Ludwigsburg. Der Star der diesjährigen Landesgartenschau ist die neu gestaltete Jagst. Der zwei Kilometer lange Flussabschnitt wurde innerhalb von drei Jahren zwei Meter gestaut, gesenkt und naturnah umgestaltet. Aus dem Staugewässer entstand wieder ein Fließgewässer: das Herzstück der Gartenschau. Schon jetzt sind Fische und Biber zurückgekehrt. Den Besuchern fielen Baumstämme auf, die in den Uferbereich der Jagst gerammt wurden und herausschauen wie Mikado-Stäbchen. Die Führerin erklärte, es handle sich um das kanadische System des „Engineered Log Jams“. Eine Art der Uferbefestigung, bei der die Stämme natürliche Anschwemmungen nachbilden. Sie sorgen so für Verwirbelungen, schattenspendende Unterspülungen und Fischunterstände.

Nach einer ausgiebigen Pause traf sich die LKZ-Reisegruppe am Pavillon „Treffpunkt Grün“ des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg für den Höhepunkt des Tages: die Expertenfragerunde mit Volker Kugel. Was bezeichnet der Fachmann als „Hausmeisterschnitt“? Warum sollte die Kugelwolfsmilch nicht ohne Handschuhe geschnitten werden? Kugel besticht durch seine lockere Art und vermittelt spielend leicht Gartenexpertise. Klimagewinner wie schwarze Maulbeere, grüne Ölweide, Säckelblume aber auch alte Bekannte wie Rose und Hainbuche werden besprochen.
Individuelle Fragerunde
Gartenwissen und Anekdoten gibt der ehemalige Direktor des Blühenden Barocks par excellence zum Besten. Lange Gesichter bei anderen Besuchern: Jeder möchte gerne bei dem Expertentalk dabei sein – aber auf dem Schild steht „geschlossene Gesellschaft“. Eine Leserin hat Probleme mit ihrer immergrünen Hecke. Der Experte weiß Rat. Seine Vermutung: Die Hecke ist im November oder Dezember vertrocknet, denn da regnet es inzwischen kaum. Sein Tipp: Neue Hecken nur noch mit Tropfschlauch anlegen. Ein Leser möchte eine Blühwiese haben – im Schnelldurchlauf listet Kugel die Vorgehensweise auf: Abschälmaschine leihen, Rasen abschälen, Boden fräsen, Sand einarbeiten, Saatbett anlegen und einsäen. Wie im Flug vergeht die Zeit. Die Fragen reißen nicht ab, denn die Ludwigsburger Gartenliebhaber haben viele Themen.

Der Bus steht bereit, zur Erinnerung gibt es ein Gruppenbild. Voller Eindrücke geht es zurück zur Bärenwiese. Zwei Frauen aus Tamm und Ludwigsburg gefiel die „bodenständige und lockere Art“ Volker Kugels am besten. „Wir hätten ihm stundenlang zuhören können.“ Eine Teilnehmerin aus Marbach war schon vor dem Ausflug ein großer Kugel-Fan: „Er ist in echt noch besser als im Fernsehen“, freut sie sich. Ihr Mann fügt hinzu: „Der ganze Tag war super organisiert – die lockere Atmosphäre hat uns sehr gut gefallen.“
Wer Volker Kugel selbst erleben möchte, kann sich noch zu dem zweiten LKZ-Ausflug am 15. Juli 2026 anmelden unter www.lkz.de/leserreisen.
