Heute um 20.15 Uhr erhält der Schriftsteller Christoph Meckel im Podium der Musikhalle den diesjährigen Antiquaria-Preis.