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Die Gaunerei in Ludwigsburg: Mehr als nur ein Restaurant

Luca Sprotte hat im März die „Gaunerei“ in der Asperger Straße eröffnet, eine Kombination aus Restaurant und Bar. Dort serviert er Speis und Trank für eine bunt gemischte Kundschaft. „So ein Publikum wie bei uns findet man sonst in Ludwigsburg nicht“, sagt der Inhaber.

Luca Sprotte (links) und Jörg Berghoff sind die Köpfe der Gaunerei.
Luca Sprotte (links) und Jörg Berghoff sind die Köpfe der Gaunerei.
Platz im Freien.
Platz im Freien.
Straßenschild. Fotos: Holm Wolschendorf
Straßenschild. Fotos: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Als Luca Sprotte Anfang 2020 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, hat es ihn kalt erwischt. Seinen Job als Industriemechaniker hatte er im Dezember zuvor gekündigt, den Schlüssel für das frühere Steak-House „Montero“ in der Asperger Straße 12 hatte der Vermieter bereits ausgehändigt. „Dann kam Corona dazwischen“, blickt Sprotte zurück.

Rustikale Einrichtung ist modernem Erscheinungsbild gewichen

An eine Eröffnung war nicht zu denken. Und so nutzte der 32-Jährige den Lockdown, um die seit 1889 gastronomisch genutzten Räume in der Asperger Straße gemeinsam mit seinem Vater komplett zu erneuern. Die zuvor rustikale Einrichtung ist einem schlichten, modernen Erscheinungsbild gewichen. Schmuckstück ist seit der Eröffnung Anfang März die neue Bar, die nach dem Restaurantbetrieb (die Küche ist mittwochs bis samstags täglich von 17 bis 21.30 Uhr geöffnet, außerhalb dieser Zeiten nur Café- und Barbetrieb) eine zentrale Rolle in der „Gaunerei“ spielt.

Küchenchef Jörg Berghoff hat im Adler Asperg gelernt

In der Küche zieht eine ausgewiesene Fachkraft die Fäden. Jörg Berghoff hat sein Handwerk im Asperger „Adler“ gelernt. Später kochte er im Ausland und auf Kreuzfahrtschiffen, ließ sich in zahlreichen Ländern von ganz unterschiedlichen kulinarischen Welten inspirieren. Diese Vielfalt spiegelt sich nun in der Speisekarte der „Gaunerei“ wider. „Ich mag die internationale Küche“, sagt Berghoff. Allerdings legt er großen Wert darauf, den internationalen Charakter seiner Speisen so weit wie möglich mit regionalen und saisonalen Produkten zu erzeugen. „Ich will nachhaltig kochen“, betont er.

Von Regionalität geprägt ist auch die Weinkarte. Etwa 80 Prozent der Weine stammen aus heimischer Produktion, sagt Sprotte. Er arbeitet mit jungen Winzern aus dem Landkreis Ludwigsburg zusammen. „Das ist eine neue Generation von Winzern“, so der Inhaber. „Die stellen absolute Topweine her.“

Tagesempfehlungen statt fester Speisekarte

Eine feste Speisekarte gibt es nicht. Stattdessen Tagesempfehlungen und einige Bargerichte, Tapas-ähnliches Fingerfood. Tacos etwa, wahlweise vegan, mit Fisch oder Fleisch. Es sei gar nicht sein Anspruch, in der „Gaunerei“ groß aufzukochen, meint Berghoff. Er improvisiert und setzt Gerichte spontan, je nach saisonaler Verfügbarkeit der Zutaten, auf die Karte. Alles befindet sich im Fluss, auch die Gäste können die Auswahl der Speisen beeinflussen. „Ich bin der Letzte, der sagt, dass irgendwas nicht auf den Teller kommt“, signalisiert der Maestro Gesprächsbereitschaft.

Natürlich ist die Küche in jedem Lokal essenziell. Inhaber Sprotte will sich aber bewusst nicht auf den kulinarischen Aspekt beschränken, sondern in der „Gaunerei“ ein Gastro-Gesamtpaket in ungezwungenem Ambiente anbieten – einen Ort, an dem jeder gleich behandelt wird und sich wohlfühlen kann. „Die Leute sollen bei uns die Möglichkeit haben, den Alltag zu vergessen.“

Partys gehören zum Konzept

Dazu gehört auch die Musik. Sprotte hat eine Vorliebe für Funk, Soul und Rap. „Wer diese Musik mag, kommt in der ,Gaunerei‘ auf seine Kosten.“ Gelegentlich steht der Inhaber selbst am DJ-Pult. Partys wie bei der offiziellen, allerdings nach ausgiebigen Regenfällen ins Wasser gefallenen Eröffnung der Außenbewirtung Ende April gehören zum Konzept. „Da wird immer wieder was kommen“, sagt Sprotte, der die „Gaunerei“ auch für Feierlichkeiten und Firmenveranstaltungen vermietet.

Bunt gemischtes Publikum

Die „Gaunerei“ sei nicht nur ein Lokal, sondern ein Lebensgefühl, meint der Inhaber. „Man kann uns nicht in eine Schublade stecken. Alles soll authentisch sein, hier zählt nur die Persönlichkeit – das ist das Alleinstellungsmerkmal, nicht ein bestimmtes Essen oder die Getränke.“ Seit der Eröffnung sei dieses Konzept aufgegangen. „Das Publikum ist bunt gemischt“, freut sich Sprotte. „Da kommt auch mal die Oma mit ihrem Enkel vorbei. Alles ist vertreten, so ein Publikum findet man in Ludwigsburg sonst nicht.“

Weitere Berichte zu Geschäften aus der Ludwigsburger Innenstadt lesen Sie auf unserer Themenseite „Shoppen und Ausgehen“.

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