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Heilbad Hoheneck
Physiotherapie und Gastronomie in Hoheneck wollen und dürfen bleiben

Die Heilbad-Gastronomie wurde vor elf Jahren wiederbelebt. Foto: Ramona Theiss
Die Heilbad-Gastronomie wurde vor elf Jahren wiederbelebt. Foto: Ramona Theiss
Auch Med‘n‘Well bleibt vor Ort aktiv. Foto: Ramona Theiss
Auch Med‘n‘Well bleibt vor Ort aktiv. Foto: Ramona Theiss
Die Stadtwerke stehen zu den Mietern, die Konditionen sind allerdings noch unklar. Denn Gastronom Christoph Rieger und Sebastian Gebhardt mit einem Therapie- und Wellnessbereich auf 650 Quadratmetern befürchten hohe Energiekosten. Die Veranstaltung Theater und Gaumenfreuden am 15. und 16. Oktober findet statt.

Ludwigsburg. „Ich bin ein Kämpfer. Wir werden sehen, wie wir es hinbekommen.“ Christoph Rieger ist in Ludwigsburg ein Urgestein der schwäbischen Küche, und vor elf Jahren hat er das angestaubte und in die Jahre gekommene Heilbad-Café in Hoheneck übernommen. Die Schließung der Stadtwerke-Einrichtung ab 1. Oktober, zunächst bis 31. März 2023, hat ihn in der Kurzfristigkeit überraschend getroffen. „Da gab es auch keine Vorwarnungen seitens der SWLB.“ Mittlerweile sind laut Rieger 500 Unterschriften für den Erhalt der Gastronomie gesammelt worden.

Dabei war 2022, nach zwei Jahren Corona mit allen Einschränkungen und Gefahren – „ich habe meinen gesamten Personalstamm mit Kurzarbeit durchgekriegt“ –, laut dem Koch und Gastronomen „ein exzellentes Jahr“. Die Gäste des Heilbads haben den frischen Wind genossen und die Veränderung gut aufgenommen. „Und wir haben auch immer mehr jüngere Gäste, die nicht mit dem Heilbad in Verbindung stehen.“

Veranstaltungen im Café und auch im angrenzenden Garten

Das kann neben dem gastronomischen Angebot auch daran liegen, dass Christoph Rieger das Heilbad-Café/-Restaurant mit Veranstaltungen belebt hat. Mit dem Impro-Theater Q-Rage hat er die Reihe „Theater und Gaumenfreuden“ ins Leben gerufen. Die zwei sind schon länger erfolgreiche Partner: Derzeit läuft in Riegers „Allgäu“ in der Schlossstraße die vierte Folge des Mordsdinner mit Q-Rage – seit Wochen ausverkauft.

Er geht davon aus, dass die Gaumenfreuden (Südtirol) mit Q-Rage am 15. und 16. Oktober stattfinden werden. Was anderes kann er sich nicht vorstellen, obwohl es an Angeboten nicht mangelt. „Aber ich bin ein leidenschaftlicher Ludwigsburger.“ Sein Allgäu ist seit einer Woche ebenfalls wieder aus der Sommerpause erwacht.

Mieter erhoffen sich Entgegenkommen von dem Vermieter

„Die Geschichte geht weiter“, ist er überzeugt, allein der Kontakt zu den Stadtwerken sei bisher schwierig gewesen. Zudem möchte er sich über mögliche Hilfestellung der SWLB in Sachen Heizkosten unterhalten. Das kalte Heilbad wird auch bei ihm für Kälte sorgen, zudem sind die Energiekosten exorbitant gestiegen.

Ähnlich argumentiert Sebastian Gebhardt. Mit einem Team von 17 Mitarbeitern betreut er mit Med’n’Well auf einer Fläche von 650 Quadratmetern im Heilbad rund 200 Patienten am Tag. Auch er sei erst sehr kurzfristig von der Schließung informiert worden, obwohl er sich seit Juli um Gespräche bemüht habe. Fitness, Osteopathie, Reha, Chiropraktik, Wellness – „Bei mir laufen derzeit die Drähte heiß, weil die Kunden glauben, ich schließe ebenfalls.“

Med‘n‘Well schon von der Saunaschließung im Stadionbad betroffen

Wie das ist, hat er im Stadionbad erfahren: Die Schließung der dortigen Sauna bedeutete auch das Ende seiner Wellness-Behandlungen, die er dort anbietet. Neben dem Therapie- und Sportzentrum im Heilbad hat er noch eine Praxis für Physiotherapie und Osteopathie in Oberstenfeld.

Auch er fürchtet hohe Nebenkosten, zudem er mit einem hohen Physioanteil auf warme Räume angewiesen ist. Und er möchte auf jeden Fall weitermachen: „Es geht um Kommunikation und darum, Lösungen zu finden.“ Was er gar nicht versteht: Das Heilbad mit dem Heilwasser sei ein Gesundheitszentrum und habe im ganzen Landkreis ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Die Kopplung Heilbad und Therapie sei einzigartig. „Da geht es um Rheuma, Arthrose, aber auch Asthma und Gelenkkrankheiten.“ Schon zu Coronazeiten sei das Heilbad von allen Bädern am längsten geschlossen gewesen. „Die Leute sind aufgebracht.“

Zumindest für die beliebte Gastronomie und Physiotherapie gibt es nun gute Nachrichten. Wie Jens Ronneberger von der SWLB auf Anfrage sagt, können beide ihren Betrieb aufrechterhalten. Kommende Woche sollen mit beiden Mietern Gespräche geführt werden, zu welchen Konditionen.