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Kürbisausstellung

Eröffnung wird zur Punktlandung

Gestern wurde die 21. Kürbisausstellung im Blühenden Barock Ludwigsburg eröffnet. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema Musik. Die Eröffnung wurde zum Herzschlagfinale, doch ein erster Blick liefert einen Vorgeschmack auf ein besonderes Kürbisjahr.

Von Klassik bis Moderne: Die Kürbisausstellung hat viele Facetten. Foto: Andreas Becker
Von Klassik bis Moderne: Die Kürbisausstellung hat viele Facetten. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Im Bereich des Unteren Ostgartens des Blühenden Barock duftet es wieder köstlich! Und zwar nach Kürbisgerichten jeglicher Art. Genüsslich wurde gestern die erste Kürbissuppe verspeist oder in den Kürbismuffin gebissen. Die Eindrücke und Gerüche sind vertraut, denn die Kürbisausstellung im Blüba findet in diesem Jahr bereits zum 21. Mal statt. Doch trotz aller Vertrautheit ist im Jahr 2020 vieles anders. Das Thema in diesem Jahr ist Musik. So finden Besucher unter anderem eine überlebensgroße Beethoven-Büste, verschiedene Instrumente und einen DJ aus Kürbissen vor. Und so viel sei vorab verraten: Auch Fans der Rolling Stones kommen bei der diesjährigen Kürbisausstellung auf ihre Kosten.

„Vor vier Monaten hat noch niemand gewusst, ob wir die Kürbisausstellung in diesem Jahr überhaupt eröffnen können“, sagte Volker Kugel, Direktor des Blühenden Barock, gestern. „Wir haben turbulente Wochen hinter uns. Aber die Besucher bekommen eine der spannendsten Ausstellungen zu sehen.“

Spannend war lange Zeit auch die Lieferung der Kürbisse, die den Figuren Jahr für Jahr einen ganz besonderen Anblick verpassen. „Die ersten Kürbisse konnten erst vor gut zehn Tagen geliefert werden“, sagt Alisa Käfer vom Veranstaltungsteam der Kürbisausstellung. Der Grund: das Coronavirus. „In diesem Jahr hatten wir mit einer Wachstumsproblematik zu kämpfen“, sagt Jens Eisenmann, auf dessen Hof in Rielingshausen die Kürbisse, die im Blüba bestaunt werden können, gedeihen. Es habe unter anderem Probleme gegeben, das Saatgut zu importieren. Außerdem standen aufgrund der Coronakrise weniger Saisonarbeiter zur Verfügung als in den Jahren zuvor. „Deshalb hat das Aussäen mit der Maschine stattgefunden“, so Eisenmann. „Uns war von Beginn an klar, dass uns diese Technik keine Rekorderträge einbringen wird.“

Wichtig sei gewesen, dass die Kürbisse zum Zeitpunkt der Lieferung auch wirklich ausgereift sind. Denn: „Wir haben die Ausstellung bis zum 6. Dezember verlängert. 101 Tage sind eine extrem lange Zeit“, sagt Volker Kugel. Wie in jedem Jahr hat auch diesmal der in Cleebronn und Berlin lebende Künstler Pit Ruge die künstlerische Leitung der Ausstellung übernommen. „Früher haben wir alles aus Holz geschnitzt“, sagt er. „Mittlerweile sind auch Komponenten aus Stahl dabei, um den Figuren den letzten Schliff zu verpassen.“ Über 450000 Kürbisse formen auf dem Blüba-Gelände riesige Musikinstrumente und weltberühmte Stars. Insgesamt sind 14 Figuren zu sehen, die mit ausreichend Abstand zueinander platziert wurde. „Um die Corona-Thematik korrekt zu behandeln, ist die Ausstellung in diesem Jahr noch weitläufiger, damit sich die Besucher gut aus dem Weg gehen können“, so Käfer. Maximal 6000 Besucher dürfen momentan gleichzeitig ins Blühende Barock.

Corona fordert auch beim Rahmenprogramm der Kürbisausstellung Opfer: Veranstaltungen wie Deutschlands größte Kürbissuppe oder die Kürbisregatta müssen in diesem Jahr entfallen. „Alle Veranstaltungen, bei denen mit hohem punktuellen Besucherinteresse zu rechnen wäre, können leider nicht wie gewohnt stattfinden“, sagt Kugel. Auch das Kürbiswiegen werde es in diesem Jahr unter anderen Voraussetzungen geben. „Die Wiegemeisterschaften finden ohne Publikum statt“, so der Direktor. Doch schon kurz nach dem Wiegen können die Riesen auch im Blüba bestaunt werden.

Info: Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock ist noch bis zum 6. Dezember täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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