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Blühendes Barock in Ludwigsburg
Diese Figuren gibt es bei der Kürbisausstellung 2022 zu sehen

„Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ – Ohrwurm inklusive: Im Blühenden Barock tanzen in den nächsten Wochen auch Mogli und der Bär Balu. Foto: Andreas Becker
„Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ – Ohrwurm inklusive: Im Blühenden Barock tanzen in den nächsten Wochen auch Mogli und der Bär Balu. Foto: Andreas Becker
Das Kürbis-Krokodil zeigt seine Zähne. Foto: Andreas Becker
Das Kürbis-Krokodil zeigt seine Zähne. Foto: Andreas Becker
Die Kürbisausstellung im Blüba ist eröffnet. „Kürbis-Dschungel“ lautet das Motto der 23. Auflage. Und so treffen Besucher im Schlossgarten bis zum 4. Dezember auf einen Orang-Utan, Balu und Mogli sowie weitere Urwaldbewohner, die der Künstler Pit Ruge aus Kürbissen erschaffen hat.

Ludwigsburg. Auch wenn er es abstreitet: Ein bisschen wehmütig dürfte Volker Kugel schon zumute sein, wenn er durch die gestern eröffnete Kürbisausstellung schlendert. Denn er selbst hat das Format, bei dem im Schlosspark rund 450000 Kürbisse zu bestaunen sind, vor über 20 Jahren aus der Taufe gehoben. Nun hat der Blüba-Direktor das kunterbunte Spektakel vor seinem Eintritt in den Ruhestand zum letzten Mal federführend organisiert.

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Dschungel-Feeling: Die Kürbisausstellung 2022 im Blühenden Barock

„Als wir anfingen, haben uns die Leute noch ausgelacht“, erinnert sich Kugel. Das sei aber längst Vergangenheit. Die Kürbisausstellung habe sich längst etabliert, im September und Oktober hätten sich die Besucherzahlen im Blüba verdreifacht. „Früher war es in diesen Monaten eher ruhig“, so Kugel.

Am Anfang Zierkürbisse, jetzt eher kulinarische Kürbisse

Der Charakter der Ausstellung habe sich verändert. „Am Anfang hatten wir zu 90 Prozent Zierkürbisse“, meint der Blüba-Direktor. „Diese Verhältnis hat sich komplett umgedreht, inzwischen sind es 90 Prozent kulinarische Kürbisse.“ Gerade bei jungen Menschen liege der Kürbis als gesundes Nahrungsmittel im Trend, hat Kugel beobachtet, „davon profitieren wir“.

Die Ausstellungsgastronomie hat sich im Lauf der Jahre immer weiter ausdifferenziert und serviert den durchschnittlich etwa 250000 Besuchern eine Vielzahl an Kürbisspezialitäten: Ob Suppe, Reispfanne, Pommes, Käsespätzle, Maultaschen, Chili con Kürbis oder Spaghetti Kürbinese: All diese Speisen und vieles mehr lassen sich aus dem vielfältigen Gewächs zubereiten. Im Kürbis-Shop werden Marmeladen, Pesto, Kernöl, Gewürze, Nudeln und viele andere Kürbisprodukte unters Volk gebracht.

In diesem Jahr neu: ein Wein passend zu Kürbis

„Aus Kürbissen kann man grundsätzlich alles machen“, sagt Stefan Hinner vom Organisationsteam. Neu sind in diesem Jahr Kürbiseis und -fladen, der Großbottwarer Wengerter Ulrich Fähnle hat mit einem Trollinger-Acolon-Cuvée erstmals einen passenden Rebensaft kreiert. „Es gibt Spargelwein, es gibt Wein, der zu Schokolade passt“, meint Fähnle. „Warum also nicht auch einen Wein, den man zu Kürbisgerichten genießen kann?“

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Auch wenn die Kulinarik an Bedeutung gewonnen hat: Die riesigen Kürbis-Figuren des Cleebronner Künstlers Pit Ruge sind bei der 23. Auflage ein wichtiges Zugpferd. „Kürbis-Dschungel“ lautet das Motto. In diesem Urwald tummeln sich nun 14 illustre Bewohner wie Balu und Mogli, ein Chamäleon, eine riesige Blattschneiderameise, ein Forscher oder einige Angehörige eines indigenen Stammes. Jede dieser Figuren besteht aus mehreren Tausend Kürbissen.

Im Oktober wieder Wiegemeisterschaften im Blüba

Das Organisationsteam hat ein vielfältiges Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Am 17./18. September etwa findet wieder die Kürbisregatta statt, am 16. Oktober ein Schnitzfestival, bei dem die Teilnehmer 200 bis 300 Kilogramm schwere Riesenkürbisse bearbeiten. Die „Leuchtenden Traumpfade“ – ein 1,8 Kilometer langer, illuminierter Rundweg durch das Blüba – werden am 29. Oktober eröffnet. Ein besonderer Höhepunkt steht im Terminkalender, wenn bei den Wiegemeisterschaften die schwersten Kürbisse gesucht werden. Am 2. Oktober findet die Deutsche Meisterschaft, am 9. Oktober die Europameisterschaft statt.

Der Weltrekord wurde erst im vergangenen Jahr aufgestellt, das Siegerexemplar brachte es auf 1226 Kilogramm. Kürbisexperte Hinner will nicht ausschließen, dass auch diesmal echte Schwergewichte auf der Waage landen, zumal die trockene Witterung den Gewächsen wenig haben könne. Zuletzt hätten sich bereits Veranstalter anderer Wiegewettbewerbe telefonisch bei ihm gemeldet, verrät Hinner. „Die wollten sich Waagen für über 1000 Kilogramm schwere Kürbisse ausleihen. Die ein oder andere Zisterne scheint noch gut gefüllt zu sein.“