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Meldeportal des Nabu
Nosferatu-Spinne: Im September mehr als 150 Sichtungen rund um Ludwigsburg

Die Färbung auf dem Körper gibt der Spinne ihren Namen. Foto: Robert Pfeifle/Nabu/dpa
Die Färbung auf dem Körper gibt der Spinne ihren Namen. Foto: Robert Pfeifle/Nabu/dpa
Die Kräuseljagdspinne breitet sich weiter in Deutschland aus. Immer häufiger wird sie in Häusern gesichtet. Auf dem Meldeportal des Naturschutzbundes sind inzwischen fast 16.000 Sichtungen eingegangen, viele davon in Ludwigsburg und Umgebung.

Ludwigsburg. Ende August sorgte die Nosferatu-Spinne für Aufregung, nachdem sie auch in Ludwigsburg immer öfter gesichtet wurde. Die aus dem Mittelmeergebiet stammende Kräuseljagdspinne breitet sich derzeit in Deutschland aus. In Baden-Württemberg fühlt sie sich besonders wohl, teilte der Naturschutzbund (Nabu) mit. Dieser hatte im August eine Meldeplattform eingerichtet, um die Sichtungen der Nosferatu-Spinne zu sammeln.Jetzt veröffentliche der Nabu eine Zwischenbilanz: Knapp 10.000 der insgesamt fast 16.000 Sichtungen stammen aus Baden-Württemberg. Besonders viele Nosferatu-Meldungen kommen dabei aus dem Großraum Stuttgart und auch Ludwigsburg.

Häufig in Ludwigsburg, Freiberg, Kornwestheim und Marbach gesichtet

Allein aus Ludwigsburg und Umgebung wurden im September mehr als 150 Sichtungen gemeldet. Besonders häufig wird die Nosferatu-Spinne demnach in Ludwigsburg, Freiberg, Kornwestheim und Marbach gesichtet. Die meisten Meldungen kommen von Menschen, die die Spinne, die wissenschaftlich Zoropsis Spinimana genannt wird, in der Wohnung entdecken. Von der Hauswinkelspinne, ebenfalls ein häufiger Gast in den deutschen Wohnungen, lässt sich die Nosferatu-Spinne leicht unterscheiden. Wer in der Wohnung ein Exemplar findet, kann es, genau wie andere Spinnen auch, nach draußen setzen: „Ein ausreichend großes Gefäß über sie stülpen, einen dünnen Karton zwischen Untergrund und Glas schieben und die Spinne sicher nach draußen befördern“, ist die Empfehlung des Spinnenfachmann des Nabu Baden-Württemberg, Robert Pfeifle.

Ausbreitung entlang des Rheins

Außerdem breitet sich die Spinne entlang des Rheins aus, häufig gemeldet wird sie aus den Regionen Freiburg, Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg. „Dank der regen Beteiligung der Bevölkerung haben wir schon jetzt einen echten Wissenszuwachs, was die Verbreitung angeht“, berichtet Robert Pfeifle. Die Nosferatu-Spinne ist demnach so gut wie flächendeckend in Baden-Württemberg vertreten, mit einzelnen Lücken in Ostwürttemberg, Heilbronn-Franken, dem Schwarzwald, Donau-Iller sowie Bodensee-Oberschwaben.

Die Spinnen werden oft im Haus entdeckt

Die wärmeliebende Nosferatu-Spinne kommt hierzulande fast ausschließlich in und an Gebäuden vor, teilte der Nabu mit. In Deutschland wurde die Art erstmals 2005 in Freiburg im Breisgau entdeckt. Seitdem hat sie sich, wahrscheinlich mit Hilfe des Güter- und Warenverkehrs, vor allem entlang von Rhein und Neckar ausgebreitet. „Jede weitere Beobachtung hilft uns dabei, mehr über die Ausbreitung dieser Art zu wissen. Wer eine Spinne entdeckt, sollte möglichst auch ein Foto machen. So lässt sich eine Sichtung sicher belegen“, so Pfeifle.

Biss der Spinne ähnelt einem Wespenstich

Mit einer Körperlänge von ein bis zwei und einer Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern zählt die Nosferatu-Spinne zusammen mit der Hauswinkelspinne zu den größten gebäudebewohnenden Spinnenarten. Ihren Namen verdankt sie der charakteristischen Zeichnung auf ihrem Rücken, die an die gleichnamige Filmfigur Nosferatu erinnert. Sie kann spürbar zubeißen, tut das aber nur sehr selten bei direkter Bedrohung. Die Folgen eines Bisses für den Menschen sind in der Regel, wenn keine Allergie vorliegt, ähnlich wie bei einem Bienen- oder Wespenstich. Als nächtlicher Jäger hält sie im Haus den Bestand an Fliegen und anderen Insekten klein.