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Fusion

„Eine Bank für den ganzen Kreis“

Zusammenschluss von drei Genossenschaftsinstituten zur VR-Bank Ludwigsburg perfekt – 5,8 Milliarden Euro Bilanzsumme

Freuen sich auf die neue VR-Bank Ludwigsburg: Timm Häberle, Klaus Schönthaler, Thomas Palus, Frank Kraaz, Heiko Herbst, Urban Krappen und Joachim Sandner (von links nach rechts). Foto: Michael Fuchs/Volksbank Ludwigsburg
Freuen sich auf die neue VR-Bank Ludwigsburg: Timm Häberle, Klaus Schönthaler, Thomas Palus, Frank Kraaz, Heiko Herbst, Urban Krappen und Joachim Sandner (von links nach rechts). Foto: Michael Fuchs/Volksbank Ludwigsburg
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Ludwigsburg. Im Herbst vergangenen Jahres gab es die ersten Sondierungsgespräche, Anfang November 2020 wurde es publik gemacht und am vergangenen Mittwoch war sie dann schon unter Dach und Fach: die Fusion von VR-Bank Neckar-Enz (Bönnigheim), VR-Bank Asperg-Markgröningen (Möglingen) und die Volksbank Ludwigsburg zur großen VR-Bank Ludwigsburg.

Zwischen dem 4. und 23. Juni hatten 2187 Vertreter aus den drei Geldhäusern in einer virtuellen Vertreterversammlung über den Zusammenschluss abstimmen können. Nach der Auszählung am Donnerstag gab es am Abend dann auch ein eindeutiges Ergebnis. Von den 244 Vertretern der VR-Bank Asperg Markgröningen haben 160 bei der schriftlichen Beschlussfassung ihre Stimmen abgegeben, wovon 97,4 Prozent mit Ja votierten; bei den 1540 Vertretern der Volksbank Ludwigsburg machten 757 ein Kreuz, von denen 97,8 Prozent die Fusion begrüßten, und von den 403 Vertretern der VR-Bank Neckar-Enz beteiligten sich 367 an der Abstimmung, wovon 95,3 Prozent grünes Licht gaben.

„Wir bedanken uns für dieses klare Mandat und das damit gezeigte tiefe Vertrauen aller Vertreterinnen und Vertreter“, so gestern die erste Reaktion von Vorstandssprecher Urban Krappen (VR-Bank Asperg-Markgröningen) sowie den Vorstandschefs Timm Häberle (VR-Bank Neckar-Enz) und Thomas Palus (Volksbank Ludwigsburg) in einer Mitteilung im Namen der Vorstandskollegen. Zum Vorstandsteam gehören außerdem Heiko Herbst, Frank Kraaz und Joachim Sandner. Klaus Schönthaler wird auf eigenen Wunsch mit Abschluss der Fusion in den Ruhestand treten.

Nach dem Votum der Vertreter kann nun rückwirkend zum 1. Januar 2021 die größte Genossenschaftsbank im Landkreis Ludwigsburg entstehen – deren Marktgebiet zugleich deckungsleich mit dem Kreisgebiet ist. „Das ist das Einmalige an der Fusion“, sagte Timm Häberle im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn meistens erstrecke sich bei Banken mit einer Bilanzsumme zwischen vier und neun Milliarden Euro das Marktgebiet über mehrere Landkreise hinweg. Häberle freut sich zugleich, dass mit dem Zusammenschluss eine Idee, die vor 25 Jahren bei einer Sitzung des Ludwigsburger Kreisverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (damals immerhin 28 an der Zahl) geboren wurde, jetzt verwirklicht wird – nämlich „eine Bank für den ganzen Landkreis“.

Einzig die Volksbank Remseck bleibt nun als zweite Genossenschaftsbank im Kreis übrig. Mit ihr war auch gesprochen worden, doch sie wollte lieber selbstständig bleiben. „Die Tür steht für Remseck immer offen“, sagte Häberle, der die schon bestehenden Kooperationen mit der Remsecker Volksbank lobte.

Timm Häberle, der zusammen mit Heiko Herbst vor mehreren Jahren aus sechs Banken die VR-Bank Neckar-Enz zimmerte, sieht für die Fusion zur VR-Bank Ludwigsburg jetzt den richtigen Zeitpunkt. Denn alle drei Banken stehen vor den gleichen großen Herausforderungen: der Druck durch die Niedrig- oder gar Negativzinsen, die zunehmende Regulierung und die voranschreitende Digitalisierung. Häberle: „Als große Einheit kann man sich besser spezialiseren. Denn wir müssen mit den Großen mithalten können.“ Die Arbeit fange jetzt erst richtig an, sagte Häberle. Insgesamt 15 Projekte seien bereits initiiert, bei denen Mitarbeiter aus allen drei Geldhäusern die Arbeitsprozesse unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, wie die Abläufe schlanker gestaltet werden können und wo welche Aufgaben am besten aufgehoben sind, um Synergien zu erzeugen. Die 787 Mitarbeiter müssten aber keine Kündigungen fürchten, betonte Häberle. Ziel sei es, Prozesse so schlank zu gestalten, um Stellen von Mitarbeitern, die in Rente gehen oder durch Fluktuation ausscheiden, nicht wieder besetzen zu müssen.

Die Kunden der drei Banken sollen bald durch Informationsmaßnahmen über die Fusion informiert werden. Wie Häberle erklärte, soll bis zum 6. November der technische Zusammenschuss erfolgt sein, sollen also alle Daten der Banken zusammengeführt sein. Und wenn dann alles glatt laufe, könne jeder Kunde der VR-Bank Ludwigsburg im Landkreis in eine beliebige Filiale gehen und dort seine Bankgeschäfte erledigen. Es werde auch keine Bankzentrale geben, wenngleich der Gesamtvorstand an drei Tagen in der Woche in Ludwigsburg sein werde, „einfach weil dort mehr Platz ist“, sagte Häberle.

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