Ludwigsburg. Mit einen Festgottesdienst hat die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg am Sonntag ihre Vergrößerung gefeiert. Der Gottesdienst in der Stadtkirche am Marktplatz wurde von Dekan Michael Werner, vielen Pfarrern und Pfarrerinnen, Kirchengemeinderäten und Gemeindemitgliedern aus den alten und neuen Gemeinden gestaltet.
Die bisher selbstständigen evangelischen Kirchengemeinden Eglosheim, Hoheneck, Neckarweihingen und Oßweil sind seit dem 1. Januar neue Mitglieder der Gesamtkirchengemeinde Ludwigsburg und wurden im Gottesdienst von den bisherigen Ludwigsburger Gemeinden willkommen geheißen.
Gemeindemitglieder bringen Schätze mit
Welche Vielfalt durch den Zuwachs und die engere Zusammenarbeit der evangelischen Gemeinden entstanden ist, wurde in einer Gottesdienstaktion sichtbar: Menschen aus den unterschiedlichen Stadtteilen brachten „Schätze“ mit, die die Besonderheit ihrer Kirchengemeinden symbolisierten. So wurde eine Playmobilkirche für die Offenheit der Kirche präsentiert, ein Fischernetz für die Verbundenheit, ein Puzzle für die vielen Teile der Ehrenamtlichen, eine Kaffeetasse für die Gemeinschaft und ein von Kindern gebautes Schiff für die vielen Generationen, die in der Kirche zusammenkommen. Eine Tafel der Pfarrer der vergangenen 600 Jahre in einer Kirche stand für die guten Traditionen, ein digitaler Chip für den Aufbruch der Kirchen in die Moderne.

Die Festpredigt hielt die Stuttgarter Prälatin Gabriele Arnold. Sie legte ihren Schwerpunkt auf die Vielfalt und die verschiedenen Gaben von Menschen und Gemeinden: „Wenn’s gut läuft, dann sind wir alle gleich wichtig, auch in einer stadtweiten Gesamtkirchengemeinde. Da ist die predigende Prälatin nicht wichtiger als die Erzieherin in der evangelischen Kita, die Diakonin, die die Vesperkirche wuppt, genauso wichtig wie die Frau, die am Kircheneingang herzlich begrüßt oder die Reinigungskraft.“
Musik von Posaunenchor, Kirchenchor und Orgel
Vielfältig war auch die Musik in der voll besetzten Stadtkirche, die von einem vereinten Posaunenchor aus verschiedenen Stadtteilen, dem durch andere Gemeinden ergänzten Kirchenchor aus Eglosheim und Orgelmusik von Bezirkskantor Martin Kaleschke gestaltet wurde.
Am Ende des Gottesdienstes gratulierte Oberbürgermeister Matthias Knecht in seinem Grußwort zur Kirchenfusion und dankte für das „herzliche Miteinander zwischen Kirche und Stadt“. Er betonte die hohe Relevanz der Kirchen mit all ihren Ehrenamtlichen, ließ aber auch Fragen und Sorgen nicht beiseite, zum Beispiel ob zukünftig noch Ansprechpartner vor Ort da seien oder eventuell auch Gebäude verloren gehen könnten: „Das sind Fragen, die auch uns als Stadt und Kreis beschäftigen.“ Ermutigend schloss er sein Grußwort: „So lassen Sie uns aufbrechen in die Zukunft, sowohl in unserer Stadt, und schenken Sie auch den Kirchengemeinden ihr Vertrauen.“
Grußwort vom katholischen Pfarrer
Ein Grußwort des Pfarrers Alois Krist von der katholischen Dreieinigkeitskirche am Marktplatz gegenüber wurde verlesen, da er nicht persönlich anwesend sein konnte. Darin betonte und wünschte er eine gute weitere ökumenische Zusammenarbeit.
Die vergrößerte evangelische Gesamtkirchengemeinde umfasst nun nahezu das gesamte Ludwigsburger Stadtgebiet. Rund 24.000 Gemeindeglieder gehören ihr an. (red)

