Ludwigsburg. Erinnern, mahnen und aufklären - das sind zentrale Themen, mit denen sich die Mitglieder im „Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz“ auseinandersetzen. Vor einigen Jahren wurde der Platz, auf dem einst die Ludwigsburger Synagoge stand, zu einem Erinnerungs- und Bildungsort umgestaltet.
Der Arbeitskreis (AK) versteht die Geschichte der jüdischen Gemeinde Ludwigsburg als Auftrag, gesellschaftliche Entwicklungen genau zu beobachten. Im Dritten Reich wurden die jüdischen Mitbürger brutal verfolgt und viele von ihnen ermordet.
Den Aktiven im Verein sei es daher ein großes Anliegen, „vor der Wahl wichtige Werte des Grundgesetzes zu betonen und sie Äußerungen aus jener Partei gegenüberzustellen, durch die der Arbeitskreis diese Werte gefährdet sieht – der ‚Alternative für Deutschland‘“, schreibt der AK in einer Pressemitteilung.
Im Vorfeld der Wahl wurde dafür die Seite www.Gute-Wahl-2025.de freigeschaltet. Dort werden die Besucher aufgefordert, bei der Wahl die Demokratie zu stärken.
In den kommenden Tagen werden Mitglieder des Arbeitskreises außerdem Postkarten in den Ludwigsburger Briefkästen verteilen, mit denen auf die Aktion und die Internetseite hinweisen wollen. Auf der Karte wirbt eine regenbogenfarbene Katze darum, sich mit den politischen Inhalten der AfD auseinanderzusetzen.
Darstellung von zentralen Grundrechten
„Wer der Einladung folgt, bekommt anschauliche Darstellungen von zentralen Grundrechten der deutschen Verfassung – vielfach speziell aus Ludwigsburger Sicht“, schreibt der Arbeitskreis.
Thematisiert werden zum Beispiel die Gleichberechtigung, Presse- und Informationsfreiheit oder der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.
Im Fokus stehen auch „entlarvende Aussagen aus der AfD“, erklärt Jochen Faber vom Arbeitskreis Dialog Synagogenplatz. „Solche Zitate verraten häufig mehr über den Geist einer solchen Partei als das offizielle Wahlprogramm.“ Auf der Infokarte des Arbeitskreises heißt es: „Wenn wir die Haltungen, aus denen heraus die NS-Diktatur in Deutschland mächtig und am Ende grauenhaft für alle wurde, mit den aktuellen Zitaten vergleichen, dann sehen wir gefährliche Parallelen.“
Der Arbeitskreis Synagogenplatz verfolgt zwei Ziele
Zwei Ziele verfolgt der Arbeitskreis laut eigener Aussage mit der Aktion: „Im Idealfall überzeugen wir Menschen, die sich das vorher vorstellen konnten, doch nicht eine Partei mit so problematischen und spalterischen Zielen zu wählen“, erklärt Faber. Doch auch eine andere Gruppe von Menschen soll angesprochen werden: „Wir erleben, dass aufgeschlossene und sozial denkende Menschen die aktuellen politischen Diskussionen so abstoßend finden, dass sie gar keine Lust haben, zur Wahl zu gehen.“ Sie sollen motiviert und mobilisiert werden, für eine Partei zu stimmen, die sich für die Stärkung von Menschenrechten und Vielfalt einsetzt.
Weitere Infos unter www.Gute-Wahl-2025.de.(red/wa)



