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Pferdemarkt

Rösser, Reiter und prächtige Kostüme

Ludwigsburg ist bunt, die Stadt atmet Vielfalt. All das strahlte der Umzug auch zum 251. Pferdemarkt aus. Über 15.000 Zuschauer säumten die Straßen, trotzten der Hitze.

Der Festumzug mit über 150 unterschiedlichsten Pferden und Gespannen, 60 Gruppen und mehr als 1000 Akteuren – ein Kaleidoskop der kulturellen Vielfalt in dieser Stadt.Fotos: Ramona Theiss
Der Festumzug mit über 150 unterschiedlichsten Pferden und Gespannen, 60 Gruppen und mehr als 1000 Akteuren – ein Kaleidoskop der kulturellen Vielfalt in dieser Stadt. Foto: Ramona Theiss
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Etwa 60 Gruppen mit über 1000 Teilnehmern machten sich auf den Weg. Mehr als 150 Pferde waren bei deutlich 30 Grad plus über Asphalt unterwegs.

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Pferdemarkt

Vom Shetty mit 90 Zentimetern Stockmaß bis zum machtvollen Clydesdale mit einem Widerrist von fast zwei Metern ist alles auf Hufen unterwegs. Ein Experte meint: „Die Hitze macht ihnen nichts aus, sie tun dann halt langsamer.“ Alle sind sie herausgeputzt, weibliche Teenagerherzen schlagen einen Takt höher.

Der Musikverein Oßweil Stadtkapelle Ludwigsburg führte den Zug über die etwa 2,4 Kilometer bei sengender Hitze an. 50 Musiker im Gleichschritt allen voran der prachtvolle Schellenbaum. Ihnen folgten die vier Kutschen mit den Ehrengästen. Als erstes Oberbürgermeister Werner Spec mit EU-Kommissar Rainer Wieland und Staatssekretär Steffen Bilger. Das Spektrum der Kostüme reichte von barock-blasiert und teuer bis hin zu bäuerlich, aber bunt und dafür bezahlbar. Der Schlapphut ersetzte das Sonnenschirmchen. Überhaupt: Die Umzugsstrecke hatte Schlagseite. Deutlich begehrter war die Nordseite mit Schatten spendenden Häusern. Im Süden drängelten sich die Zuschauer unter den Baumkronen. Von einigen Wagen und Gruppen regnete es Bonbons wie zu Karneval. Es gab einen Schluck Schnaps und Wein mit auf den Weg. Gesund dagegen der Verein der Unteren Stadt, der pfundweise Äpfel und Karotten unter die Leute brachte. Das sie mit Wasser vom Schwimmverein runter spülen konnten.

Überraschung für viele war die Meute des Schleppjagdvereins Bayern. Über 20 englische Fuchshunde büxten trotz berittener menschlicher Begleitung als Rudel aus, ab ins Publikum. Die einen freuten sich übers Spektakel, andere dann doch eher weniger. Vor allem Kinder waren mit den großen Tieren überfordert.

Prominenz aus der Vergangenheit ließ sich blicken: Eberhard Ludwig zum Beispiel und die Grävenitz, Napoleon Bonaparte, Friedrich und Wilhelm von Württemberg meist mit Gattin, Königin Olga nebst Hofstaat. Hufe klapperten. Musikkapellen gaben den Marschrhythmus vor: die berittenen Herolde aus Saulgau, die Spielmannszüge aus Tamm, aus Zaberfeld, von der Stuttgarter Zigeunerinsel, dem Musikverein Poppenweiler. Dass auch im Hochsommer Guggamusik funktioniert, präsentierten die Murrer Wefzga. Traditionell wurde es mit den Siebenbürgen, den Portugiesen. Die Kroaten und Griechen, die Kuhländer beteiligten sich mit ihren prachtvollen Folkloretrachten. Farbenfrohe Fantasiekostüme und Fabelwesen waren auf den Straßen zu sehen. Aber auch historisch korrekte Bekleidung. Fahnenschwenker warfen das Tuch hoch in die Lüfte und fingen es auf, ehe es wieder den Boden berührte.

Die Ungeduldigen, die unbedingt früher nach Hause wollten, haben etwas verpasst. Den Abschluss machte nämlich die kreativste Darbietung des Kunstzentrums Karlskaserne. Mit Einhörnern auf Stelzen und fliegenden Pferden à la Pegasus, Steel-Drum auf Ölfässern und Stahlstangen. Das war ein stahlharter Abgang des diesjährigen Pferdemarkumzugs. Der Kehraus blieb aber den technischen Diensten vorbehalten. Die lasen auf, was alles in den Straßen veräppelt wurde.

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