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Freizeit

Langes Warten auf Stückle

Einen Kleingarten zu finden, ist für Ludwigsburger dieser Tage schwer. Die Coronapandemie hat die ohnehin schon erhöhte Nachfrage nach Gärten noch verstärkt. Neue Flächen für Gartenanlagen sind nicht in Sicht.

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Ludwigsburg. Ein grüner Garten, das ist für viele ein kleiner Traum. Wer keinen am Haus hat, mietet sich einen Kleingarten. Doch ist dies in Ludwigsburg gerade jetzt mit viel Warten verbunden.

„Seit Beginn der Coronapandemie ist die ohnehin schon hohe Nachfrage nach Gärten noch weiter gestiegen“, sagt Margot Müller, Vorsitzende des Bezirksverbands der Gartenfreunde Ludwigsburg. Der Verband betreut die Kleingartenvereine im Landkreis. Für Ludwigsburger, die auch im näheren Umfeld der Stadt zugreifen würden, sind die Gartenanlagen der Vereine in Asperg, Kornwestheim und Tamm der Stadt am nächsten.

Auch bei dem Verein der Gartenfreunde Ludwigsburg haben sich seit Beginn der Pandemie die Anfragen gehäuft, erklärt der Vorsitzender Norbert Heselmann. Zwar habe das zuvor steigende Interesse seit der Lockerung der Hygienevorschriften wieder nachgelassen, doch die Wartelisten bei den einzelnen Anlagen seien noch immer lang.

Neuvergabe nur jährlich

Hinzu kommt, dass beim Ludwigsburger Verein die Gärten nur nach einem festen Jahresturnus vergeben werden. Egal wann ein Stückle frei wird: Erst im Oktober werden die Schätzungen durchgeführt, über die die neuen Pachtpreise ermittelt werden. Norbert Heselmann sagt dazu, dass dies für den Verein die Abrechnung erleichtere, weil damit nicht für das Pachtjahr anteilige Rechnungen für Wasser oder Versicherung an den neuen und den alten Pächter ausgestellt werden müssen.

Kein Platz mehr in der Stadt

Bei den Gartenlagen der Vereine im Landkreis dagegen, so die Auskunft, wird ein Wechsel zeitnah zur Kündigung vollzogen. So könne der alte Pächter binnen weniger Wochen aus dem Pachtvertrag raus und der Garten neu vergeben werden.

Alle Gartenvereine in und um Ludwigsburg eint ein Problem: Die Stadt Ludwigsburg weist keine neuen Flächen für Kleingartenanlagen aus. Seitens der Stadtverwaltung heißt es hierzu, dass eine Ausweisung neuer Gartenflächen im Konflikt mit anderen Bauvorhaben, wie Wohnungsbau oder Industrieflächen, stehe. Daher werde die Stadt in den nächsten Jahren keine neuen Flächen für Gartenanlagen ausweisen.

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