Logo

Jugend

Gibt es bald Gastro auf dem Akademiehof?

Wo soll die Jugend in Ludwigsburg hin? In den vergangenen Wochen wurde darüber ausgiebig diskutiert. Wir sprachen immer wieder mit einzelnen Beteiligten über Ideen und Möglichkeiten. Jetzt haben wir sie alle an einen Tisch geholt. Ein Thema brannte bei der Diskussion allen auf dem Herzen: der Akademiehof.

350_0900_37092_21_07_21Wolschendorf_10.jpg
Foto: Holm Wolschendorf

Es war eine sachliche Gesprächsrunde, bei der das ein oder andere Thema jedoch auch hitziger diskutiert wurde: Unsere Zeitung hatte am Montagabend zu einem Gespräch mit dem Titel „Jugend in der Stadt“ eingeladen. Moderiert von den LKZ-Redakteuren Stephanie Bajorat und Hans-Peter Jans diskutierten im Verlagsgebäude Oberbürgermeister Matthias Knecht, Polizeirevierleiter Christian Zacherle, Sozialarbeiterin Irina Aust, Scala-Geschäftsführer Edgar Lichtner, die Jugendgemeinderäte Kevin Dolic, Baran Rahimi und Sophia Teklab sowie als Vertreter der Jugendorganisationen Andrey Belkin (Julis), Max Girrbach (Grüne Jugend), Vanessa Oelmann (Junge Union) und Colin Sauerzapf (Jusos). Hauptdiskussionspunkt war der Akademiehof.

Was macht den Platz für Jugendliche so attraktiv?

Über diese Frage hat sich auch der Jugendgemeinderat in einer Klausur Gedanken gemacht. Die Lichter auf dem Platz nennt Kevin Dolic als einen Aspekt. „Das blaue Licht zieht Menschen an, weil es entspannend wirkt.“ Außerdem sei der Akademiehof ein attraktiver Platz, der nah am Bahnhof liegt. Für Max Girrbach liegt der Erfolg des Platzes auf der Hand: Man kann sich dort spontan und ungezwungen treffen.

Was war dort in den vergangenen Monaten das Problem?

Die Antwort auf diese Frage ist für Christian Zacherle eindeutig: der Alkohol. Die Störenfriede hätten kein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Nationalität. „Aber alle sind betrunken“, so der Polizeirevierleiter. Sie und ihre Freunde würden keinen Alkohol trinken, erwiderten die Jugendlichen. „Dass dort viel Alkohol konsumiert wird, ist Fakt“, hält Zacherle dagegen. Das sehe man auf Bildern vom nächsten Morgen, wenn sich die Flaschen von hartem Alkohol auf dem Platz türmen.

Wer kann was gegen die Auseinandersetzungen tun?

Christian Zacherle plädiert dafür, dass nicht nur die Polizei dafür verantwortlich gemacht wird, den Akademiehof besuchbar zu machen. „Warum regeln die Jugendlichen das nicht zum Teil wenigstens selbst?“, fragt er. Die große Gruppe der Friedlichen könne zu den wenigen Störenfrieden gemeinsam etwas sagen. Für die Jugendlichen ist das keine Option. „Und wenn ich dann eine reingehauen bekomme, ist keine Polizei da?“, fragt Max Girrbach.

Was wünschen sich die Jugendlichen auf dem Akademiehof?

Es sei wichtig, dass der Akademiehof weiterhin ein Platz bleibt, an dem man sich ungezwungen treffen kann, so Sophia Teklab. Ab und zu ein Konzert dort wäre aber auch schön. „Eine kleine Gastronomie könnte die Situation entschärfen“, so Vanessa Oelmann. Es solle jedoch weiterhin möglich sein, auch selbst Essen und Getränke mitzubringen. Das mache den Akademiehof aus.

Welche Maßnahmen plant die Stadt?

Nächstes Jahr soll der Akademiehof ab einer bestimmten Uhrzeit ausgeleuchtet werden. Außerdem sei das Ziel, so Knecht, ab 2022 Gastronomie auf dem Akademiehof zu haben. Voraussichtlich ein mobiles Angebot auf der Rasenfläche, so der Oberbürgermeister. Dadurch erhofft man sich mehr soziale Kontrolle. Die Videoüberwachung, wie es ein interfraktioneller Antrag von den Gemeinderatsfraktionen der Freien Wähler, CDU, SPD und Grünen fordert, ist für Knecht das allerletzte Mittel. Für die Jugendlichen ist Videoüberwachung absolut tabu. Dafür gebe es auch keine Rechtsgrundlage, so Christian Zacherle. „Der Akademiehof ist kriminologisch gesehen kein Brennpunkt.“

Autor: