Logo

Sing Mit!

Ein Gloria für diesen Weihnachtschor

Engelschöre in hellen Liedern, alte Weisen in schlichter Schönheit, strahlende Blechbläser und ein Publikum, das stimmlich außerordentlich gut drauf war: Die Veranstaltung „Sing Mit!“ gestern im ausverkauften Forum sorgte für wunderbare Momente in festlicher Zeit.

350_0900_17912_COST17_12_17Buerkle_10.jpg
Zum Advents- und Weihnachtsliedersingen haben sich gestern im Forum 1000 Besucher eingefunden. Verstärkt wurden sie dabei von unterschiedlichen Chören und Orchestern.Fotos: Oliver Bürkle
350_0900_17913_COSTFreisteller.jpg

Ludwigsburg. Unter der Gesamtleitung von Musikprofessor Siegfried Bauer (Foto) stimmten sich die über 1000 Besucher mit bekannten Liedern auf Weihnachten ein. „Singen Sie, denn singen ist gesund und es macht glücklich“, forderte Bauer das Publikum auf, doch es brauchte keine langen Überredungskünste, denn zu dieser Veranstaltung kommen die Menschen seit Jahren in großer Zahl, weil sie hier begleitet von den besten Orchestern der Stadt und stimmlich verstärkt durch ganz unterschiedliche Chöre das Weihnachtswunder erleben. Ein friedliches, entspanntes Miteinander bei bekannten Melodien wie in einer großen Familie.

Der Auftakt mit dem gemeinsam gesungenen „Macht hoch die Tür“ gelang bereits hervorragend, Tochter Zion wurde feierlich intoniert und bei „Hört der Engel helle Lieder“ klang das koloraturenreiche „Gloria“ wie Engelsgesang. Beim Kanon „Ehre sei Gott in der Höhe“ klappte es mit der Mehrstimmigkeit zwischen Parkett Hochparkett und Bühne. Bei „Stille Nacht“ gab es die Erfahrung, dass es besonders heimelig klingt, wenn die erste Strophe gesungen und die zweite gesummt wird. Und schließlich stimmten alle im Finale „O du fröhliche“ an, die Kinder aus dem von Brigitte Thönges geleiteten musikalischen Mitmachprogramm betraten den Saal und hier waren sogar kleine Vögelchen dabei. Die zwitscherten mit ihren Flöten zur von Winfried Zimmermann gelesenen Geschichte über das Weihnachtsgeschenk für einen Vogel. Das Präsent war gar nicht so üppig, denn das Tier bekam die Freiheit geschenkt und fröhlich zwitschernd flog es in den Wald.

Auch Musik ist ein Geschenk, das erfuhren die Besucher bei den einzelnen Darbietungen der teilnehmenden Chöre. Viel Applaus für fein intonierten mehrstimmigen Gesang auf hohem Niveau gab es für das Ensemble „Schwesterhochfünf“, das gestern aufgrund einer Erkrankung aber nur im Quartett auftreten konnte. Die echten Schwestern singen seit ihrer Kindheit und verzaubern heute bei hochkarätigen Konzerten. Im Saal wurde es ganz still, alle lauschten diesen schönen Stimmen.

Als Publikumslieblinge erwiesen sich auch die Kinder der Friedensschule unter der Leitung von Simone Jakob, die hier in der singenden Grundschule regelmäßig Lieder anstimmen und mit der Weise von der Schnecke Penelope verzückten. Die erscheint zwar ein Jahr zu spät, aber dann doch wieder richtig zur Weihnacht der Tiere. Die von Elisa Schulz geleitete Gesangsklasse 6 des Goethe-Gymnasiums sang auf fein intonierte Weise vom „Glanz überm Heiligen Land und dem Licht überm Meere“ und der Mädchenchor der Strohgäuzkantorei verzauberte zusammen mit dem Chörle aus Ingersheim und unter der Leitung von Simone Jakob mit John Rutters „Angel Carol“. Die von Nikolai Ott geleitete Kantorei der Karlshöhe schwang sich in der frühbarocken Motette „Machet die Tore weit“ in hell tönenden Sopranglanz auf .

Eine moderne Facette des Weihnachtssingens steuerten die Remsecker Barberlights und der Gospelchor „Vocal Spirit“ bei. Die Barberlights unter der Leitung von Bärbel Dörrwächter sorgten bei „That's Christmas to me“ und Leonard Cohens „Halleluja“ für Gänsehautstimmung. Das waren Momente für die großen Gefühle. „Vocal Spirit“ bereicherte unter der Leitung von Claus Wulf das Geschehen mit dem dynamisch artikulierten Gospel „Somebody build a Manger“.

Alle teilnehmenden Chöre sowie der für die musikalische Umrahmung zuständige Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg überzeugten bei der Bach-Weise „Nun danket alle Gott“ mit Strahlkraft und virtuosem Trompetenspiel. Einen äußerstkraftvollen Akzent setzten die Akteure außerdem mit dem „Alleluja“ aus Jacob de Haans „Missa Katharina“. Die Oßweiler Musiker eröffneten unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Horst Bartmann das Konzert mit der ergreifend dargebotenen Ouvertüre aus Händels Feuerwerksmusik.

Das zum krönenden Abschluss vom Publikum und allen Chören angestimmte „We wish you a merry Christmas“ (Wir wünschen euch frohe Weihnacht) war an alle gerichtet, die guten Wünsche kamen aus tiefster Überzeugung.