Logo

Musikprojekt
Grundschüler singen für den Ex-Bundesverkehrsminister

Besuch bei der singenden Grundschule, der einzigen in der Stadt. Foto: Holm Wolschendorf
Besuch bei der singenden Grundschule, der einzigen in der Stadt. Foto: Holm Wolschendorf
Matthias Wissmann ist zu Gast in der Friedensschule, aus einem guten Grund: Seine Stiftung finanziert das dortige Musikprojekt für weitere zwei Jahre.

Ludwigsburg. Sie sangen vom Wellermann und beschworen den Zusammenhalt bei aller Verschiedenheit. Sie schlugen dem Regen im Rhythmus klatschend ein Schnippchen und stimmten noch den Song über das Auto von Lucio an, das ein Loch im Reifen hat: Gesang hat jüngst die Turnhalle der Ludwigsburger Friedensschule erfüllt.

Die Kinder der singenden Grundschule gaben ein Konzert für besondere Gäste: Ge- kommen war der frühere Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann, der mit seiner Stiftung regelmäßig Musikprojekte in seiner Heimatstadt Ludwigsburg fördert, darunter eben auch die singende Grundschule in der Friedenstraße. Mit dabei waren zudem Daniela Bosser-Meyer vom Vorstand der Stiftung und die Leiterin der Jugendmusikschule Ludwigsburg, Christiane Schützer.

Seit sechs Jahren wird das Singen in der Friedensschule mit großer Begeisterung gelebt und gepflegt. Alle Kinder sind mit dabei, von der ersten bis zur vierten Klasse. Dass das Projekt derart erfolgreich läuft, ist vor allem Verdienst der Sopranistin, Chorleiterin und JMS-Gesangslehrkraft Simone Jakob. Sie betreut das musikalische Geschehen in der bislang einzigen singenden Grundschule in der Stadt seit Beginn an und versteht es, die Kinder zu begeistern. Das gelang auch in den letzten beiden Pandemiejahren, wo das gemeinsame Singen zum Teil gar nicht oder nur eingeschränkt möglich war.

Singen ist wie Fliegen

Immer montags ist sie drei Stunden hier an der Schule tätig und alle Klassen sind dann mal mit dem Singen dran. Seit zwei Jahren wird das Projekt von der Matthias-Wissmann-Stiftung jährlich mit 4500 Euro gefördert. Er sicherte jetzt weitere zwei Jahre Förderung zu, was die Rektorin der Friedensschule, Petra Ehring, freute.

Wissmann war von dem kleinen Konzert der singenden Grundschüler sehr angetan. Was ihm als Musikkenner vor allem begeisterte: dass hier auch sehr bewegende und stimmungsvolle Lieder dabei waren. Wie die zur Coronazeit passende Weise „Egal was kommt, wir gehören zusammen“ und eben auch der Wellermann-Song. Das alte Walfängerlied aus Neuseeland wurde ebenfalls in der Coronazeit berühmt, weil es zum Durchhalten auffordert.

Die Kinder sparten aber auch nicht mit frech gesungenen Liedern, die einfach fröhlich stimmten. Wie der Song vom Kakadu auf dem Gummibaum oder der Mega-Party in der Coco-Bar. Was Wissmann erstaunte: Die spontanen Antworten auf die Frage, was ihnen am Singen gefällt. „Das fühlt sich wie fliegen an“, meinte einer und ein Mädchen bezeichnete das Singen als bestes Mittel gegen Stress. Zum Abschluss sangen alle noch mit viel Enthusiasmus ihr Friedensschullied.