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Im Zweifel bringt Gentest Klarheit

Im Südwesten zeigt sich ein bedenklicher Trend: Es gibt immer mehr Kampfhunde. Die Zahl der gemeldeten Tiere im Landkreis Ludwigsburg stagniert jedoch, wie die Nachfrage bei einigen Kommunen ergeben hat.

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Die Zahl der Kampfhunde im Landkreis Ludwigsburg stagniert.Archivfoto: dpa

Ludwigsburg. Allerdings scheint es eine Dunkelziffer zu geben: Schließlich ist die Haltung dieser bulligen Tiere nicht gerade billig. Die Sätze für die Hundesteuer sind um ein Vielfaches höher als für andere Hunde. „Wir haben den Eindruck, dass es in Kornwestheim mehr als fünf der gemeldeten Kampfhunde gibt“, sagt Dietmar Allgaier, Erster Bürgermeister der Stadt Kornwestheim. In diesem Zusammenhang weist er auf Mischlinge hin, die von Pitbulls, Bullterrier oder American Staffordshire Terrier abstammen und die das Innenministerium Baden-Württembergs in seiner Kampfhundeverordnung als „besonders gefährlich und aggressiv“ einstuft.

Allgaier berichtet davon, dass es eine Zunahme der Hinweise, meistens aus der Nachbarschaft der Hundehalter, gebe. Oft werden die Behörden auf die Tiere aufmerksam, wenn deren Halter ins Visier polizeilicher Ermittlungen geraten. Auch Polizei und Gemeindevollzugsdienst achten bei ihrer täglichen Arbeit verstärkt darauf, welches Tier an der Leine geführt werde. „Grundsätzlich ist der Hundehalter in der Beweispflicht“, betont der Erste Bürgermeister. Gibt es Zweifel, ist es Aufgabe des Besitzers eine Abstammungsurkunde vorzulegen. Falls nötig, gibt ein Gentest Aufschluss über die Rassezugehörigkeit des Vierbeiners. Aktuell sind in Kornwestheim 1000 Hunde gemeldet. Der Steuersatz für den Ersthund liegt bei 132 Euro, für einen Kampfhund bei 900 Euro.

In Ludwigsburg handelt es sich bei drei der insgesamt 2565 gemeldeten Hunde um die als gefährlich eingestuften Tiere. Für diese gilt Maulkorb- und Leinenpflicht. Hinzu kommen neun Tiere, die einen Wesenstest bestanden haben. „Es gibt viele Hunde, die wie Kampfhunde aussehen, aber keine sind“, ist Susanne Jenne, von der Pressestelle der Stadt Ludwigsburg überzeugt. Kontrolliert werde nur in den Fällen, in denen es entsprechende Hinweise gebe. Bei Zweifeln setzt auch die Stadt Ludwigsburg auf Gentests. Der reguläre Hundesteuersatz liegt aktuell bei 120 Euro, die Besitzer der Kampfhunde zahlen 720 Euro.

In Remseck sind 1025 Hunde gemeldet, darunter befinden sich sechs sogenannte Kampfhunde. In den ersten Jahren nach der Einführung eines erhöhten Steuersatzes von 732 Euro im Jahr 2001 habe die Zahl zwischen zehn und zwölf Tieren gelegen, so Joachim Scholl, der bei der Stadt Remseck für Steuern zuständig ist.

„Wir erheben keine Kampfhundesteuer, insofern wissen wir auch nicht, wie viele dieser Tiere es in Bietigheim-Bissingen gibt“, lautet die Antwort von Anette Hochmuth von der Stadtverwaltung in Bietigheim-Bissingen. 1379 Hunde sind zur Hundesteuer angemeldet, so die aktuellsten Zahlen. Das Ordnungsamt schalte sich nur ein, wenn sich Bürger über Hunde beschweren. Und die Zahl dieser Fälle sei nahezu unverändert geblieben. In Freiberg fallen aktuell 15 Tiere unter die Polizeiverordnung für gefährliche Hunde.