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Vortrag am Schiller-Gymnasium
Flucht aus der DDR: Tunnelbauer erinnern sich in Ludwigsburg

Maja Nielsen mit dem Tunnelbauer Joachim Neumann am Friedrich-Schiller-Gymnasium.
Maja Nielsen mit dem Tunnelbauer Joachim Neumann am Friedrich-Schiller-Gymnasium. Foto: Ramona Theiss
Maja Nielsen hat mit dem Tunnelbauer Joachim Neumann jetzt das Ludwigsburger Friedrich-Schiller-Gymnasium besucht. Die Schüler sind beeindruckt.

Ludwigsburg. Gespannt lauschen rund 150 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9, 10 und 12 Joachim Neumann, als er von seinen verschiedenen Tunnelbauten zwischen Häusern erzählt. Durch die sollten Flüchtlinge in den 1960er Jahren aus Ost- nach West-Berlin kommen. Er selbst konnte mit gefärbten Haaren und einem falschen Pass in die Haut eines Schweizers schlüpfen und so die Grenze unbeschadet überwinden, doch seine Freunde und vor allem seine Freundin Chris blieben im Osten zurück.

Auch die Autorin Maja Nielsen war so beeindruckt von seinem Mut und den legendären Tunnelfluchten, dass sie 2024 den Jugendroman „Der Tunnelbauer“ schrieb, der auf diesen wahren Begebenheiten beruht. Ihren Roman hat sie durch eine szenische Lesung den Jugendlichen nähergebracht. In die Lesung sind immer wieder persönliche Erzählungen des ehemaligen Fluchthelfers eingebunden. Dabei hat auch ein Teddy seinen Einsatz. Dieser wurde zwischen Ost und West hin und her gereicht und sollte klarmachen, dass Joachim Neumann hinter einer Botschaft oder einer Tunnelflucht steckt.

„Woher wussten Sie, wo der Tunnel enden würde?“ Und: „Wussten die Bewohner der Häuser Bescheid?“ Fragen wie diese zeigen, wie sehr die Schüler von dieser Geschichte in den Bann gezogen wurden. Joachim Neumann beantwortet im Anschluss alle Fragen geduldig und ausführlich.

Eindrucksvoll, berührend und schülernah ist es den beiden Vortragenden gelungen, den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl von Mut und Engagement, sich für die Demokratie und Freiheit einzusetzen, zu vermitteln. (red)